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Dem BVB scheint ein unerwarteter Erfolg zu gelingen, der sogar den Gewinn der Deutschen Meisterschaft übertrifft: der Verbleib von Jadon Sancho. SPORT1-Kolumne.

Um Deutscher Meister zu werden, braucht Borussia Dortmund, so ehrlich muss man sein, eine zumindest schwächere Bayern-Saison. Spielt Deutschlands Nr. 1 in Normalform, müssen sich alle anderen hintenanstellen. Auch im Moment geht es für den BVB oder eben RB Leipzig nur um Platz zwei.

Trotzdem winkt den Dortmundern gerade ein Erfolg, mit dem im Grund niemand wirklich gerechnet hatte und der für sie auch wertvoller wäre als der Gewinn der Deutschen Meisterschaft: Jadon Sancho, 20, der teuerste Bundesliga-Spieler aller Zeiten (aktueller Marktwert 117 Millionen Euro, Quelle transfermarkt.de), wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit noch eine weitere Saison für den BVB spielen!

Die Verantwortlichen um Klubchef Hans-Joachim Watzke und Manager Michael Zorc gehen mittlerweile fest davon aus, dass kein Verein die von den Dortmundern aufgerufene Ablösesumme im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich zahlen wird.

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Nicht wegen Sancho und seiner zuletzt auch mal durchwachsenen Leistungen, sondern weil die von der Corona-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise auch die größten Fußball-Unternehmen 2020 zu ungewohnten Sparmaßnahmen zwingt.

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Die großen Premier League-Vereine, die in den vergangenen Jahren fast grenzenlos investieren konnten, sowohl in Ablösesummen als auch in Spielerverträge, scheinen, beschleunigt durch Corona, immer häufiger an ihre wirtschaftlichen Grenzen zu stoßen.

Dem FC Liverpool waren zum Beispiel bei Timo Werner die Hände gebunden. Dass Jürgen Klopp seinen Wunschspieler nicht bekam, da der Verein keine großen Transfereinnahmen erwarten kann, sorgte hinter den Kulissen der Branche für einigen Gesprächsstoff. Diese "Niederlage" gegen den FC Chelsea, der Leipzig und Werner die Wünsche erfüllt, kam für viele überraschend.

Ähnliche Symbolkraft für die sich verändernden Kräfteverhältnisse auf dem internationalen Fußballmarkt könnte nun der Sancho-Verbleib beim BVB haben.

Manchester United, das in England als klarer Favorit auf einen Transfer des neuen Superstars gilt, kann das finanzielle Paket gerade nicht stemmen. Zu den mindestens 100 Millionen Euro Ablöse, dann auch nur als Sockel, dem weitere Zahlungen folgen würden, käme ein Gehaltspaket über fünf Jahre in der gleichen Größenordnung. Plus Provisionen für Sanchos Berateragentur.

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Bleibt Sancho, wäre es ein riesiger Erfolg für den BVB, der auf die Ablöse in diesem Sommer nicht angewiesen ist. Der Vertrag des elfmaligen Nationalspielers läuft noch bis 2022, auch im kommenden Sommer könnte sein Arbeitgeber das Preisschild noch bestimmen. Eine Ausstiegsklausel gibt es nicht.

Und gerade international würde Dortmund vom Spieler Sancho und seiner immer größeren Bekanntheit weiter stark profitieren, wie die ganze Bundesliga. So schön die Schale dann auch mal wieder wäre auf dem Borsigplatz - Jadon Sancho, nach 96 BVB-Einsätzen mittlerweile bei 34 Toren und 43 Vorlagen, bringt Borussia Dortmund dann doch noch etwas mehr ...

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