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München - Daniel Baier spricht im CHECK24 Doppelpass über seine Zeit als aktiver Profi. Neben einer Anekdote über sein Spiel gegen Ribéry legt er auch eine Beichte ab.

Eigentlich war Daniel Baier in seiner aktiven Karriere im Mittelfeld beheimatet. Doch im November 2007 musste er plötzlich als Rechtsverteidiger auflaufen. Sein Gegenspieler damals: kein Geringerer als Franck Ribéry.

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Im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 erzählte der 36-Jährige, wie es dazu kam. "Felix Magath war damals unser Trainer in Wolfsburg, wir haben in München gespielt", erzählte Baier. Vor dem Spiel schrieb Magath die Aufstellung an eine Tafel. Beim Rechtsverteidiger angekommen, stoppte er plötzlich.

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"Er drehte sich zu mir um und fragte: 'Kennst du Ribéry? Du spielst heute gegen ihn.' So bin ich Rechtsverteidiger geworden", erklärte Baier, der nach seiner Zeit bei den Wölfen auch langjähriger Kapitän des FC Augsburg war und im Sommer 2020 seine Karriere beendete.

Baier: "Ribéry kann man nicht ausschalten"

Hundertprozentig aufgegangen ist Magaths Schachzug nicht. Ribéry erzielte beim 2:1-Sieg der Münchner einen Treffer. "Ribéry kann man nicht ausschalten, wir haben auch verloren. Es war aber ganz gut." Baier durfte danach noch einige Partien hinten rechts spielen.

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Außerdem verglich Baier seine Anfangszeit als Profi mit der Gegenwart und zog einen Vergleich. "Heute ist es leichter als früher. Das Training ist viel individueller. Früher sind wir alle eine Stunde in den Wald gegangen. Wer das geschafft hat, war gut", bilanzierte Baier.

Generell sei seit dem Beginn seiner Profikarriere kaum noch etwas so wie heute. "Alles hat sich gewandelt: Vor allem die Intensität und das Tempo, alles ist athletischer und schneller geworden - wie Zweikämpfe geführt werden. Da muss man im Alter dann mehr mit Auge versuchen auszugleichen", erklärte er. Auch Themen wie Ernährung genössen heutzutage einen deutlich höheren Stellenwert, zudem sei mehr Geld im Umlauf.

Baier spielte "oft krank"

Auch der Spieler wird heutzutage deutlich mehr überwacht als früher. "Alles wird im Training aufgezeichnet, auch die Herzfrequenz", erklärte Baier.

Der mentale Druck sei heute wie damals enorm, Schwäche zeigen quasi verboten. "Jeder Spieler spielt so ein bisschen eine Rolle. Keiner wird zugeben, dass er sich nicht wohl fühlt und der Druck ihm zu viel wird", ist sich Baier sicher.

Auch er selbst sei in der Vergangenheit auch öfter über seine Grenzen hinaus gegangen. "Ich war oft krank oder habe den Druck als besonders groß empfunden und habe trotzdem gespielt", beichtete er und fügte an: "Das zeigt man dann keinem. Man muss performen und dann wird die Leistung bewertet."

Im Sommer beendete Baier etwas überraschend seine aktive Karriere, obwohl er noch ein Jahr Vertrag in Augsburg hatte. "In Augsburg wurde mir schon gesagt, dass es schwer werden würde, eine Rolle zu finden", erklärte er.

Dabei hätte er durchaus noch woanders weiterspielen können, entschied sich aber dagegen. "Die Frage habe ich mir natürlich gestellt. Aber ich habe auch eine Frau und zwei Kinder, die zur Schule gehen - die reißt man da nicht einfach so raus, nur damit der Papa noch mal ein Jahr Spaß hat und Fußball spielen kann." In der Corona-Zeit sei es zudem nicht so einfach gewesen, das richtige zu finden.

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