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Bremens Aufsichtsratschef Marco Bode räumt im CHECK24 Doppelpass ein, dass das Festhalten an Trainer Florian Kohfeldt keineswegs auf Nibelungentreue beruhte.

Nach dem glücklichen Einzug in die Relegation hat Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode eine tiefgreifende Analyse angekündigt.

"Wir werden uns nach der Saison - egal wie es ausgeht - noch einmal sehr ausführlich damit beschäftigen und dann auch ganz offen und ehrlich analysieren und entscheiden, wie es weitergeht, welche Erkenntnisse wir mitnehmen und für die Zukunft auch umsetzen werden", sagte Bode im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

Das schließe natürlich auch die Beurteilung darüber ein, ob der Saisonverlauf das Verhältnis der Mannschaft zu Trainer Florian Kohfeldt in irgendeiner Form angegriffen hat. "Wir werden schauen, ob etwas passiert ist, was problematisch ist", erklärte Bode, der die Rückendeckung für den jungen Coach trotz der Misere wiefolgt begründete:

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"Wir haben nicht versucht, um jeden Preis zu unserem Trainer treu zu sein. Zur Werder-Philosophie gehört es, niemals einen Trainer leichtfertig aufzugeben. Wir waren immer überzeugt, dass er ein fachlich guter Trainer ist und menschlich gute Qualitäten hat.“ Kohfeldt identifiziere sich stark mit Werder und seiner Aufgabe. "Es hat nichts dafür gesprochen, sich von ihm zu trennen. Es gab aber verschiedene kontroverse Diskussionen, die nicht einfach waren", räumte Bode ein.

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Es bleibe aber eine "sehr schlechte Saison" der Bremer. "Die Ergebnisse sprechen für sich, aber wir wissen, wo die Hauptursachen liegen", meinte der Vizeweltmeister von 2002. "Ein Punkt unserer Analyse wird mit Sicherheit ergeben, dass wir zu selten unseren Kader so beisammen und gesund auf dem Platz hatten, wie wir das wollten."

Bode: Von Köln kam "nicht extreme Gegenwehr"

Die Bremer Lage sei vor den Relegationsspielen gegen den 1. FC Heidenheim oder den Hamburger SV nach wie vor angespannt. "Die Situation bleibt schwierig, und es stehen noch zwei schwere Spiele vor uns. Es ist noch nichts erreicht", mahnte Bode. Werder habe nach der Coronapause aber einige sehr ordentliche Leistungen abgeliefert. "Gestern kam dazu, dass nach den ersten Toren Köln ein Gegner war, wo man schon gemerkt hat, da kommt dann nicht so die extreme Gegenwehr."

Nun stünden noch zwei K.o.-Spiele an. "Es geht von vorne los und wir haben es jetzt in der eigenen Hand", sagte Bode. "Wir sind selbstbewusst und wollen und können das schaffen. Wir sind aber auch vorsichtig und wissen, dass wir nach Erfolgen oft wieder Negativerlebnisse hingenommen haben."

Im Klub und in der Mannschaft seien sich alle dessen bewusst, dass der Druck unverändert hoch bleibe: "Wir sind noch immer mit einem Bein in der zweiten Liga und müssen schauen, dass wir das in Ordnung bringen. Wer unseren Trainer gestern gehört hat, wird wahrgenommen haben, dass Florian Kohfeldt da jetzt keinen Zentimeter Luft lässt."

Pizarro-Tor wäre "wahnsinniger Traum"

Sollte Claudio Pizarro am Ende das entscheidende Tor zum Klassenverbleib schießen, wäre das natürlich märchenhaft, aber nicht zwingend das angepeilte Bremer Szenario. "Claudio bekommt ein Riesen-Abschiedsspiel. Wenn ein anderer das entscheidende Tor schießt, ist es genauso gut. Es wäre ein wahnsinniger Traum, wenn er in der Relegation nochmal etwas Entscheidendes beitragen könnte", sagte Bode über seinen ehemaligen Mitspieler.

Auch Angreifer Milot Rashica plant der Aufsichtsratschef eher nicht mehr zwingend für die kommende Saison ein: "Das Thema ist mir zu operativ, dazu kann ich nichts sagen. Milot wird uns vermutlich in diesem Sommer verlassen, da gibt es aber noch zu viele offene Fragen."

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