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München - Die DFL muss in zwei Jahren ohne ihren Macher auskommen. Er hinterlässt aus mehreren Gründen große Fußstapfen, findet SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk.

Die Bundesliga ist in zwei Jahren ihren größten Macher los. Christian Seifert, Präsidiumssprecher der Deutschen Fußball-Liga (DFL), möchte seinen Vertrag 2022 nicht mehr verlängern. Sein Abschied bedeutet aus verschiedenen Gründen einen Verlust.
Seifert hat nicht nur die Medienerlöse von 400 Millionen Euro auf über eine Milliarde pro Jahr hochgejazzt. In der von vielen Skandalen erschütterten Führungsetage des deutschen Spitzenfußballs, siehe DFB, war er die letzte Konstante für seriöses Denken und Wirtschaften: ein Profi, der sogar die Politik von der Fortsetzung des Spielbetriebs in der Coronakrise überzeugte.
Der Zeitpunkt, dass sein geplanter Abschied nach 17 Jahren DFL ausgerechnet jetzt bekannt wird, erscheint bei näherem Hinsehen weniger überraschend. Die jüngste Ausschreibung der Medienrechte hat erstmals keine Steigerung der Erlöse ergeben, was man als erstes Signal werten kann, dass die Bundesliga die Grenzen ihres Wachstums erreicht hat.

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Tatsächlich zwingt die Coronakrise die Branche zu einer Demut, die keinen ambitionierten Manager Fantasie entfalten lässt. Wenn gleichzeitig das Mutterhaus DFB ständig einem Beben ausgesetzt ist und zu viele Laien ein Wörtchen beim Krisenmanagement mitreden wollen, ist es wohl ratsamer, auf dem eigenen Zenit eine neue Herausforderung anzunehmen.

Seiferts Erbe tritt in große Fußstapfen

Der Nachfolger tritt in große Fußstapfen. Als Christian Seifert vor fast zwei Jahrzehnten den DFL-Job antrat, mussten ihn Kollegen erst noch bei den Verantwortlichen in der Bundesliga- und Medienszene persönlich vorstellen. In der komplexen Fußballwelt von heute kann man sich keine Aufwärmrunde mehr leisten. Anders als beim DFB muss die erste Wahl sofort sitzen.
So steht mit der Personalie Seifert jetzt mehr auf dem Spiel als nur die Besetzung einer Spitzenposition: Es geht derjenige, der mit seinem messerscharfen Verstand und mit überzeugender Rhetorik wie kein zweiter Funktionär kleine und große Vereine auf eine gemeinsame Linie bringen konnte. Geknirscht hat es immer. Aber nie zu seinen Lasten.

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Fast ist man ja geneigt zu sagen, dass der weltweit größte Sportverband DFB einen wie Christian Seifert an der Spitze bräuchte. Aber warum sollte er sich das antun? Eher führt sein Weg an die Spitze eines Dax-Konzerns oder eines international agierenden Medienkonzerns. Die Bundesliga selbst wird ihn noch mehr zu schätzen wissen, wenn er nicht mehr an Bord ist.

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