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Köln - Die Pleite im Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach stürzt den 1. FC Köln immer tiefer in die Krise. Coach Markus Gisdol und Keeper Timo Horn geraten in Not.

Die Niederlage im ohnehin schon immer mit besonderem Stellenwert behafteten Rheinderby war das eine, was nach Abpfiff schmerzte.

Mehr als das 1:3 (0:2) gegen Borussia Mönchengladbach trieb den 1. FC Köln um, im dritten Spiel der Saison bereits die dritte Niederlage kassiert zu haben. Null Punkte und 3:7 Tore - die Kölner haben den Saisonstart gründlich verpatzt.

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Was nach den Mechanismen der Branche natürlich auch heißt: Für Trainer Markus Gisdol könnte es bald richtig ungemütlich werden - denn seit nunmehr 13 Spielen und dem 2:1 am 6. März beim SC Paderborn ist der FC ohne Sieg in der Bundesliga.

"Es wird die ganze Saison so sein, dass wir um den Klassenerhalt spielen. Jetzt gilt es, einen Neustart nach der Länderspielpause zu machen", forderte Gisdol. (Tabelle der Bundesliga)

Heldt nimmt Gisdol in Schutz

Zu möglichen Konsequenzen äußerte sich der 51-Jährige nur knapp, wies eine Diskussion um die eigene Person zurück: "Ich kann nur sagen, dass ich dieses Gefühl intern nicht habe, weil sich alle der Situation bewusst sind."

Gisdol analysierte lieber das Spiel seiner Mannschaft. "Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt, der heute vielleicht sogar überraschend stark war, vor allem in den ersten 20 Minuten. Aber auch in der Summe war Gladbach zu konsequent, zu geradlinig, hatte zu viel Klasse. Wir konnten nicht dagegen halten, der Gegner hat uns nicht erlaubt, wieder ins Spiel zu kommen."

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Inwieweit auch Gisdol all diese Defizite zu verantworten hatte, kommentierte zumindest Horst Heldt - und zwar mit einem klaren Nein auf die Frage, ob der Trainer nun in den Fokus einer Debatte beim FC rücken werde.    

"Wir sind alle für Ergebnisse verantwortlich", entgegnete der Sportchef. "Das fängt bei mir an und hört beim Einwechselspieler auf." (Spielplan der Bundesliga 2020/21)

Doch auch Heldt musste zugeben: "Die Leistung in den ersten 20 Minuten war sehr, sehr schlecht. Wir müssen analysieren, woran das liegt. Es lag jedenfalls nicht daran, dass die Gladbacher ein Mann mehr gewesen wären. Das war Elf gegen Elf."

Timo Horn patzt erneut bei Köln

Unbeantwortet blieb indes die Frage, ob Gisdol mit seiner taktischen Umstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette, die er zur Pause wieder korrigierte, die Pleite begünstigt hatte.

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"Wenn du so ein Zweikampf-Verhalten wie in den ersten 20 Minuten hast, kannst du mit Sechser- oder Achterkette spielen", konterte der Trainer.

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Zuspruch bekam er dabei von Timo Horn. "Wenn der Einsatz und die Aggressivität nicht stimmen, kannst du jedes System der Welt spielen", so der Schlussmann -  der selbst immer mehr zum Brennpunkt wird.

Wenngleich der schon zuletzt nach Patzern in die Kritik geratene Keeper mehrfach Gladbacher Großchancen zunichte machte, war er auch diesmal an einem Gegentreffer nicht schuldlos. Beim 0:2 durch Stefan Lainer (16.), nur zwei Minuten nach dem ersten Gegentreffer von Alassane Plea (14.), sah der Routinier nach einem der zahlreichen Eckbälle der Borussia unglücklich aus.

Horn "hat sich einen Bonus erarbeitet"

Dabei hatte Heldt vor Anpfiff noch einmal Partei für Horn ergriffen: "Timo hat sich einen gewissen Bonus erarbeitet. Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt. Deswegen ist er die Nummer Eins."

Dabei haben die Kölner unlängst Weltmeister Ron-Robert Zieler von Hannover 96 als Ersatz verpflichtet. Zieler sitzt Horn nun im Nacken.

Gladbachs Kapitän Lars Stindl (56.) machte schließlich per Foulelfmeter die Kölner Niederlage perfekt. Elvis Rexhbecaj (84.) gelang nur noch das Ehrentor - und zeigte sich hinterher fassungslos, über die ersten 20 Minuten, in denen die Borussia sein Team regelrecht vorführte: "Ich konnte es nicht glauben, da fehlen einem sogar auf dem Platz die Worte."

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