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München - Uli Hoeneß findet klare Worte für den Umgang mit den Ultras. Der Ehrenpräsident des FC Bayern spricht zudem über TV-Gelder - und das Urteil im Fall ManCity.

Klartext der früheren Abteilung Attacke: Uli Hoeneß hat im Sonntags-Stammtisch des Bayerischen Rundfunks Stellung zu vielen relevanten Themen aus Sport und Gesellschaft bezogen. 

"Der Fußball gehört allen", erklärte der Ehrenpräsident des FC Bayern zur neuerlichen Auseinandersetzung seines Vereins mit den Ultras. "Es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie ein wichtiges Element sind, aber dass sie nicht alleine entscheiden können. Ich bin für eine Kooperation."

Hoeneß ergänzte: "Sie müssen nach den Vorfällen wie zuletzt bei unserem Spiel gegen Hoffenheim einsehen (als es Schmähungen gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp gab, Anm. d. Red.), dass die Vereine dann entsprechende Maßnahmen ergreifen." Der 68-Jährige wurde noch deutlicher: "Der Fußball ist auch ohne Ultras möglich!"

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Ultras? Hoeneß sieht es wie Rummenigge

Hoeneß hob dabei auch ab auf die jüngsten Äußerungen von Karl-Heinz Rummenigge: Der Vorstandsboss der Bayern war kürzlich erneut auf Konfrontationskurs mit den Ultras gegangen, hatte deren seiner Meinung nach einseitigen Forderungen scharf krititsiert ("Wir leben aktuell in einer Kultur, in der sehr viel gefordert wird. Und wenn die Forderungen nicht erfüllt werden, gibt es Zirkus. Das ist doch keine Basis für eine seriöse Diskussion").

Wie Rummenigge missfällt auch Hoeneß das Verhalten der Ultra-Gruppierungen - und zwar bundesweit: "Sie haben sich total gegen die Geisterspiele gewehrt - damit haben sie für mich bewiesen, dass es ihnen gar nicht um die Vereine geht, sondern darum, sich selbst darzustellen", kritisierte der frühere Bayern-Manager.

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Viele Vereine hätten ohne diese Geisterspiele ihre Existenz verloren, dann "gäbe es den einen oder anderen Verein in der 1. und 2. Bundesliga jetzt nicht mehr".

Hoeneß: TV-Gelder-Verteilung "total korrekt"

Bedenken äußerte Hoeneß, eine Stadion-Rückkehr der Fans mit aller Macht durchzuziehen.

Er wisse, "dass unsere Leute beim FC Bayern ein gültiges Konzept erarbeiten. Ich wünsche mir das, aber die Gesundheit der Menschen ist das oberste Gebot. Wir dürfen kein Risiko eingehen", forderte Hoeneß, für den es "unverantwortlich" war, wie beispielsweise Tennis-Superstar Novak Djokovic seine eigens initiierte Adria Tour aufzog, die in ein Infektions-Fiasko mündete.

In puncto finanzielle (Un-)Ausgeglichenheit zwischen den Profifußball-Vereinen hierzulande entgegnete Hoeneß: "Ich finde, dass die Verteilung der Fernsehgelder in Deutschland total korrekt ist."

Dass die "kleineren" Vereine mehr bekommen sollten als bisher, lehnte er ab "denn der Beitrag, den der FC Bayern zum Beispiel in den USA oder in China leistet, der ist doch wesentlich größer als der von Paderborn".

Hoeneß: "Auch gewundert" über CAS-Urteil

Er glaube auch nicht, dass "viele hundert Millionen Chinesen Paderborn sehen wollen, sondern den FC Bayern".

Zum CAS-Urteil im Fall Manchester City um den früheren Bayern-Coach Pep Guardiola hielt sich Hoeneß mit Kritik zurück: "Wir haben uns auch gewundert. Aber das aus der Distanz zu beurteilen, ist schwierig. Das maße ich mir nicht an."

Ebenso eher diplomatisch denn angriffslustig gab sich Hoeneß hinsichtlich der familiären Personalie Sebastian Hoeneß, in die er sich nicht einmischen mag.

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Hoeneß über seinen Neffen bei Bayern II

Er habe Sportvorstand Hasan Salihamidzic mitgeteilt, "dass ich mich als befangen betrachte". Er könne aber "so oder so" mit allen Entscheidungen leben.

Sebastian Hoeneß, Neffe von Uli und Sohn von Dieter, ist beim Bundesligisten TSG Hoffenheim als Trainer im Gespräch. Der 38-Jährige hatte kürzlich mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern überraschend die Meisterschaft in der 3. Liga eingefahren.

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