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Jürgen Klopp trainierte Adrian Ramos in der Saison 2014/15
Jürgen Klopp trainierte Adrian Ramos in der Saison 2014/15 © Imago
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München - Adrian Ramos schwärmt von seiner BVB-Zeit unter Thomas Tuchel. An Jürgen Klopp hat der Stürmer gemischte Erinnerungen.

Adrian Ramos erlebte bei Borussia Dortmund Jürgen Klopp und Thomas Tuchel als Trainer – und ist zu einem überraschenden Urteil gekommen.

"Mit Thomas waren Spaß- und Lernfaktor für mich wesentlich größer", sagte der Stürmer, der seine Karriere bei seinem Heimatklub America de Cali ausklingen lässt, bei Spox und Goal.

Klopp vertraute Ramos nicht

Klopp hatte Ramos 2014 von Hertha BSC zum BVB geholt. Am Anfang sei das Verhältnis zum Erfolgscoach noch gut gewesen. "Er wollte mich ja auch unbedingt in seiner Mannschaft haben", erinnerte sich Ramos.

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Doch in Klopp letztem Jahr erlebte Dortmund bekanntermaßen eine Saison zum Vergessen und stand lange im Tabellenkeller.

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"Ich habe gedacht, ich sei im falschen Film oder irgendein Fluch liege auf mir. Die Saison war eine Katastrophe", meinte Ramos über die Spielzeit 2014/15: "Leider habe ich nach ein paar Spielen zu Beginn kaum noch gespielt. Klopp hat anderen Spielern mehr vertraut."

Ramos: Klopps Entscheidung "ungerecht"

Der damalige BVB-Coach sei der Meinung gewesen, Ramos würde nicht gut genug trainieren. "Einmal hat er mich sogar aus sportlichen Gründen aus dem Kader gestrichen", sagte der Kolumbianer: "Das war bitter."

Ramos empfand es als "ungerecht, schließlich war ich nicht der einzige Spieler mit Formschwankungen".

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"Ja, es gibt Tage, an denen man selbst im Training nicht das Tor trifft. Bin ich deswegen ein schlechterer Spieler? Nein", befand Ramos: "Es geht um Vertrauen. Und auch wenn ich sehr viel unter Klopp gelernt habe: Sein Vertrauen habe ich nur zu Beginn gespürt."

Ramos schwärmt von Tuchel

Er mache Klopp zwar "keinen Vorwurf, die Saison war auch für ihn sehr hart. Aber ja: Mit Thomas waren Spaß- und Lernfaktor für mich wesentlich größer".

Tuchels Philosophie habe Ramos gefallen: "Tuchel hat mir vertraut und ich habe dieses Vertrauen mit Toren zurückgezahlt."

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Der Angreifer betont: "Ich habe mich gerade in meiner zweiten Saison, also seit der Ankunft von Thomas Tuchel, sehr wohl beim BVB gefühlt."

Ramos: Tuchel kann "sehr laut werden"

Nicht jeder BVB-Spieler kam so gut mit Tuchel aus. "Thomas ist ein Fußballbesessener, der vor allem im taktischen Bereich extrem hohe Anforderungen an seine Spieler stellt. Wer diesen Anforderungen nicht gerecht wird, hat ein Problem", meinte Ramos: "Dann kann Thomas sehr schnell sehr laut werden und manchmal auch Dinge sagen, die wehtun."

Adrian Ramos erlebte bei Thomas Tuchel eine gute Zeit
Adrian Ramos erlebte bei Thomas Tuchel eine gute Zeit © Imago

Ramos hatte aber "nie das Gefühl, als würde er mit seiner Kritik jemanden persönlich angreifen wollen."

Doch "eines ist für mich aber klar", ergänzte er lachend: "Sollte ich eines Tages Trainer werden, dann werde ich sicher nicht so viel brüllen wie Thomas."

In Tuchels zweiter Saison bekam Ramos allerdings erneut immer weniger Einsätze. "Aubameyang war so sensationell, ich konnte gar nicht sauer auf den Trainer sein", erklärte Ramos, der den BVB im Sommer 2017 verließ.

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