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SPORT1-Reporter Christopher Michel sieht Frankfurts Transferpolitik kritisch
SPORT1-Reporter Christopher Michel sieht Frankfurts Transferpolitik kritisch © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1
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Frankfurt am Main - In Frankfurt hat man große Ziele. Der aktuelle Kader genügt den hohen Ansprüchen nur bedingt. Fredi Bobic ist in der Pflicht, findet Christopher Michel.

Eintracht Frankfurt ist mit großen Ambitionen in die neue Saison gestartet und träumt von der erneuten Europapokalteilnahme. Dafür muss Sportvorstand Fredi Bobic aber auf dem Transfermarkt nachlegen. 

Statt Martin Hinteregger, Filip Kostic oder Kevin Trapp heißen die Abgänge von Eintracht Frankfurt in diesem Sommer bislang Mijat Gacinovic, Goncalo Paciencia oder Frederik Rönnow. Hier hat Sportvorstand Fredi Bobic bislang einen sehr ordentlichen Job erledigt. Der Kader ist deutlich schlanker geworden, einige Ergänzungs- oder Rotationsspieler haben den Klub verlassen und die Leistungsträger werden höchstwahrscheinlich bleiben.

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Eine gute Gesamtnote lässt sich deshalb aber noch nicht automatisch vergeben. Auf der Zugangsseite stehen kurz vor Torschluss bislang mit Ragnar Ache und Ajdin Hrustic zwei Bundesligadebütanten, hinzu kommt Steven Zuber für die Breite und Markus Schubert als Trapp-Ersatz. Dabei forderte Adi Hütter noch im August: "Ein Spieler, der zu uns kommt, der muss uns besser machen. Wir brauchen Qualität und nicht Quantität."

Verstärkungen fehlen noch

Es war eine klare Forderung: Bitte liefern, Fredi Bobic! Aktuell bleibt dazu festzuhalten: Das kann noch nicht alles sein. Qualitativ stärker ist der Kader der Eintracht Stand heute nämlich nicht geworden, dem Trainer sind systemtechnisch weiterhin die Hände gebunden.

Für die präferierte Viererkette fehlen ein Linksverteidiger und ein rechter Flügelspieler, Hütter wird förmlich zur Dreierkette gezwungen. Zudem fällt das Ungleichgewicht auf: Während in Abwehr und zentralem Mittelfeld zahlreiche Spieler zur Verfügung stehen, setzt sich die Offensive aus zwei Wundertüten (Ache, Hrustic) und den gestandenen Profis Bas Dost, Daichi Kamada, Filip Kostic, André Silva und Steven Zuber zusammen. Sieben Spieler für fünf Positionen.

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Alleine durch den Kostic-Ausfall (Bänderverletzung im Knie) wird die Personaldecke auch ohne Dreifachbelastung im vorderen Bereich dünn. Dabei benötigt die Eintracht für ihre auf Pressing angelegte Spielweise Fitness, Tempo, Wucht und Variabilität. Rotation auf hohem Niveau ist im Offensivbereich mit den vorhandenen Spielern allerdings kaum möglich, Regenerationspausen beinahe utopisch.

Langer Atem nötig

Alle Baustellen wird Bobic bis zum 5. Oktober wohl nicht mehr geschlossen bekommen. Doch mit zwei Sofortverstärkungen für Angriff und Flügel, unabhängig von der Personalie Danny da Costa (beim FC Schalke 04 im Gespräch), kann die Marschrichtung Champions League statt Mittelfeld lauten.

Bobic hat oftmals einen langen Atem bewiesen und im Endspurt zugeschlagen. Um die Europapokalambitionen von Spielern, Trainer und Umfeld leben lassen zu können, wird diese Qualität erneut benötigt.

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