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München - Der öffentliche Verhandlungspoker mit dem FC Bayern kratzt am Image von David Alaba. Dabei beschreiben ihn Weggefährten als Teamplayer, Kumpel und Mentor.

David Alaba vor einem Meer aus Kerzen. Den Blick gesenkt, die Hände verschränkt.

"Zurück in meiner Heimatstadt Wien ... und meine Gedanken sind bei allen Opfern, den Verletzten und ihren Angehörigen, die von der fürchterlichen Terror-Attacke betroffen waren", schrieb der Österreicher auf Instagram zu einem Bild, das ihn am Schwedenplatz in Wien zeigt. Vier Menschen ließen an jenem Tag in Österreichs Hauptstadt ihr Leben. 

Alabas starke Botschaft: "Wir alle müssen zusammenstehen für den Frieden in unserer Welt. Gott schütze euch alle".

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Klar zeichnet sich das Bild eines nachdenklichen, empathischen Menschen, dessen Horizont den des Fußball-Alltags weit übertrifft. 

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Es sind Bilder, wie sie Bayern-Anhänger seit Jahren kennen. Nicht umsonst wurde Alaba, der auch als Spaßvogel bekannt ist, zum absoluten Publikumsliebling bei den Fans der Roten.

Vertragspoker kostet Alaba viele Sympathien

Doch zuletzt hat die heile Bayern-Welt Risse bekommen.

George Alaba sagte der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Dienstag, sein Sohn sei "so enttäuscht und verletzt, weil so viele falsche Dinge in der Öffentlichkeit transportiert werden".

Wie David Alaba seine Zukunft nun plant, kann auch sein Vater nicht sagen. "Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird", sagte er und fügte hinzu: "Er ist mental stark und kann mit der Sache entspannt umgehen."

Der Vertragspoker hat Alaba Sympathien gekostet. Egoismus in harten Corona-Zeiten ist ein Schlagwort, das häufig fällt.

Richards: Alaba mein Mentor

Lässt man ehemalige und aktuelle Weggefährten zu Wort kommen, liegt dem Münchner Abwehrchef allerdings nichts ferner.

So zum Beispiel den jungen Teamkollegen Chris Richards, der 2018 als 18-Jähriger vom FC Dallas zum Campus des FC Bayern wechselte, und wie Alaba Mitglied der Münchner Freikirche Hillsong Church ist. 

Richards bezeichnet Alaba, der sich auch für Richards' Spitznamen "Texas" verantwortlich zeigt, sogar als seinen Mentor. "Ihm war klar, dass ich aus einer komplett anderen Welt komme. Ich musste sozusagen lernen, wie es hier läuft", sagt der in Alabama geborene Richards in einem Talk auf fcbayern.com.

Ähnlich wie einst Franck Ribéry, der dem jungen Alaba in seiner Anfangszeit in München zur Seite stand und später ein enger Freund wurde, profitiert nun Richards von der Erfahrung und Hilfsbereitschaft seines Kollegen. 

Alaba habe ihm seine Nummer gegeben, "damit ich ihn kontaktieren konnte, falls ich mit irgendetwas Hilfe brauchte, selbst für Dinge, die nichts mit Fußball zu tun haben".

Koller macht Alaba zum Kapitän

Tut jemand einem neuen Teamkollegen einen solchen Gefallen, wenn er nur auf sein eigenes Wohl bedacht ist, für den Loyalität zum Verein ein Fremdwort ist? Auch Marcel Koller hat da andere Erfahrungen gemacht.

Er trainierte den heute 28-Jährigen zwischen 2011 und 2017 in der österreichischen Nationalmannschaft, berief ihn 2016 in den EM-Kader und machte ihn ein knappes Jahr später zum Kapitän von Rot-Weiß-Rot.

"Ich habe ihn immer als sehr begeisterungsfähig, siegeshungrig und mit sehr viel Teamgeist erlebt", sagt der 59-Jährige, der zuletzt in seiner Schweizer Heimat beim FC Basel tätig war, bei SPORT1.

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Auf dem Feld setzte er Alaba zumeist im defensiven Mittelfeld ein. "Für mich war David immer sehr wichtig im Mittelfeld-Zentrum, weil er eine sehr schnelle Wahrnehmung und eine gute Technik hat", erklärt Koller. Darüber hinaus könne er auch die Stürmer sehr gut einsetzen und sei selbst torgefährlich.

Mittlerweile überzeugt Alaba unter Kollers Nachfolger Franco Foda im ÖFB-Team als Linksverteidiger. Bei den Bayern bekleidet er seit der vergangenen Saison schon wieder eine neue Position und spielt an der Seite von Jérôme Boateng in der Innenverteidigung.

"Ich habe schon oft gezeigt, dass ich auf mehreren Positionen spielen kann", sagte Alaba vor den anstehenden Länderspielen der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

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Alaba beweist Vielseitigkeit

Damit hat er Recht. Seit er 2008 im Alter von 16 Jahren von Austria Wien als Talent zum FC Bayern wechselte, kam er dort schon auf drei Positionen zum Einsatz und machte seine Sache überall gut.

Obwohl zunächst das zentrale Mittelfeld seine Lieblingsposition war, ließ er sich von seinem ersten Profi-Trainer Louis van Gaal als Linksverteidiger einsetzen. Dabei blieb es bis auf einige Ausnahmen lange Zeit, bis der junge Alphonso Davies bei den Bayern auf dieser Position einschlug.

Auch den Wechsel in die Innenverteidigung nahm Alaba - zumindest nach außen - klaglos hin. Obwohl er, so ist immer wieder zu hören, lieber im defensiven Mittelfeld spielen würde.

Intern verhielt sich Alaba aber völlig kollegial. So sagte er Davies auf seiner Position sogar eine großartige Zukunft voraus. "Er ist ein Riesentalent und hat sehr großes Potenzial", schwärmte Alaba vor knapp einem Jahr: "An ihm werden wir sicherlich noch sehr viel Freude haben."

Davies wiederum legt sehr viel Wert auf die Ratschläge seines älteren Teamkollegen. "Er ist wirklich ein Kumpel von mir. Er sagte zu mir: 'Wenn es Zeit für Party ist, leb' das Leben und hab' Spaß. Wenn die Zeit zum Rumhängen ist, häng' rum. Aber wenn die Saison läuft, Training ansteht, krempel' die Ärmel hoch, dann gib Vollgas auf dem Platz'", berichtete der Kanadier einmal in einem Live-Video auf Instagram.

Alaba mag insbesondere in Kombination mit seinem Berater Pinhas Zahavi für die Bayern-Verantwortlichen ein sehr, sehr schwieriger Verhandlungspartner sein.

Sollte er München tatsächlich verlassen und zu einem anderen Verein wechseln, würden die Bayern aber in jedem Fall einen sehr wertvollen Defensivspieler verlieren.

Und seine Teamkollegen einen guten Freund und Mentor.

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