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Borussia Dortmund befindet sich auf der Suche nach einem Trainer, der ab dem kommenden Sommer übernehmen soll. Die heißeste Spur führt nach Mönchengladbach.

"Er steht am Anfang einer großen Karriere, nicht mehr und nicht weniger", sagte Hans Meyer am Sonntag über Gladbachs Trainer Marco Rose im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1

Das Präsidiumsmitglied von Borussia Mönchengladbach bezog sich dabei auf das große Thema, das die Entlassung von Lucien Favre bei Borussia Dortmund losgetreten hat. Wer übernimmt den BVB ab dem Sommer? 

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Denn nach SPORT1-Informationen soll Favres direkter Nachfolger Edin Terzic, der bislang als Co-Trainer der Schwarz-Gelben fungierte, nur bis 30. Juni 2021 hauptverantwortlich sein. BVB-Sportdirektor Michael Zorc widersprach dem bei Terzics Vorstellungs-Pressekonferenz am frühen Montagnachmittag auch nicht.

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"Ich glaube, dass es zielführend ist, den Vertrag (mit Terzic, Anm.d.Red.) bis zum Sommer 2021 zu machen. Wir haben bis dahin mindestens 26 Spiele - ich hoffe mehr. Der Fokus ist darauf gelegt, die Mannschaft jetzt wieder ins positive Fahrwasser zu bekommen. Der Sommer ist weit weg und das werden wir noch alles besprechen."

Terzic ist also der Mann für den kurzfristigen Effekt und soll nach SPORT1-Informationen im Sommer wieder ins zweite Glied rücken. Der Nachfolger als Chefcoach könnte dann von den Fohlen kommen. Marco Rose soll neben Julian Nagelsmann einer von zwei Wunschkandidaten der BVB-Bosse sein. Eine Verpflichtung von Nagelsmann erscheint unrealistisch, doch Rose und der BVB - da knistert es schon länger. 

Rose besitzt Ausstiegsklausel im Sommer 2021

Die Borussen sollen nach Informationen der Ruhr Nachrichten bereits vor einiger Zeit mit Rose Kontakt aufgenommen haben. Den BVB-Verantwortlichen gefallen die Art des Coachings und der Fußball, den der gebürtige Leipziger spielen lässt. Und der besitzt nach SPORT1-Informationen eine Ausstiegsklausel für den kommenden Sommer in seinem bis 2022 laufenden Vertrag.

"Momentan ist er beim richtigen Verein, das soll auch so bleiben. Er passt perfekt zu Borussia Mönchengladbach. Aber wir kennen ja die Geschichte, dass dann ganz große Vereine kommen und unsere wichtigsten Protagonisten anfragen", sagte Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl erst am Samstag im ZDF-Sportstudio. "Und dann ist es nicht meine Entscheidung. Ein Trainer oder jeder Spieler oder jeder Sportdirektor kann das frei entscheiden."

Es sei eben ein "Reflex, wenn bei den Großen was passiert, ist ein Spieler, Trainer von Gladbach woanders im Gespräch", ergänzte er am Montag in einer Medienrunde. "Wir sind froh, dass Marco bei uns ist, sich für uns entschieden hat. Da werden die Gespräche stattfinden. Ob es dann eine Klausel gibt oder nicht, ist völlig irrelevant, wenn ein Trainer wegwollen würde. Wir wollen mit Marco Rose in die Zukunft gehen, das ist unser Ziel."

Meyer hatte noch am Sonntagmittag im CHECK24 Doppelpass gescherzt: "Wenn ich Marco Rose loswerden wollte, dann würde ich es nicht schaffen, da mich die anderen drei im Präsidium überstimmen würden." Doch es ist gut möglich, dass das Präsidium der Fohlen einen baldigen Abgang des 44-Jährigen gar nicht verhindern kann.

Watzke hält sich bei Rose bedeckt

Borussia Dortmund lässt sich diesbezüglich angesichts des gerade erst vollzogenen Trainerwechsels noch nicht in die Karten schauen. "Wir haben verschiedene Optionen. Über den 30.Juni hinaus ist noch überhaupt keine Entscheidung gefallen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Bild.

Es bestehe "momentan keinerlei Notwendigkeit" von einer Klausel Roses zu wissen. "Ich weiß nicht, ob es stimmt, dass er eine hat. Das interessiert mich auch nicht. Ich finde es auch grenzwertig, dass über Trainer gesprochen wird, die bei anderen Vereinen gute Arbeit leisten. Man müsste da mehr zu den Fakten zurückkehren."

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Rose hatte als Spieler beim VfB Leipzig, Hannover 96 und dem FSV Mainz 05 gekickt. Als Trainer hatte er sich dann bei RB Salzburg einen Namen gemacht. Bei den Österreichern hatte er zunächst als Jugendcoach gearbeitet und dann von 2017 bis 2019 als Cheftrainer agiert. In dieser Zeit wurde Rose mit den Salzburgern zweimal Meister in Österreich. 

Meyer: "Wissen nicht, ob Rose ein Meistertrainer ist"

Gladbach führte er in seiner ersten Saison in die Champions League, in dieser Spielzeit überstand er mit den Fohlen die Gruppenphase. In der Bundesliga steht er mit der Borussia derzeit auf Rang acht, allerdings nur zwei Punkte hinter der anderen Borussia aus Dortmund. 

Wenn Rose den Schritt aus Mönchengladbach nach Dortmund machen sollte, dann wäre er bei einem Klub, der in Deutschland höchste Ambitionen hat und im Jahr 2012 die letzte Mannschaft war, die vor den Bayern deutscher Meister werden konnte. 

Meyer weiß, was in Dortmund auf Rose zukommen würde, bremst aber die Erwartungen: "Wir wissen noch nicht, ob er ein Meistertrainer ist. Das müssen wir sehen. Momentan macht er es überragend. Es gibt aber auch viele Trainer, die nie Meister wurden und trotzdem überragende Arbeit abgeliefert haben."

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