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München - Der FC Bayern verlängert nach Hansi Flick auch mit Thomas Müller. Eine bedeutsame Entscheidung. Ein Kommentar von SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg.

Die Vertragsverlängerung von Hansi Flick (bis 2023) wurde einhellig als die wichtigste Personalie beurteilt. Der neue Kontrakt für Thomas Müller (ebenfalls bis 2023) ist nicht minder bedeutsam.

Einen FC Bayern ohne Müller? Irgendwie unvorstellbar.

Mit ihm verlängert bei den Münchnern nicht irgendein ein Spieler, Müller ist die Seele des Vereins.

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Ur- und Oberbayer, Eigengewächs, Weltmeister, Führungsspieler, Fanliebling, Identifikationsfigur, Medienprofi – Müller vereint alles auf einmal. Kein anderer Profi im Bayern-Kader verkörpert das Mia san mia dermaßen überzeugend wie er.

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Seinen neuen, sehr gut dotierten Vertrag, hat sich Müller, 30, allerdings nicht erzwungen. Er hat ihn sich verdient, denn er ist sportlich wie menschlich unverzichtbar.

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Der Ursprung darin liegt in einem für ihn, rein sportlich gesehen, komplizierten Jahr 2019. Von Bundestrainer Joachim Löw wurde er Anfang des Jahres Hals über Kopf beim DFB ausgebootet, von Ex-Trainer Niko Kovac im Herbst kurzerhand zum Bankdrücker degradiert. In Müller brodelte es, weshalb er an die Medien ging und kurzerhand mit Abschied drohte. Seine Worte sorgten im Bayern-Kosmos für einen Donnerhall.

Auch das ist Müller: selbstbewusst, stolz, gewiss auch ein bisschen eitel. Dass er nur noch auf der Bank sitzt, kam für ihn nicht infrage. Dass er nur noch spielen sollte, wenn "Not am Mann" sei, war für ihn blanker Hohn. Die Müller-Zukunft, kurz- wie langfristig, wurde zum Politikum. Die Seele des Vereins, sie war sauer, sie brodelte.

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Hansi Flick, damals noch Co-Trainer, beobachtete genau, was sich in Müller aufgestaut hatte. Er sah den Frust in Spieler aufsteigen und tat als Kovac-Nachfolger das einzig Richtige: ihn von Tag eins an öffentlich zu stärken, ihn auf dem Platz das freie Radikale sein zu lassen. Irgendwo angesiedelt zwischen der Position hinter Robert Lewandowski oder daneben. Müller lieferte wieder ab und verdrängte Philippe Coutinho auf die Bank.

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Flick verstand, was Kovac und Carlo Ancelotti gewiss auch wussten, es aber unterschätzten: Einen Müller im Rücken zu haben, ist als Bayern-Trainer sicher nicht von Nachteil. Mimik und Gestik von Müller lassen seit jeher Rückschlüsse über die Standfestigkeit des Trainerstuhls beim FC Bayern zu. Müllers Meinung hat Gewicht.

Müller durfte unter Flick jedenfalls wieder Müller sein. Unorthodox und effektiv, aber auch mal schwach. Er durfte sich aber immer sicher sein, gesetzt zu sein.

Fest im Bayern-Umbruch ist er auch eingeplant, das beweist sein neuer Vertrag ohne Weiteres.

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