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München - Für SPORT1-Experte Stefan Effenberg wäre Hansi Flick der logische Nachfolger von Joachim Löw als Bundestrainer. Doch wie und vor allem wann ließe sich das realisieren?

Champions League, Meisterschaft, DFB-Pokal, Supercup - Hansi Flick hat mit dem FC Bayern in diesem Jahr in diesem Jahr alle Titel abgeräumt, die es zu gewinnen gibt.

Warum nicht auch noch die Nationalmannschaft auf Vordermann bringen - ohne seine erfolgreiche Arbeit beim deutschen Rekordmeister aufzugeben?

Bundestrainer in Doppelfunktion? Flick muss lachen

Ein zugegeben gewagter Vorschlag, auf den Flick lachend reagierte. "Ist das Ihr Ernst? Nationaltrainer so ein bisschen nebenbei zu machen?", entgegnete der Bayern-Coach auf SPORT1-Nachfrage auf der Pressekonferenz am Freitag und ergänzte schmunzelnd: "Auch nicht schlecht, kann man sich ja mal überlegen."

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"Nein", schob Flick gleich hinterher, "Sie kennen mich ja alle ganz gut, ich lebe im Hier und Jetzt und meine Aufgabe ist es, diese Mannschaft, die herausragende Erfolge letzte Saison erzielt hat, auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten."

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Und seine tägliche Arbeit mit der Mannschaft und seinem Trainerteam mache ihm "wahnsinnig viel Spaß", betonte Flick einmal mehr. "Alles, was in der Zukunft ist, ist für mich einfach auch Zukunft. Daran denke ich überhaupt nicht", erklärte der Trainer des Jahres. (Bundesliga: Arminia Bielefeld - FC Bayern am Sa. ab 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Effenberg sieht Flick als logischen Löw-Nachfolger

Beim Gedanken an einen möglichen Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw kam SPORT1-Experte Stefan Effenberg jedenfalls gleich der Name Flick in den Sinn.

"Ich würde mich fast festlegen - auch wenn das noch etwas hin ist - dass er bald der neue Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft werden wird. Was auch logisch ist: Er kennt das Umfeld, er hat als Co-Trainer dort eine tolle Arbeit geleistet", sagte Effenberg am Donnerstag am Rande des DFB-Pokalspiels gegen den 1. FC Düren (3:0) auf SPORT1.

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Sollte der zuletzt zunehmend in die Kritik geratene Löw nach der EM im kommenden Jahr tatsächlich seinen Hut nehmen, stünde Flick aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zur Verfügung. Schließlich ist er vertraglich noch langfristig bis 2023 an die Bayern gebunden. Und wie gerne Flick an der Säbener Straße arbeitet, hat er gerade erst wieder betont.

Völler trainierte Nationalmannschaft und Leverkusen

So abwegig die Idee eines Doppeljobs als Bayern- und Bundestrainer auch klingen mag - gänzlich neu wäre sie nicht.

Auch Rudi Völler bekleidete nach der Affäre um Christoph Daum im Herbst 2000 für wenige Wochen den Job als DFB-Teamchef parallel zu seiner Aufgabe als Interimstrainer von Bayer Leverkusen.

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Flick nimmt Trainerkollegen in die Pflicht

Auch wenn es in anderen Sportarten durchaus solche Modelle gibt, erscheint eine solche Doppelfunktion auf dieser Ebene als Dauerlösung unpraktikabel.

Flick machte sich daher auch erneut für seinen früheren Chef stark, an dessen Seite er von 2006 bis 2014 als Co-Trainer der Nationalmannschaft gearbeitet und mit dem er 2014 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Brasilien den größten Erfolg gefeiert hat.

"Ich glaube, dass Jogi Löw einen sehr, sehr guten Job gemacht hat", betonte Flick und nahm seine Trainerkollegen in der Bundesliga und die Ausbildungskräfte in den Nachwuchsleistungszentren in die Pflicht. "Wir müssen einfach schauen, dass wir alle gemeinsam mithelfen, dass wir auf allen Positionen Topspieler ausbilden. Das ist unser Ziel. Da haben wir genügend Arbeit. Da müssen wir einfach auch den Bundestrainer unterstützen, absolut!"

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