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München - Das Diamantenauge hat eine Mannschaft geformt, die begeistert. Stuttgarts Auftritte sind Fluch und Segen – doch der Sportdirektor ist gewappnet.

Eigentlich könnte sich Sven Mislintat etwas zurücklehnen.

Eine Woche vor Weihnachten wurde der Vertrag des Sportdirektors beim VfB Stuttgart vorzeitig bis 2023 verlängert. Sportlich überzeugt der Aufsteiger mit erfrischendem Fußball und guten Ergebnissen, Mislintat genießt einen hervorragenden Ruf und viele der jungen Wilden wie Nicolás González und Silas Wamangituka haben langfristige Verträge bis 2024.

Doch Müßiggang ist Mislintats Sache nicht. Und mit ihren Erfolgen in der Bundesliga wecken die Spieler Begehrlichkeiten größerer Klubs. Das weiß auch Mislintat, der am Sonntag zu Gast im CHECK24 Doppelpass ist. "Wir sind schon extrem attraktiv gerade", betonte der 48-Jährige zuletzt. 

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Der CHECK24 Doppelpass mit Sven Mislintat am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Coulibaly als Sancho-Ersatz nach Dortmund?

Erst Anfang der Woche kamen Gerüchte auf, wonach Borussia Dortmund Interesse an einer Verpflichtung von Tanguy Coulibaly habe.

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Beim BVB sei der 19-Jährige als möglicher Ersatz im Falle eines Abgangs von Jadon Sancho im Visier. Nachhaltigen Eindruck hatte Coulibaly insbesondere bei Stuttgarts 5:1-Sieg in Dortmund hinterlassen, bei dem er die Dortmunder nicht nur kräftig durcheinanderwirbelte, sondern auch ein Tor erzielte. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Nach SPORT1-Informationen fühlt sich Coulibaly in Stuttgart wohl und liebäugelt nicht mit einem Wechsel. Das Beispiel zeigt aber auch: Mislintat muss auf der Hut sein.

Müller bezeichnet Mislintat als "Workaholic"

Seit 2019 ist Mislintat in Stuttgart und hat eine Mannschaft geformt, die begeistert. Doch anders als in Dortmund, wo er sich als Chefscout den Beinamen "Diamantenauge" verdiente, ist er als Sportdirektor in Stuttgart nun auch dafür verantwortlich Spieler zu halten. Umso schwieriger ist die Aufgabe, da Mislintat in Coronazeiten mit einem deutlich niedrigeren Etat auskommen muss.

Für VfB-Legende Hansi Müller ist Mislintat der richtige Mann. "Er ist ein Workaholic", sagte Müller im SPORT1-Interview: "Einer, der sich voll reinhaut und mit der Aufgabe gewachsen ist."

Einige Trümpfe hält Mislintat in der Hand. Das sind zum einen die langfristigen Verträge einiger begehrter Spieler. "Wir können Angebote abwehren, wir müssen nicht verkaufen", sagte Mislintat Anfang der Saison im SPORT1-Interview. Die Ausgangssituation hat sich nicht geändert.

Die nächsten Talente stehen parat

Auf der anderen Seite laufen die Verträge von sechs Spielern aus. Holger Badstuber, der in die Regionalliga abgeschoben wurde, hat definitiv keine Zukunft mehr im Verein. Auch Kapitän Gonzalo Castro könnte den VfB verlassen. (Tabelle der Bundesliga)

Sollte Mislintat doch einen Leistungsträger verlieren, stehen die nächsten Talente aber schon parat, um eine Lücke auch intern schließen zu können. Denn die Weichen für die Zukunft hat er längst gestellt. Als große Hoffnung gilt unter anderem der 18-jährige Alkhaly Momo Cissé.

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