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Frankfurt am Main - Bei der Fan-Rückkehr in die Bundesligastadien hat Leipzig eine Vorreiterrolle - und muss dieser gerecht werden. SPORT1-Kommentar von Chefreporter West Patrick Berger.

Als "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen" deutete DFL-Boss Christian Seifert am Donnerstag die Rückkehr von Fans in Bundesliga-Stadien.

Es blieb aber (wie erwartet) auch nach der Mitgliederversammlung der 36 Profi-Klubs vorerst dabei: Es gibt keine einheitliche Regelung. RB Leipzig darf als bis zum Nachmittag einziger Bundesligist zum Saisonstart am 20. September vor Zuschauern spielen. 8500 Fans sind beim Auftakt gegen Mainz 05 in der Red Bull Arena zugelassen. Die Verfügungslage in Sachsen lässt das zu.

Die ganze Bundesliga schaut jetzt gespannt in den Osten und drückt ausnahmsweise mal Leipzig die Daumen. RB nimmt nach seinem Alleingang nämlich eine Art Vorreiterrolle ein und kann die jeweiligen regionalen Behörden mit gutem Beispiel überzeugen. Hertha BSC zog nach der Versammlung nach und kündigte 4000 Zuschauer für das erste Heimspiel am zweiten Spieltag an.

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Im Anschluss der DFL-Mitgliederversammlung in Frankfurt war Seifert einmal mehr offen für Kritik. Die Frage, ob eine Fan-Rückkehr bei steigenden Corona-Infektionszahlen das richtige Zeichen wäre, sei für den 51-Jährigen "absolut berechtigt und die muss auch gestellt werden".

Leipzig trägt eine große Verantwortung

Der DFL-Boss richtete gleichzeitig aber auch einen brennenden Appell an die Gesellschaft: "Wir können nicht ängstlich verharren und müssen mit gewissen Begrifflichkeiten höllisch aufpassen. Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch". Sie würden, wie viele Veranstalter und Beschäftigte im Kulturbetrieb, derzeit in einen "ziemlich tiefen und finsteren Abgrund" blicken.

Klar ist, dass sich die DFL in Sachen Fan-Rückkehr eine bundeseinheitliche Lösung wünscht. Die wird es mit Blick auf unser föderales System so schnell aber nicht geben. Daran ändert auch nicht, dass die Klubs allesamt schlüssige Hygiene- und Nachverfolgungs-Konzepte vorgelegt haben.  

Einwände von einem der 36 Vereine nach dem Motto "Alle oder Keiner!" gab es mit Blick auf eine Wettbewerbsverzerrung im Übrigen nicht. Die Liga hält zumindest in diesem Punkt zusammen. Alle sitzen in einem Boot.

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Jetzt liegt es an Leipzig und seinen Fans. Sie haben es in der Hand. Drängen Sie sich bei der Anreise und bei den Einlasskontrollen? Umarmen sie sich nach Toren? Halten Sie Abstand auf Toiletten und in Catering-Räumen? Bleiben sie während des Spiels auf ihren Sitzen?

Leipzig trägt eine große Verantwortung. Denn erhöhte Infektionszahlen nach einem Bundesliga-Spieltag, das würde die Gesellschaft dem Fußball sicher nicht verzeihen.

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