Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Der achte Titel des FC Bayern liegt nicht nur am Festgeldkonto. Es ist die Mentalität, die den FC Nimmersatt ausmacht, findet SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.

Nein, es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Bayern München zum achten Mal in Folge die deutsche Meisterschale bekommen hat. Man muss nur die Liste von Spielern betrachten, die den Rekordmeister seit dem Serienstart 2013 verlassen haben, um den permanenten Erneuerungsprozess in seiner ganzen Tragweite zu würdigen.

Der CHECK24 Doppelpass mit BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

FC Bayern: Verein größer als die Spieler

Es gingen Weltmeister wie Philipp Lahm, Toni Kroos und Bastian Schweinsteiger. BVB-Einkäufe wie Mario Götze und Mats Hummels. Superstars wie Arjen Robben, Xabi Alonso und Franck Ribéry. Internationale Stars wie Arturo Vidal und Mario Mandzukic. Nebenbei Nationalspieler wie Mario Gómez und Sebastian Rudy. Nicht zu vergessen: Trainer wie Pep Guardiola und Jupp Heynckes.

Anzeige

Und trotzdem mischten diese Bayern auch im achten Jahr die Liga auf. Die Bilanz von 100 Saisontoren ist nicht nur die zweitbeste der Bundesliga-Geschichte. Die Zahl ist ein Statement: Der Verein ist größer als die Spieler, die dort ihr Geld verdienen. Auch deshalb hört der FC Nimmersatt nicht mit dem Fußballspielen auf, wenn der Meistertitel längst perfekt ist.

Die SPORT1 News sind zurück! Alles aus der Welt des Sports ab Montag immer um 19.30 Uhr im TV auf SPORT1, auf SPORT1.de und in der SPORT1-App

Vergleich mit BVB: Es liegt nicht nur am Geld

Der Vergleich mit Borussia Dortmund ist nicht gewollt, aber unvermeidbar: Die einen gewinnen am letzten Spieltag halt 4:0 beim VfL Wolfsburg, während die anderen zu Hause 0:4 gegen die TSG Hoffenheim verlieren. Es ist eine Charakterfrage: Bin ich mit meinen Gedanken schon in Urlaub - oder will ich auch bis zur letzten Sekunde zeigen, was mir Spaß macht?

Genau deswegen greift der Vorwurf, dass die Bayern allein wegen ihres Festgeldkontos der Bundesliga jede Spannung rauben, viel zu kurz. Am Geld allein liegt's ja nicht, dass die Rivalen leichtfertig die einfachen Liga-Spiele abschenken. Selbst wenn man die direkten Duelle verliert, wie es Borussia Dortmund getan hat: Allen anderen Klubs ist man selbst finanziell überlegen.

Meistgelesene Artikel

In der Abschlusstabelle haben die Bayern 13 Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund. Normal ist das nicht. Die großen Bayern der 70er- und 80er-Jahre hatten irgendwann ihren Zenit überschritten und zeigten ihre Verfallserscheinungen so deutlich auf dem Rasen, dass die Konkurrenz gleichzog. Diesmal sind keine Anzeichen für einen Machtwechsel erkennbar.

Schlimmer noch: Die mangelhafte Mentalität beim BVB und die mangelhafte Konstanz bei RB Leipzig sind offensichtlich. Wenn bei den Bayern ein Erfolgstrainer wie Niko Kovac bei der Mannschaftsführung schwächelt, wird er ausgetauscht. Bei Borussia Dortmund darf der Trainer seine Laborversuche eine weitere Saison fortsetzen - das ist der Unterschied.

ZU FEVER PIT'CH

Fever Pit'ch ist der tägliche Fußball-Newsletter von SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk. Jeden Morgen um 6.10 Uhr bekommen Abonnenten den Kommentar zum Fußballthema des Tages und die Links zu den besten Fußballstorys in den deutschen Medien. Den kostenlosen Newsletter erhalten Sie hierhttp://newsletter.pitgottschalk.de

Nächste Artikel
previous article imagenext article image