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Dortmund - Emre Can gilt auf dem Fußballplatz als kompromissloser Zweikämpfer. Abseits des Rasens setzt sich der BVB-Star aber regelmäßig für seine Mitmenschen ein.

Auf dem Platz kennt man ihn als knallharten Anführer, als Mentalitäts-Monster, als kompromisslosen Zweikämpfer. Doch abseits des grünen Rasens ist Emre Can wie ausgetauscht. Wer den BVB-Star kennt, der weiß: Can hat ein großes Helfer-Herz.

Aktuell hat sich der 26-Jährige als Botschafter von "Stift und Papier" angeschlossen (SPORT1 berichtete). Das Motto der tollen Aktion: In schweren Corona-Zeiten Briefe schreiben und damit Menschen helfen, die aufgrund ihres Alters, ihrer Krankheiten oder anderer Gründe nicht mehr aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen können.

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Seinen ersten handschriftlichen Brief hat Can auch schon abgeschickt - und zwar an Clara, eine Dame in einem Kölner Seniorenheim.

Emre Can an seiner früheren Grundschule
Emre Can an seiner früheren Grundschule © Emre Can

Der Nationalspieler erklärt bei SPORT1: "Ich wusste lange nicht, wer mein Briefpartner ist. Als es dann endlich klar war, habe ich mich sofort ans Schreiben gesetzt. Ich habe der Dame von mir erzählt, was ich mache, wer ich bin, und sie dann nach ihrem Alltag gefragt. Ich wollte wissen, wie es ihr geht und was sie so macht. Ich finde, das ist eine wunderbare Aktion und hoffe, dass sich einige Leute anschließen."

Krankenhaus statt Champions League

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Ex-Liverpooler für seine Mitmenschen einsetzt, denn Can hat eine soziale Ader. Was bislang kaum einer wusste: Schon im vergangenen Jahr zeigte der gebürtige Frankfurter sein großes Helfer-Herz.

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Can, der bei Ex-Klub Juventus für die Gruppenphase der Champions League aus dem Kader gestrichen worden war, nutzte die für ihn schwierige sportliche Zeit, um in sozialen Einrichtungen vorbeizuschauen. An jedem Königsklassen-Spieltag besuchte der Mittelfeld-Star in Absprache mit dem Verein karitative Einrichtungen - darunter zwei Kindertagesstätten in München und Leverkusen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm vor allem der Besuch in einem Turiner Kinderhospiz für krebskranke Kinder.

"Die zweite Saisonhälfte war für mich sportlich gesehen wirklich schwierig", blickt Can zurück. "Vom sozialen Aspekt her war es aber ein sehr schönes Jahr. Die Besuche in den Einrichtungen haben mir persönlich viel Kraft gegeben. Ich kam mit Menschen in Kontakt, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Da rückt der Fußball völlig in den Hintergrund."

Can: "Möchte den Menschen etwas zurückgeben"

Der Besuch im Turiner Hospiz sei ihm dabei "sehr nahe" gegangen. "Das Lächeln, das man von den Kindern zurückbekommt, hat mir total viel Kraft gegeben."

Emre Can im Turiner Kinderhospiz
Emre Can im Turiner Kinderhospiz © Emre Can

Vor einem halben Jahr besuchte Can außerdem seine frühere Grundschule, die Geschwister-Scholl-Schule im Frankfurter Stadtteil Heddernheim, und spendete 10.000 Euro für ein Anti-Mobbing-Projekt. Damals sagte er: "Ich war auch mal hier an der Schule. Es macht mich stolz, wenn ich ein Vorbild für die Kinder sein kann."

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Woher rührt das große Helfer-Herz des BVB-Kämpfers? Can wuchs in der Frankfurter Nordweststadt - alles andere als ein Nobelviertel - auf, lernte das Kicken auf Betonplätzen. "Ich bin mit ganz unterschiedlichen Religionen, Hautfarben, Sprachen und Kulturen aufgewachsen", sagt er. "Respekt und Toleranz wurden mir von klein auf beigebracht. Ich bin sehr dankbar für das Leben und möchte den Menschen etwas zurückgeben."

Im Winter wechselte Can für 22 Millionen Euro von Juventus zum BVB und übernahm sofort die Chef-Rolle auf dem Platz. Im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 sagte der einstige Bayern-Spieler mit Blick auf einen möglichen Meistertitel in diesem Jahr: "Das wird ganz, ganz schwer. Wir haben noch die direkten Duelle mit Bayern und Leipzig. Wir haben einen guten Kader, es wird nicht einfach. Aber ich glaube schon, dass es noch möglich ist."

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