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Union Berlins Präsident Dirk Zingler verteidigt seinen Verein gegen die Kritik
Union Berlins Präsident Dirk Zingler verteidigt seinen Verein gegen die Kritik © Imago
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München - Dirk Zingler, Präsident von Union Berlin, fordert seit Monaten die Zulassung von Fans in den Stadien. Dafür wird er stark kritisiert. Der Klub-Boss wehrt sich.

Union Berlins Präsident Dirk Zingler verteidigt in einem Schreiben an die rund 32.000 Mitglieder des Bundesligisten die Forderungen des Vereins, trotz der Corona-Pandemie Veranstaltungen durchzuführen und Zuschauer in die Stadien zu lassen. In den vergangenen Monaten waren die Berliner dafür häufig kritisiert worden. 

"Liebe Unioner, es gibt keinen Grund zur Sorge, dass wir unseren moralischen Kompass verloren hätten. Das ist nicht der Fall", versicherte Zingler in dem Text.

"Seit Monaten engagieren wir uns dafür, die Bedingungen der Corona-Pandemie aktiv anzunehmen, statt abzuwarten, was passiert. Wir bemühen uns, Lösungen zu entwickeln, um notwendigen Infektionsschutz und gesellschaftliches Leben miteinander zu verbinden. Wir nehmen die Pandemie ernst und unsere Verantwortung als Veranstalter wahr", schrieb Zingler weiter.

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"Wer in den letzten Wochen eine Veranstaltung in unserem Stadion besucht hat, egal ob ein Fußballspiel, ein Fantreffen oder eine Buchlesung, wird das bestätigen können." (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga).

Am Samstag hatten 4.500 Zuschauer das 1:1 gegen den SC Freiburg im Köpenicker Stadion gesehen. Das war nur möglich, weil eine erweiterte Maskenpflicht eingeführt und auch deshalb Grünes Licht des zuständigen Gesundheitsamtes Treptow-Köpenick erteilt wurde. Die Kritik hatte trotz des abgesegneten Konzepts aufgrund der steigenden Corona-Zahlen noch einmal zugenommen.  

Zingle wehrt sich gegen Kritik

"Unsere Aufgabe ist es, diesen Rahmen verantwortungsvoll zu nutzen und möglichst sichere Veranstaltungsangebote zu schaffen. Das haben wir in den vergangenen Wochen und auch in diesem Fall (das Spiel gegen Freiburg) in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt von Treptow-Köpenick getan, und das wollen wir auch weiterhin tun", wehrte sich der 56-Jährige.

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Er hatte bereits im August für Aufsehen gesorgt mit der Aussage, dass Vereine nicht immer explizit nach der Erlaubnis für die Durchführung von Events bitten müssten: "Der Staat muss gut begründen, warum er sie (Veranstaltungen) absagt. Das ist die Betrachtungsweise."

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Dem Klubchef missfällt auch, dass die Vereine vor allen Heimspielen erst ganz kurzfristig planen können mit Zuschauerzahlen. Er wünscht sich "von der Politik, dass klarer kommuniziert wird, was aus guten Gründen erlaubt ist und was aus ebenso guten Gründen verboten ist". Wie alle Veranstalter sei man darauf angewiesen, dass man "von der Politik einen verlässlichen Handlungsrahmen zur Verfügung gestellt" bekomme.

So voll war die Tribüne von Union Berlin gegen Freiburg am Wochenende
So voll war die Tribüne von Union Berlin gegen Freiburg am Wochenende © Imago

Wie viele Fans darf Union ins Stadion lassen?

Das Union-Beispiel zeigt die Probleme für die Profivereine. Gegen Freiburg durften noch 4.500 Menschen die Partie sehen. Ob überhaupt, und wenn ja wie viele Fans, in gut zwei Wochen beim Heimspiel gegen Bielefeld ins Stadion dürfen, ist fraglich. Bis zum 31. Dezember gilt nach aktuellem Stand in Berlin für Veranstaltungen im Freien eine Obergrenze von 5000 Teilnehmern.

Am Dienstag könnten in Berlin neue Regelungen in Kraft treten. Dabei waren in der Hauptstadt erst am Samstag die neue Verschärfungen in Kraft getreten.

Zudem ist es noch keine Woche her, dass Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu Kultur- und Profisport-Veranstaltungen erklärt hatte: "Bisher ist unsere Erkenntnis, dass von diesen geordneten Veranstaltungen mit entsprechenden Regeln, die auch sehr streng eingehalten werden, kein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht. (...) Nach heutigen Erkenntnissen können wir diese Dinge weiter zulassen."

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