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München - Thomas Müller ist der erfolgreichste deutsche Profifußballer. Für den Spieler des FC Bayern München stehen Titel aber nicht an erster Stelle. Es gehe ihm um etwas anderes.

Er steht wie vielleicht kein anderer für die Siegermentalität des FC Bayern München – Thomas Müller.

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Der 30-Jährige machte mit dem Gewinn des Supercups seinen 27. Titel perfekt macht und ist damit Deutschlands erfolgreichster Profifußballer. Und das, obwohl er nie der begnadete Techniker wie einige seiner Kollegen war. Müllers Stärken sind andere. Die vielleicht wichtigste: unbändige Gier.

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In einem Beitrag für das Onlineportal Linkedin gab das bayrische Urgestein jetzt einen Einblick ins Innerste des Triple-Siegers. Außerdem erklärte er, was ihn antreibt. Und das sind in erster Linie keine Titel.

"Jeder jagt nach ihm. Jeder will ihn, auch wenn ihn jeder anders definiert. Hat man ihn für einen kurzen Moment, hetzt man förmlich dem nächsten hinterher", erklärte Müller seine Gier nach Erfolg. Zum einen werde diese Gier von der Gesellschaft vorgegeben, zum anderen stecke sie in jedem Einzelnen.

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Thomas Müller zitiert Hansi Flick 

Erfolg habe allerdings auch unangenehme, herausfordernde Seiten. "Unser Trainer Hansi Flick hat uns dies mit folgendem Spruch verdeutlicht: 'Erfolg ist kein Besitz - er ist nur gemietet und jeden Tag ist die Miete fällig'", erklärte Müller. 

Nach der Corona-Pause zeigte sich die Flick-Elf von ihrer besten Seite hin und marschierte ungeschlagen zum Champions-League-Titel in Lissabon. Für Müller gibt es einen Hauptgrund dieses Erfolges. "Bei aller individueller Qualität war die mannschaftliche Geschlossenheit und der Wille eines jeden Einzelnen, das Ego dem Erfolg der Mannschaft unterzuordnen in jeder Sekunde auf dem Rasen spürbar."

Für Müller stünden im Fußball allerdings nicht Titel oder Trophäen im Vordergrund. Es gehe "immer nur darum, das Gefühl des Sieges zu spüren. Ob im Trainingsspiel, in der Bundesliga oder im Champions League-Finale."

Müller Antrieb: "Man will der Beste sein"

Müller erklärte weiter: "Man will der Beste sein. Für dieses Gefühl bin ich persönlich bereit an meine mentalen und körperlichen Grenzen zu gehen. Das ist es auch, was uns beim FC Bayern auszeichnet. Zu bestehen, auch wenn es Widerstände zu überwinden gilt."

Denn auch noch so einem Erfolg wie dem Triple-Sieg gibt es eine Menge Widerstände – vor allem mentale. Man wolle die Momente des Erfolges am liebsten Einfrieren. Doch genau hier käme ein Problem ins Spiel. "Man kann die Zeit nicht anhalten und die Erwartungshaltung nach großen Erfolgen bleibt enorm hoch. Man legt sich quasi seine eigene Messlatte für die kommenden Aufgaben. Man ist nun in ganz Europa die 'gejagte Mannschaft', die jeder unbedingt schlagen will", schrieb Müller.

Es sei eine enorme Herausforderung, unter diesen Umständen weiterhin die Entwicklung der eigenen Performance beizubehalten. "Gerade unser Kopf, das Mentale ist jetzt gefordert. Es wird einem von außen nun gewissermaßen zugestanden, es erstmal etwas lockerer anzugehen und den ein oder anderen Schritt weniger zu machen", erklärte der Weltmeister von 2014. Doch der Spielplan duldet keine Pause.

Zwei Wochen Urlaub seien für Müller sehr knapp gewesen, um alles Erreichte einzuordnen und mental zu verarbeiten. Nach dem furiosen 8:0-Erfolg zum Saisonauftakt über Schalke 04 hätten die knappen Siege im nationalen und internationalen Supercup zwar weiterhin die Siegermentalität gezeigt, jedoch einige Schwächen offenbart. "Unsere erste Niederlage nach 10 Monaten gegen Hoffenheim hat die Herausforderungen der aktuellen Phase dann verdeutlicht."

Es gelte, den Schalter wieder umzulegen. "Der Performancemodus kennt aus meiner Erfahrung keine Vergangenheit", gibt der Offensivspieler die Marschrichtung vor. Es ginge im Fußball wie im Leben immer um die nächste Aufgabe.

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