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Franz Beckenbauer spricht vor seinem 75. Geburtstag über sein Leben
Franz Beckenbauer spricht vor seinem 75. Geburtstag über sein Leben © Imago
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München - Kurz vor seinem 75. Geburtstag gibt Franz Beckenbauer Einblicke in seine Kindheit und erklärt, wie er seinen FC Bayern für die Zukunft aufgestellt sieht.

Am 11. September 1945 hat Franz Beckenbauer in München das Licht der Welt erblickt. Am kommenden Freitag feiert der Kaiser seinen 75. Geburtstag.

Im Bayern-Magazin "51" gewährte Beckenbauer nun Einblicke in seine Kindheit, sprach über das Triple 2020 und erklärte, wie er den deutschen Rekordmeister für die Zukunft aufgestellt sieht.

Der Ehrenpräsident des FC Bayern wuchs in der Nachkriegszeit mit seinem Bruder und seinen Eltern in eineer Vier-Zimmer-Wohnung der Großmutter im Stadtteil Giesing auf und lernte das Fußballspielen auf der Straße und später beim "Nachbarn" SC 1906 München. 

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"Fußball hatte in den 50ern nicht diese Popularität wie heute – aber für uns war er das Lebenselixier. Wir hatten die schönste Kindheit überhaupt", erzählt Beckenbauer. 

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Vom Straßenfußballer zur Bayern-Legende

Ein echter Fußball zur damaligen Zeit war das Größte, aber auch teuer. Doch die ganze Straßenfußballer-Mannschaft aus der Nachbarschaft machte das Unmögliche möglich. "Wir haben Altpapier gesammelt und Alteisen, das noch zwischen den Trümmern lag, und alles haben wir zum Händler getragen, dafür gab es immer ein paar Pfennige. Von den Einnahmen haben wir uns dann schließlich den ersten Fußball gekauft", so der Kaiser.

Allerdings war Beckenbauer schon als Kind nicht der einfachste, was auch mit der Grund dafür war, dass er sich für den FC Bayern und nicht für 1860 München entschied, obwohl er in Giesing, dem 60er-Gebiet, aufwuchs:

"Mit unserer 1906-Schülermannschaft hatten wir ein Spiel gegen 1860. Deren Mittelläufer war nicht sehr freundlich zu mir, und im Spielverlauf kam irgendwann mein Jähzorn durch. Er gab mir dann eine Watschn, und da stand für mich fest: Ich geh nicht zu 1860! Es war keine schlechte Entscheidung im Nachhinein, denke ich", sagt Beckenbauer.

Und weiter: "Mit 13, 14 war ich ein Revoluzzer. Ich war immer der, der als Erster den Mund aufgemacht hat, in der ersten Reihe – und wenn ich mich gemeldet habe, war es nicht immer nur zur Freude der Trainer." Mit dem FC Bayern gewann der Kaiser schließlich alle Titel, die es zu gewinnen gab.

Beckenbauer über Triple: Diese Burschen sind noch nicht satt

Für die Zukunft sieht der noch 74-Jährige den Rekordmeister bestens aufgestellt: "Ich denke, ich kann diesem Verein sehr, sehr beruhigt zuschauen. Die Weichen sind gestellt. Von den 60ern bis heute ging es immer bergauf." Trotz einiger Rückschläge sei der FC Bayern "eine einzige Erfolgsstory, da dürfen alle stolz sein und das Triple kam jetzt nicht von ungefähr."

Für Bayern-Coach Hansi Flick hat er nur lobende Worte parat: "Hansi Flick hat der Mannschaft wieder Leben eingehaucht. Mir macht dieser Fußball unheimlich viel Spaß", erklärt Beckenbauer und schickt eine Warnung voraus. "Achtmal Meister in Serie, das ist die ganz hohe Kunst, ein Zeichen von herausragender Mentalität und herausragendem Willen. Da kann ich nur applaudieren. Großartig. Und ich habe nicht den Eindruck, dass diese Burschen schon satt sind."

Deshalb hat Beckenbauer auch keine Zweifel daran, dass Oliver Kahn, Hasan Salihamidzic und Herbert Hainer die Erfolgsgeschichte des FC Bayern weiterschreiben werden.

"Sie zeigen, dass sie das Zeug dazu haben, die großen Fußstapfen von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge auszufüllen. Ich traue ihnen absolut zu, dass sie den Weg, den Uli und Kalle vorgegeben haben, im gleichen Stil, mit dem gleichen Einsatz und der gleichen Freude fortsetzen. Da habe ich keine Zweifel. Die ersten Schritte hätten kaum besser sein können."

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