Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Für 23 Millionen Euro kam Krzysztof Piatek im Winter zu Hertha BSC. Der polnische Stürmer blieb bisher jedoch glücklos. Nun droht ihm die Bank.

Die Auswechslung in der 61. Minute gefiel Krzysztof Piatek gar nicht. Der Stürmer von Hertha BSC schaute vor seiner Herausnahme beim 4:1-Sieg gegen Werder Bremen ungläubig zur Anzeigetafel, ging dann auf der gegenüberliegenden Seite der Trainerbank raus und trottete mit genervtem Blick zurück.

Seinen für ihn eingewechselten Konkurrenten Jhon Cordoba (27), für 15 Millionen Euro in der vergangenen Woche aus Köln gekommen, würdigte der Pole keines Blickes. 

Meistgelesene Artikel

Sehr wohl sah Piatek dann aber, dass Cordoba sofort das 3:0 (63.) einleitete und kurz vor Spielschluss zum 4:1 traf (90.).

Anzeige

Cordoba ist also gleich voll da. Dem ausgewechselten Polen droht daher fortan die Bank - wie bereits in der vergangenen Rückrunde. Hertha hat das Piatek-Problem. 

Hertha: Nur Tousart war noch teurer als Piatek

Der 24-Jährige ist der zweitteuerste Einkauf der Vereinsgeschichte. Im Winter kostete der polnische Nationalspieler 23 Millionen Euro, als er vom AC Mailand kam. Nur Lucas Tousart (23) war mit 24 Millionen Euro bisher teurer.

Die riesigen Erwartungen hat Piatek bisher nicht erfüllt. Im Gegenteil: Vier Treffer steuerte der Angreifer bisher in 15 Ligaspielen bei - zwei davon waren Elfmeter. 

Überzeugende Leistungen gab es nur selten. Der Pole wirkt nicht richtig ins Spiel integriert und fiel im internen Ranking deshalb bereits in der abgelaufenen Rückrunde wieder hinter Routinier Vedad Ibisevic (35) zurück. 

Nun wird Piatek wohl wieder nur Stürmer Nummer zwei. Coach Bruno Labbadia (54) ist jedenfalls nicht überzeugt vom Rechtsfuß. "Er hatte seinen Lattenkopfball in der ersten Halbzeit, in der zweiten Halbzeit aber auch einige Ballverluste", sagte der Trainer nach dem Bremen-Spiel. Es ist offensichtlich, dass Labbadia kein Piatek-Fan ist. Unter ihm wäre der von Jürgen Klinsmann verpflichtete teure Angreifer wohl kaum gekommen. 

Labbadia schwärmt von Cordoba

Die Suche nach einem weiteren Stürmer und die Verpflichtung von Cordoba sprechen diesbezüglich eine eindeutige Sprache.  

Und über den Neuen äußerte sich Labbadia bereits viel positiver als über Piatek. "Wir haben uns für Jhon entschieden, weil er etwas mitbringt, was wir momentan nicht haben. Er hat diese körperliche Präsenz und auch seine Schnittstellenläufe sind top. Er hat seine Stärken schon eindrucksvoll gezeigt." 

Als Duo werden Piatek und Cordoba vorerst wohl nicht auflaufen. Labbadia schließt das zwar nicht aus, bevorzugt aber ein System mit nur einem Stürmer und zwei Außenspielern. Matheus Cunha (21) und Dodi Lukebakio (22) sind beim Coach dann außen gesetzt und spielen oft auffällig. Und auch wenn das System wie gegen Bremen 4-3-1-2 heißt, sind zwei der drei offensiven Plätze für das Duo quasi reserviert. 

Mit allen vier Offensivleuten Cordoba, Piatek, Lukebakio und Cunha wäre die Aufstellung deutlich zu offensiv. 

Quarantäne-Pause für Piatek

Lange kann sich Piatek wohl nicht mehr beweisen. "Wir belohnen zunächst das Team, das auch die Vorbereitung durchgezogen hat",  sagte Labbadia nach dem Abpfiff in Bremen. 

Piatek gehört nicht zu dieser angesprochenen Gruppe. Der Pole musste nach dem Länderspiel von Polen in Bosnien-Herzegowina für fünf Tage in Quarantäne, verpasste deshalb eine Woche der Vorbereitung und auch das Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig. 

Argumente, warum Labbadia ihm den Vorzug vor Cordoba geben sollte, muss Piatek also erst wieder liefern - und das möglichst zeitnah. 

Nächste Artikel
previous article imagenext article image