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Die Münchner nutzen die Corona-Pause zur Personalplanung, während andere um die Existenz bangen - und setzen ein klares Zeichen, sagt SPORT1-Chefkolumnist Tobias Holtkamp.

Ja, sie haben ganz andere Mittel. Ja, die Voraussetzungen sind nicht vergleichbar. Ja, deren Probleme hätten andere gerne. Die Argumente sind bekannt. Aber, und das sollte man nicht vergessen: Sie haben sich das alles auch erarbeitet - und verdient.

Der FC Bayern nutzt die laufende Corona-Zwangspause zu einer ordentlichen Machtdemonstration und zeigt, eben auch auf den Spielfeldern abseits des Rasens, wer die Nummer eins im deutschen Fußball ist. Unangefochten.

Kein anderer Verein, und da lohnt sogar der Blick weit über die Grenzen der Bundesliga hinaus, legt aktuell so eine Performance hin - auf jeder Ebene, die ein Fußball-Entertainment-Unternehmen am Ende ausmacht.

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Diese Bayern bleiben selbst in der größten Weltfußball-Krise aller Zeiten weiter attraktiv, klar, für ihre Anhänger, aber vor allem für die zahlenden Sponsoren, sowohl bestehende Partner als auch potenzielle Neukunden.

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Darum geht es jetzt, ein "hot stock" zu bleiben, eine heiße Aktie, nach vorne gerichtet, mit klarem Profil und Plan für die Zukunft. Statt, wie so viele andere, für Probleme und plötzliche Nöte zu stehen. Und ihre Fans um Geld zu bitten.

Es wird verstanden: Der FC Bayern investiert

Dass im Moment kein Fußball gespielt wird, hält den FC Bayern nicht davon ab, sowohl viele, als auch noch vornehmlich positive Schlagzeilen zu produzieren.

Und bei aller Wertschätzung: Pflichtsiege in Wolfsburg oder bei Union Berlin, so wie wichtig sie für den sportlichen Bereich sind, haben in Sachen medialer Aufmerksamkeit und Reichweite nicht ansatzweise das Potenzial zum Beispiel der perfekt dargebotenen Vertragsverlängerungen von "Vereinslegende" Thomas Müller oder "Supertalent" Alphonso Davies. Es wird verstanden: Der FC Bayern investiert.

Dazu kommt das öffentliche Thema Manuel Neuer, das, bei aller zwischenzeitlicher Emotionalität, Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenige vollkommen gelungen abmoderierte. Bayern wird seine Nummer eins aller Voraussicht nach mit einem hoch dotierten Arbeitsvertrag für weitere Jahre binden. Die Chancen auf eine Verlängerung von David Alaba scheinen ebenfalls wieder stark gestiegen.

Salihamidzic mit bemerkenswerter Ankündigung

Der letzte bemerkenswerte Schachzug war die genau überlegte Ankündigung von Sportchef Hasan Salihamidzic, im Interview mit der Welt am Sonntag, diesen Sommer einen "internationalen Star" nach München zu holen. Einen, "der die Qualität unserer Mannschaft hebt und der Mannschaft hilft, unseren Zuschauern ergebnisstarken und attraktiven Fußball zu bieten".

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Was für ein Bonbon, was für eine Aussicht für alle, die hinter den Bayern stehen - oder mit ihnen arbeiten. Deutschlands Nummer eins, das Signal soll die Fußball-Welt verstehen, ist gerüstet für die Zukunft. Die Corona-Krise kriegt sie nicht klein.

Freuen wir uns drauf. Und… schau'n mer mal!

Tobias Holtkamp, der Autor dieses Textes, war in der Chefredaktion von Sport Bild und Chefredakteur von transfermarkt.de. Heute berät er Sportler und Marken in ihrer inhaltlichen und strategischen Ausrichtung. Für SPORT1 schreibt Holtkamp als Chef-Kolumnist die wöchentliche "Bundesliga-Kolumne".

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