Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Der CHECK24 Doppelpass analysiert das Chaos auf Schalke. Für Thorsten Fink hat vor allem die Führungsriege versagt. Stefan Effenberg geht auf die Spieler los.

Das Beben auf Schalke erschüttert Fußball-Deutschland - klar, dass auch der CHECK24 Doppelpass das Chaos in Gelsenkirchen thematisierte.

Nachdem die Königsblauen Sonntag Sportvorstand Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether, Cheftrainer Christian Gross, Co-Trainer Rainer Widmayer und Athletik- und Fitnesschef Werner Leuthard freistellten, stellt sich die Frage, wie es jetzt weitergeht.

"Man kann dort jetzt einiges wieder aufbauen", sagte Torsten Fink. Für den früheren HSV-Trainer liegt die Ursache der Schalker Krise nicht unbedingt bei den Spielern, sondern viel mehr in der Führungsebene. "Man muss nicht immer nur auf die Spieler draufhauen. Der Fisch stinkt zuerst immer vom Kopf. Wenn die Führungsetage keine Richtung hat, können die Spieler nicht folgen."

Anzeige

SPORT1 zeigt im DFB-Pokal-Viertelfinale das Duell Jahn Regensburg – Werder Bremen am 2. März ab 17.30 Uhr LIVE im TV und im STREAM - mit ausführlichen Vor- und Nachberichten und "Mixed Zone – Die Volkswagen Tailgate Tour Live"

Bestes Beispiel dafür sei die Elfmeterszene gewesen, findet SPORT1-Experte Stefan Effenberg. "Dass da einer kommt, der schon sechsmal suspendiert wurde und sich den Ball schnappt (Nabil Bentaleb, d.R.) - in einer guten Schalke Phase - das zeigt mir, dass es in dieser Mannschaft keinerlei Hierarchie gibt."

Meistgelesene Artikel

Effenberg: "Das ist jetzt ein Charaktertest"

Für Effenberg ist Bentalebs Vorpreschen allerdings nicht nur negativ behaftet. "Einerseits kann man es positiv sehen. Er will Verantwortung übernehmen. Andererseits hat eine gesunde Mannschaft eine Hierarchie und die klären in so einer Situation selbstständig, wer den Elfer schießt."

Im Gegensatz zu Fink geht der frühere Bayern- und Gladbach-Star auf die Spieler los - vor allem auf die Profis, die bei Schneider vorstellig wurden, um sich über Gross zu beschweren. 

"Führungsspieler verhalten sich nicht so. Das macht man nicht. Sollte es so sein, dass sie die Ablösung von dem Trainer gefordert haben. Da sollte man die Eier in der Hose haben und zuerst mal das Gespräch mit dem Trainer suchen. Damit haut man das Messer in den Rücken von Christian Gross. Sowas hat im Profi-Fußball überhaupt nichts zu suchen."

Der frühere Nationalspieler blickt auch schon über die aktuelle Saison hinaus: "Das ist jetzt ein Charaktertest. Es muss auch die Frage gestellt werden, welche Spieler sind überhaupt bereit, mit in die zweite Liga zu gehen. Einem Mustafi oder auch einem Kolasinac muss man die Frage stellen: Gehst du mit in Liga zwei?"

Falls die betreffenden Profis die Frage nicht bejahen könnten, fordert Effenberg drastische Konsequenzen. "Sollte das nicht der Fall sein, muss man direkt den nächsten Schritt gehen und auch diese Spieler freistellen."

Fink plädiert für Interimstrainer

Wer als insgesamt fünfter Trainer der Knappen die laufende Spielzeit beenden soll, darüber ist sich Fink nicht schlüssig. Allerdings soll den Job seiner Meinung nach ein Interimstrainer erledigen, der dann den Staffelstab an einen neuen Chefcoach übergibt. "Ich kann jetzt für Schalke keinen Mann raussuchen, der das macht", sagte der langjährige Basel-Coach.

Fink weiter: "Ich würde jetzt keinen Trainer für die neue Saison holen. Der steigt jetzt ab und geht dann mit einem negativen Touch in die Saison. Mit Büskens und Elgert, der ja im Nachwuchsbereich schon einige Spieler hatte, die jetzt oben sind, fährt man ganz gut bis zum Ende der Saison. Dann gibt man einem Trainer und der Führungsetage eine Chance, wieder etwas aufzubauen."

Auch bei den Spielern wünscht sich Fink einen Schnitt, der möglichst schon jetzt eingeleitet werden soll. "Eigentlich ist die Saison ja vorbei. Man sollte junge Leute einsetzen. Im Fußball ist schon alles passiert, aber rein statistisch wird da nicht mehr viel passieren."

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Von Peter Knäbel, der nach SPORT1-Informationen den Posten von Schneider als Sport-Vorstand übernimmt, hat Fink eine hohe Meinung.

"Er hat mich damals zum FC Basel geholt. Ich kannte ihn aus der Westfalen-Auswahl. Er war menschlich und fachlich ein super Mensch. Er hat in Basel hervorragende Arbeit abgeliefert und im Jugendbereich alles strukturiert. Davon habe ich als Trainer profitiert. Er ist sehr klar und strukturiert."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image