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München - Dass nun auch 16-Jährige in der Bundesliga spielen dürften, sorgt bei Patrick Owomoyela für Freude. Es gibt aber auch kritsiche Stimmen im CHECK24 Doppelpass.

Die Bundesliga hat in dieser Woche beschlossen, die Altersgrenze für eine Spielgenehmigung auf 16 Jahre zu senken.

Das bedeutet, dass Supertalent Youssoufa Moukoko von Borussia Dortmund noch in diesem Jahr in der Bundesliga spielen dürfte.

Beim BVB wurde die Nachricht mit Freude aufgenommen. "Meine Meinung ist, dieser Junge ist fantastisch, er bringt körperlich alles mit, er bringt von der Mentalität alles mit, was man braucht", sagt Patrick Owomoyela im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Ich glaube, dass er bereit wäre, die ersten Gehversuche zu machen."

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Moukoko, der am 20. November 16 Jahre alt wird, ist ebenfalls begeistert. "Das gibt natürlich jetzt jedem Spieler noch mehr Motivation, Gas zu geben", sagt der Stürmer auf Instagram.

Bundesligisten freuen sich über Chancengleichheit

Für die deutschen Vereine ist die Herabsetzung des Alters auch deshalb eine gute Entscheidung, weil sie nun keinen Wettbewerbsnachteil gegenüber den Teams aus anderen großen europäischen Ligen wie der Premier League oder La Liga haben, bei denen 16-Jährige schon längst spielberechtigt sind.

Dass die Altersgrenze in der Bundesliga gefallen ist, stößt aber nicht bei jedem auf Euphorie. "Die ganzen Diskussionen über Ablöse und Gehälter für einen 16-Jährigen fangen jetzt ja noch früher an", sagt der Freie Autor und Persönlichkeitsberater Mounir Zitouni im CHECK24 Doppelpass.

Er habe die Sorge, dass die Versetzung der Altersgrenze nach vorn den meisten jungen Talenten nicht gut tun könnte.

Zitouni: "Jungs in der Bredouille"

"Dadurch dass du den Wettbewerb zeitlich nach vorne schiebst, bringst du die Jungs mit den Familien und Vereinen in die Bredouille", betont er und verweist auf Karim Adeyemi, der schon als 15-Jähriger von halb Europa gejagt wurde und am Ende für mehrere Millionen in Salzburg unterschrieb.

Owomoyela, der beim BVB als Markenbotschafter arbeitet, sieht die Klubs in der Verantwortung, was die Sorgfaltspflicht angeht, und betont: "Du musst als Verein schauen, ist er dem körperlich gewachsen, ist er dem mental gewachsen? Sonst macht das keinen Sinn."

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Beim BVB werde das so gehandhabt, versichert der 40-Jährige. In Dortmund mache man den jungen Spielern auch klar, dass nicht alle den Sprung in den Profibereich schaffen werden.

"Es kommen jedes Jahr Hunderte von U19-Bundesligaspielern raus, die denken, ich muss doch jetzt Profi werden. Dass das nicht geht, darauf muss vorbereitet werden und darauf wird vorbereitet", sagt Owomoyela.

Moukoko aber habe sich den Einsatz in der Bundesliga aufgrund seiner Reife schon als 16-Jährige verdient, findet Owomoyela.

Moukoko selbst gibt sich jedenfalls alle Mühe, schon so erwachsen wie möglich zu klingen. Auf die Frage, wann er sich denn sein Debüt in der Bundesliga vorstellen könne, sagt er: "Alles kommt zum richtigen Zeitpunkt - erst mal hoffen wir, dass wieder Fußball gespielt wird."

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