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München - Der FC Bayern hat aktuell ein Rechtsverteidiger-Problem. Dennoch soll Kimmich auf der Sechs bleiben. Trainer Flick spricht über die Formkrise von Pavard und Sarr.

"Joshua wird auf der Sechs spielen."

Das stellte Bayern-Trainer Hansi Flick auf der Pressekonferenz vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach unmissverständlich klar. (Bundesliga: Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER)

Flick schob damit jeglichen Spekulationen, die Kimmich als Lösung für das aktuelle Rechtsverteidiger-Problem beim FC Bayern vorsehen, sofort einen Riegel vor.

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Dabei hatte der deutsche Nationalspieler am vergangenen Spieltag eine überragende Leistung gezeigt, als er bei der Partie gegen Mainz 05 für den erneut enttäuschenden Benjamin Pavard in der zweiten Hälfte die Rolle rechts hinten übernahm.

Auch dank dieser Änderung drehte der Bundesliga-Spitzenreiter das Spiel und siegte trotz eines 0:2-Rückstands zur Pause letztlich doch noch souverän mit 5:2.

Verletzung bringt Pavard außer Tritt

Wer gegen Gladbach die Rechtsverteidiger-Position übernimmt, ist noch ungewiss. Wahrscheinlich wird jedoch Pavard trotz seines Formtiefs noch einmal eine Chance erhalten.

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Flick nahm den Franzosen vor dem Spiel jedenfalls in Schutz: "Benji hat wie viele andere Spieler eine sehr gute Rückrunde oder auch ein gutes Jahr 2020 gehabt. Bis zu seiner Verletzung war er einer der konstantesten Spieler."

Pavard hatte sich Ende Juli einen Bänderriss zugezogen und drohte für das gesamte Champions-League-Finalturnier auszufallen. Doch dank einer Blitzheilung kehrte der 24-Jährige bereits im Halbfinale wieder in den Kader zurück.

"Ich bin drei Wochen voraus, was die Erholungszeit angeht. Jeden Morgen habe ich in meinem Zimmer die Hymne der Champions League abgespielt. Ich wollte für das Team da sein", sagte Pavard damals bei RMC Sport.

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Flick: Das fehlt Pavard aktuell

Diese Einstellung ehrt ihn - doch Flick glaubt auch, dass Pavards Versuch "relativ schnell wieder zur Verfügung zu stehen" ein Grund für dessen aktuelle Formschwäche ist. Der Bayern-Trainer hat bei Pavard vor allem eine Baustelle im Vergleich zur Zeit vor dessen Verletzung ausgemacht.

"Ihm fehlt aktuell etwas die Bereitschaft, die Linie rauf und runter zu marschieren. Er ist vielleicht nicht bei 100 Prozent. Das macht schon einiges aus. Es fehlen Trainingseinheiten", sagte Flick, der aber zugleich ankündigte, dass Pavard jede Unterstützung von ihm und dem Verein erhalte, um zu alter Stärke zu finden.

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Das wäre wichtig für die hohen Ziele des Klubs, denn ein neuen Rechtsverteidiger wird im Winter-Transferfenster nach SPORT1-Informationen nicht mehr kommen. Für Flick kein allzu großes Problem. Er betonte, dass der aktuelle Kader eine "gute Qualität" habe und er "unsere Ziele nicht gefährdet" sehe.

Sarr enttäuscht beim FC Bayern

Zumal Flick erst im Sommer einen Spieler für genau jene Position bekommen hat: Bouna Sarr. Dieser zeigt bisher jedoch enttäuschende Leistungen und ist in der aktuellen Form keine Lösung für die Problemstelle rechts hinten.

Dass die Neuzugänge um den Franzosen und den defensiven Mittelfeldspieler Marc Roca sich so schwer tun bei Bayern, liegt für Flick auch daran, dass diese Spieler in eine Mannschaft kommen, "die rein von der Philosophie sehr mutig agiert".

Zudem würden Spielern wie Roca und Sarr "Trainingseinheiten fehlen", da sie "relativ spät gekommen" sind. Aber Flick ist überzeugt: "Wir sind auf dem Weg. Marc Roca hat verletzt gefehlt, auch Bouna Sarr hat eine längere Verletzungspause hinter sich."

Angesichts der vielen Gegentore (21), die der FC Bayern in dieser Saison bereits kassierte, wird Flick daher nicht müde zu betonen, dass der Klub "trotzdem Tabellenführer in einer schwierigen Phase ist, das darf man nicht vergessen".

Kimmich spielt lieber auf der Sechs

Das ist vor allem der mit Abstand treffsichersten Offensive (44 Tore) der Liga zu verdanken. Diese erlaubt Flick, noch etwas länger abzuwarten, ob Pavard zu alter Stärke findet oder Sarr aufblüht. Das ist auch im Interesse von Kimmich, der die Sechs stets als seine Lieblingsposition bezeichnete.

Flick könnte theoretisch sogar Alphonso Davies hinten rechts ausprobieren. Der junge Kanadier hat sich zwar aktuell hinten links festgespielt, war in der Vergangenheit jedoch schon einmal als Rechtsaußen aufgelaufen.

Und sollte sich das Problem doch nicht in absehbarer Zeit lösen lassen, kann Flick für die heiße Phase in der Bundesliga und Champions League immer noch umbauen. Kimmichs Leistung gegen Mainz hat gezeigt, dass er jederzeit auch dort übernehmen kann.

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