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Dortmunds Trainer macht einiges anders als sein Vorgänger Lucien Favre. Einige Änderungen sind beim Sieg in Leipzig augenscheinlich.

Immer wieder hallte die Stimme von Edin Terzic durch das Leipziger Stadion.

"Push", "press" oder "stay close" rief der Trainer von Borussia Dortmund.

Knappe, prägnante Anweisungen. Häufig auch in Englisch.

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Was beim 3:1-Sieg des BVB auffiel: Terzic trieb den BVB lautstark an, betrieb ein energisches Coaching von der Seitenlinie aus.

Zorc: "An den richtigen Stellschrauben gedreht"

Etwas, das sein Vorgänger Lucien Favre zumeist hatte vermissen lassen.

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Den Spielern scheinen Terzics direkte Kommandos während des Spiels Sicherheit und zusätzliche Motivation zu geben. (So schaffte der BVB die Wende gegen Leipzig)

Und auch den Verantwortlichen gefällt das Wirken des neuen Trainers. "Edin hat an den richtigen Stellschrauben gedreht. Er hat einen sehr guten Zugang zur Mannschaft, führt viele Gespräche und ist auch an der Seitenlinie sehr aktiv", sagte Sportdirektor Michael Zorc im SPORT1-Interview.

Generell fällt auf: Anders als Taktik-Nerd Favre stellt Terzic derzeit einen rustikaleren Spielansatz in den Vordergrund. 

Ein Schlachtruf der Fans dient als Vorbild – wie Terzic freizügig einräumte: "Auf geht’s Dortmund, kämpfen und siegen!"

Der CHECK24 Doppelpass am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Wohl lange nicht hatte man eine Dortmunder Mannschaft so viele Zweikämpfe führen - und vor allem gewinnen sehen – wie in Leipzig. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Die Herangehensweise hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn in der ersten Halbzeit bei uns offensiv nicht viel zusammengelaufen ist, haben alle für den Mannschaftserfolg gearbeitet. Das muss der Schlüssel und der Maßstab für die nächsten Wochen sein", sagte Zorc.

Reif: "Sie haben das Spiel abgearbeitet"

Ähnlich sahen es die Gäste im CHECK24 Doppelpass.

"Sie haben in der ersten Halbzeit das Spiel gearbeitet, Bälle weggeprügelt und so ins Spiel gefunden", fand Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic lobende Worte für Dortmunds neue Spielweise und fügte hinzu: "In der zweiten Halbzeit haben sie spielerisch leicht tolle Tore erarbeitet."

SPORT1-Experte Marcel Reif befand: "Sobald eine andere Mannschaft nicht mitspielen wollte, sobald Wind entgegenkam, wurde es schwierig. Gestern haben sie das Spiel abgearbeitet, das ist viel erfolgsversprechender."

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

"In einem Topspiel muss man immer aggressiv sein", sagte Emre Can, der nach einer halben Stunde für den schwer an der Achillessehne verletzten Axel Witsel eingewechselt wurde und der Mannschaft im defensiven Mittelfeld durchaus eine Extra-Portion Mentalität verlieh.

Terzic setzt auf klare Hierarchie

Was auch auffällt: Terzic, der mindestens bis zum Saisonende als Cheftrainer fungieren soll, setzt auf eine klare Hierarchie. Während Favre häufig rotierte, vertraut sein damaliger Assistent bislang weitgehend dem gleichen Stammpersonal.

Spieler wie Julian Brandt, die unter Favre unbedingten Zweikampfwillen vermissen ließen, sind derzeit klar zweite Wahl. In Leipzig wurde Brandt erst spät eingewechselt.

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Terzics hauptsächliche Führungsspieler sind Kapitän Marco Reus, der von einem "deutlichen Schritt sprach vorne" sprach, und Vize-Kapitän Mats Hummels, der Ende des Jahres in aller Öffentlichkeit mehr Erwachsenenfußball eingefordert hatte. Als eine Art Doppelspitze auf dem Platz gehen Reus und Humels in Sachen Verantwortung nun gemeinsam voran.

Zudem scheint Terzic vorherige Sorgenkinder wie Jadon Sancho wieder in die Spur zu bringen. Mit dem 20 Jahre alten Engländer führt der Trainer immer wieder Einzelgespräche.

Sancho blüht unter Terzic deutlich auf. In der Vorwoche traf er gegen den VfL Wolfsburg zum 2:0-Endstand. In Leipzig erzielte er die wichtige 1:0-Führung, bereitete das 2:0 durch Erling Haaland vor.

Haalands Rückkehr beflügelt

Haalands Rückkehr nach überstandenem Muskelfaserriss in der Wade kommt Terzic und dem BVB natürlich zusätzlich zugute.

In Leipzig zeigte der Norweger in seinem zweiten Spiel nach seiner Genesung wie wichtig er mit seiner Wucht und Willensstärke für Dortmund ist, markierte in seinem 25. Bundesligaspiel die Tore Nummer 24 und 25.

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