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München - Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg legen bei SPORT1 Pläne bezüglich möglicher Fanansammlungen bei Bundesliga-Spielen offen. Dabei ist ein Spielabbruch möglich.

Der Ernstfall in der Bundesliga rückt immer näher.

Ab Samstag rollt in den leeren Stadien wieder der Ball. Die wohl größte Angst haben die DFL und ihre Klubs im Vorfeld vor möglichen weiteren Corona-Infektionen in den eigenen Reihen - und vor Fanansammlungen vor den Stadien oder in den Innenstädten. 

Bislang war unklar, wie mit dieser drohenden Gefahr umzugehen ist. Sachsens Innenminister Roland Wöller droht mit rigorosem Durchgreifen, dem CDU-Politiker zufolge könnten die Spiele bei Fanansammlungen auch abgebrochen werden.

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Nun legten auch die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg diesbezüglich ihre Pläne offen. 

"Vieles hängt vom ersten Spieltag ab"

"Wir orientieren uns am Beschluss der Sportministerkonferenz vom 28. April 2020", erklärte Sonja Bräuer, Pressesprecherin des Ministeriums des Innern und für Sport Rheinland-Pfalz, auf SPORT1-Anfrage. 

Darin heißt es unter anderem: "DFL und Vereine haben ihren Beitrag zu leisten, dass auch im Umfeld der Stadien von Geisterspielen keine Fangruppen aufziehen." 

Die Vereine sind also in der Pflicht, weswegen auch schon zahlreiche Verantwortliche der Bundesliga-Klubs an ihre Fans appelliert haben. "Mit großer Disziplin der Fans ist zu rechnen, die Zuschauer sind vernünftig genug. Wir werden dazu aufrufen nicht ans Stadion zu kommen und wir werden das zu verhindern wissen", hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge schon am 20. April angekündigt.

Die meisten Fanvereinigungen lehnen Geisterspiele per se ab.

"Aufgrund mangelnder Erfahrungswerte kann derzeit nicht eingeschätzt werden, wie sich die Fanszenen im Zusammenhang mit Geisterspielen verhalten werden", räumt Renato Gigliotti, Pressesprecher des baden-württembergischen Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration auf SPORT1-Anfrage aber ein.

"Bislang gehen wir davon aus, dass von den Fanszenen keine 'Massenveranstaltungen' im Stadionumfeld geplant werden, sondern dass sich die Fans ihrer Verantwortung bewusst sind und ihre Vereine auf anderen kreativen Wegen unterstützen."

Polizei reagiert "lageorientiert"

Falls es dennoch zu Menschenansammlungen komme, "wird die Polizei lageorientiert ihre Maßnahmen treffen. In diesem Zusammenhang können wir auf die Erfahrungen aus den jüngsten Demonstrationen im Zusammenhang mit Corona zurückgreifen", erklärte Gigliotti weiter.

"Die Fans müssen die Situation akzeptieren", kommentierte SPORT1-Experte Stefan Effenberg die Situation im CHECK24 Doppelpass: "Wir haben ja auch jetzt einige Lockerungen, sodass nichts dagegen spricht, die Spiele in kleinen Gruppen zu genießen."

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Liefe die Situation dennoch aus dem Ruder, wären Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg grundsätzlich auf der Linie Sachsens. "Ein Spielabbruch wäre die ultima ratio", erklärte Bräuer aber einschränkend. "In Abstimmung mit dem Schiedsrichter käme gegebenenfalls zunächst eine Unterbrechung des Spiels (verbunden mit der Warnung, dass ein Abbruch bevorsteht) in Betracht."

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Bräuer glaubt zudem, dass sich mit ersten Erfahrungswerten die Angelegenheit auf Sicht entspannen kann: "Vieles wird vom ersten Spieltag abhängen."

Der FSV Mainz 05, einziger Bundesligist aus Rheinland-Pfalz, habe bereits mit der Polizei über mögliche Schritte gesprochen, falls es zu Ansammlungen kommen sollte.

Spielabbrüche möglich

Auch für das Worst-Case-Szenario ist die Regierung von Rheinland-Pfalz bereits vorbereitet. Falls es zu Ansammlungen kommt, gibt es Polizei in Reserve. Bei Missachtung der Regelungen würde es zunächst zu Platzverweisen und Ingewahrsamnahmen kommen. Und als letztes Mittel eben der Spielabbruch.

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