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München - Stefan Reuter bezieht im CHECK24 Doppelpass Stellung zum Quarantäne-Verstoß von Heiko Herrlich - und hält gerade wegen des Fehltritts ein Loblied auf den Trainer.

Es war der Aufreger unmittelbar vor dem Restart der Bundesliga:

Heiko Herrlich hatte freimütig davon erzählt, wie er das Teamhotel verlassen hatte, um sich Hautcreme und Zahnpasta zu besorgen. Der Trainer des FC Augsburg verstieß damit gegen die Hygiene-Regeln der DFL im Zuge der Coronapandemie, brachte sich selbst um sein Debüt auf der FCA-Bank im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (1:2).

Im CHECK24 Doppelpassauf SPORT1 erklärte nun Stefan Reuter noch einmal detailliert den Quarantäne-Fauxpas seines Übungsleiters - wenn auch mit einem zunächst leicht irritierenden Augenzwinkern.

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"Ich glaube ja, dass Heiko das absichtlich gemacht hat, um die Mannschaft aus der Schusslinie zu nehmen", sagte der FCA-Geschäftsführer - um dann scherzhaft anzufügen: "Udo Lattek hat auch gesagt: Er macht die Show und schützt die Mannschaft. Es war schade, dass Heiko gegen Wolfsburg gefehlt hat."

Tatsächlich bleibt von Herrlichs Fehltritt, der die Augsburger seither in den Spielen bei Schalke 04 (3:0) und gegen den SC Paderborn (0:0) zu vier Punkten gecoacht hatte, im Nachhinein wenig hängen. 

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"Das Entscheidende war, wie er mit der Situation umgegangen ist, das war sehr souverän", lobte Reuter. "Das ging von ihm aus und er hat es vor der Mannschaft gesagt. Er hat gegen eine Regel verstoßen, die wir uns selber auferlegt haben, das war sehr sensibel in dieser Phase. Das zeigt, wie viel Tiefe er hat - das hat ihm keinen Autoritätsverlust eingebracht, sondern eher Respekt."

Reuter von Herrlich beeindruckt

Reuter weiter: "Es spricht für ihn, dass er sich der Tragweite bewusst wird. Das war ihm klar, dass er da ein ganz schlechtes Signal gesendet hat. Ich glaube auch, dass ihm das nicht geschadet hat."

Ohnehin wirkt Reuter davon überzeugt, mit dem Nachfolger des im März entlassenen Martin Schmidt einen echten Glücksgriff getan zu haben.

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"Ich bin beeindruckt, wenn ich Heiko heute erlebe, wie tief er in der Materie ist", meint der Ex-Profi. "Er hat im Nachwuchs, beim DFB trainiert und von sehr erfolgreichen Trainern gelernt. Er hat viel Dinge angenommen und auf seine Teams zugeschnitten. Er lebt es, das spürt man, wenn er vor der Mannschaft steht."

Der Trainer sei stets "die wichtigste Personalie im Klub. Aber die Klubs brauchen eine Philosophie und wir suchen Trainer, die dazu passen", so Reuter im Doppelpass weiter. "Wenn du dann merkst, dass du in der Zusammenarbeit nicht mehr auf einen gemeinsamen Nenner kommst, ist es Zeit für eine Veränderung."

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