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Dortmund - Mario Götze und André Schürrle stehen beim BVB vor einer ungewissen Zukunft. Michael Zorc und Hans-Joachim Watzke kündigen Gespräche mit den WM-Helden von 2014 an.

Vor fast sechs Jahren schossen sie Deutschland in Rio de Janeiro zum WM-Titel. Die Co-Produktion von Vorlagengeber André Schürrle und Torschütze Mario Götze in der 113. Minute im Finale gegen Argentinien ist allgegenwärtig.

Mittlerweile steckt das Weltmeister-Macher-Duo allerdings in der Karriere-Sackgasse. Der eine (Götze) erhält im Sommer keinen neuen Vertrag in Dortmund, der andere (Schürrle) kehrt nach Leihe in Moskau zwar vorerst zurück, kann aber Ausschau nach einem neuen Klub halten.

Zorc: "Werden mit beiden Spielern Gespräche führen"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke hat bei Sky deshalb Gespräche mit den beiden Stars über deren Zukunft angekündigt. Zurzeit würden die Planungen aufgrund der Coronakrise zwar auf Eis liegen, aber "wir werden das Gespräch mit Mario aufnehmen", erklärte er. Zu Schürrle sagte der BVB-Geschäftsführer: "Beide Seiten wissen, dass es keine einfache Geschichte ist. Wir werden ergebnisoffen das Gespräch führen. Das ist die Aufgabe von Michael Zorc."

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Und was sagt Zorc? Bei SPORT1 macht der Sportdirektor des BVB deutlich: "Wir werden mit beiden Spielern in absehbarer Zukunft Gespräche führen. Aber persönlich, nicht über die Medien."

Die Anzeichen bei beiden Spielern stehen nach SPORT1-Informationen aber klar auf Trennung. Der 27 Jahre alte Götze hat unter Trainer Lucien Favre keine Chance mehr, kommt in diesem Jahr nur auf 14 Pflichtspielminuten. Auch wenn er im Sommer ablösefrei gehen kann, stehen die Top-Klubs (auch wegen der Coronakrise) nicht gerade Schlange. Hinzu kommt, dass Götze seit seiner Rückkehr vor vier Jahren aus München nie wirklich aufblühte (14 Pflichtspieltore).

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Götze muss finanzielle Abstriche machen 

Ein Transfer innerhalb Deutschlands ist für Götze indes nahezu ausgeschlossen. Top-Agent Reza Fazeli, der beim BVB auch Emre Can, Mahmoud Dahoud, Marwin Hitz und Favre berät, soll seine Fühler in England, Spanien und Italien ausgestreckt haben. 

Der Ex-Düsseldorf-Boss und frühere DFL-Aufsichtsrat Robert Schäfer sagte im Check24 Doppelpass: "Eine neue Umgebung für Götze wäre gut – warum nicht aus Deutschland raus?"

Lazio Rom soll laut diverser italienischer Medien Interesse am WM-Siegtorschützen von 2014 haben. Wie SPORT1 erfuhr, ist Götze allerdings bei den Römern kein Thema.

Schon Ende März hatte Lazio-Sportdirektor Igli Tare im Interview mit SPORT1 angedeutet, dass Götze in den Überlegungen beim derzeitigen Tabellenzweiten der Serie A keine Rolle spielt. "Wir haben uns noch nicht mit ihm beschäftigt. Es gab bisher keinen Kontakt", sagte Tare. Daran hat sich nichts geändert. Klar ist: Götze, der in diesem Jahr erstmals Vater wird, muss Abstriche bei seinem Gehalt machen, das dem Vernehmen nach bei zehn Millionen Euro liegen soll. Das sieht auch Ex-Bundesliga-Trainer Christoph Daum so: "Ich denke, dass seine Karriere nicht aus- sondern abklingt. Auch Mario wird noch Begehrlichkeiten wecken, natürlich zu anderen Konditionen als zuletzt." Daum glaubt, "dass er über genügend Potenzial verfügt, dass er seine Karriere unter anderen finanziellen Voraussetzungen erfolgreich fortsetzen kann".

Reif: "Würde es ihm von Herzen wünschen"

SPORT1-Experte Marcel Reif meint indes: "Götze und seine Berater haben einige falsche Entscheidungen getroffen, sie sind falsch abgebogen. Aber dass er Fußballspielen kann, daran sollten wir uns noch erinnern. Das ist ja nicht weg. Ich würde es ihm von Herzen wünschen, weil er noch jung ist, dass er noch eine Stelle findet, die zu ihm passt. Und es auch von den Rahmenbedingungen und den Erwartungen an ihn funktioniert." Wenn der Angreifer jetzt den passenden Verein fände, könne die Karriere durchaus "nochmal eine wunderbare Blüte" erleben.

Götze selbst sagte zuletzt in der Bild: "Was die sportliche Zukunft bringt, wird sich erst zeigen, wenn wieder ein wenig Normalität eingekehrt ist."

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Schürrle hat keine Zukunft in Dortmund

Ein wenig anders sieht die Lage bei Schürrle aus. Im Vergleich zu Kumpel Götze hat der 29-Jährige beim BVB noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. Eine Zukunft in Dortmund hat der Linksaußen allerdings nicht.

Schürrle, der zurzeit zu Hause in Berlin bei Ehefrau Anna und Töchterchen Kaia sein Rehaprogramm absolviert (Knöchelverletzung), floh schon im letzten Sommer von Lucien Favre. Der Schweizer hatte ihn damals aussortiert, woraufhin sich Schürrle mit einem privaten Fitnesscoach in Berlin fithalten musste.

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Weitere Leihe für den Weltmeister?

Seinerzeit hatte Schürrle-Berater Ingo Haspel, der sich auf SPORT1-Nachfrage momentan nicht zur Zukunft seines Klienten äußern wollte, Anfragen aus der Türkei sowie aus Moskau von Lokomotive und Spartak vorliegen.

Schürrle ging zum russischen Rekordmeister Spartak. Nach 18 Pflichtspielen mit zwei Toren und vier Vorlagen entschieden sich die Russen allerdings, die Kaufoption in Höhe von rund acht Millionen Euro nicht zu ziehen.

Für den Weltmeister von 2014 deutet nach Fulham und Moskau alles auf eine weitere Leihe hin. Anfragen in dieser Hinsicht hat Schürrle zurzeit allerdings nicht.

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