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Sasa Kalajdzic erzielte bereits 13 Bundesliga-Tore
Sasa Kalajdzic erzielte bereits 13 Bundesliga-Tore © Imago
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München - Der Höhenflug des VfB Stuttgart ist eng verknüpft mit einem Namen: Sasa Kalajdzic. Beim Torjägerduell mit Bayern-Star Robert Lewandowski steht er besonders im Fokus.

Eine Sachertorte gab es beim VfB Stuttgart in dieser Woche doch nicht - jedenfalls noch nicht.

"Also ich habe keine bekommen", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo. Aber vielleicht spendiert sein Toptorjäger Sasa Kalajdzic die süße Spezialität aus der Wiener Küche ja auch erst, nachdem er sich den alleinigen Torrekord gesichert hat.

Ein Treffer im Duell mit dem FC Bayern München am Samstag (Bundesliga: FC Bayern München - VfB Stuttgart, Samstag 15.30 Uhr im LIVETICKER) würde genügen. Beim 2:0-Erfolg gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Sonntag traf der 23-Jährige im siebten Bundesligaspiel in Folge und stellte damit den bisherigen Vereinsrekord von Fredi Bobic aus der Saison 1995/96 ein.

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Kalajdzic hinter Lewandowski erfolgreichster Rückrunden-Torjäger

"Ich bin weit weg zu sagen, dass er nicht treffen soll", sagte Bobic der Bild-Zeitung: "Ich würde mich total freuen, wenn er es schafft. Auch weil es gegen die Bayern immer ein spezielles Spiel ist." Allein in der Rückrunde hat Kalajdzic schon acht Tore erzielt. Nur Bayerns Toptorjäger Robert Lewandowski war mit zehn Treffern seit dem 18. Spieltag noch besser. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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Dass sich der VfB-Stürmer nun auf diesem Niveau mit Weltfußballer Lewandowski misst, ist für Kalajdzic "manchmal surreal", wie er im SPORT1-Interview nach dem Hinspiel (1:3) erklärte: "Wenn man wie am Wochenende Manuel Neuer, David Alaba oder Robert Lewandowski gegenübersteht, dann denkt man sich: 'Okay, ich bin wirklich da, das ist jetzt kein Scherz.'"

Noch vor einem Jahr schienen solche Gedanken ganz weit weg.

Totalschaden im Knie bremst Kalajdzic aus

Da war Kalajdzic gerade erst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, nachdem er in der Saisonvorbereitung im Juli 2019 in einem Testspiel gegen den SC Freiburg eine schwere Knieverletzung erlitten hatte. Kreuzbandriss, Innenbandriss und Außenmeniskusriss im linken Knie lautete die niederschmetternde Diagnose.

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"Wir haben gesagt, vielleicht geht das ja auch nicht mehr. Vielleicht geht das ja auch nicht mehr mit dem Kicken. Kann ja auch sein", erinnerte sich Kalajdzic in einer SWR-Dokumentation, die ihn bei seinem Kampf zurück begleitete.

Im Sommer 2019 war der Zwei-Meter-Hüne für 2,5 Millionen Euro von Admira Wacker zum VfB gewechselt und sollte eigentlich mithelfen, die Schwaben wieder zurück in die Bundesliga zu schießen. Doch der Kreuzbandriss verzögerte sein Pflichtspiel-Debüt, erst Ende Mai nach der Corona-Pause war es gegen den HSV so weit. Seither geht es steil bergauf.

Matarazzo erklärt Kalajdzics Erfolgsgeheimnis

"Vielleicht ging es ein bisschen zu schnell, zu steil nach oben", räumte Matarazzo kürzlich ein. Denn nach einer Serie von drei Toren in den ersten drei Bundesligaspielen folgte eine Durststrecke bis zum zwölften Spieltag. Doch seit der knappen 1:2-Niederlage beim SC Freiburg zum Rückrundenstart trifft Kalajdzic wie am Fließband. "Er bleibt befreit und demütig, deswegen trifft er Woche für Woche", erklärte Matarazzo. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Ihn aber nur auf seine Tore zu reduzieren, wird Kalajdzic nicht gerecht. Schließlich übte er noch zu Beginn seiner Karriere im Mittelfeld die Rolle des Ballverteilers aus. Als Stürmer verfügt er aufgrund seiner Größe über ein starkes Kopfballspiel, kann aber auch gut mit dem Rücken zum Tor als sogenannter Wandspieler die Bälle abschirmen - ähnlich wie Lewandowski in München, auch wenn es Kalajdzic im direkten Vergleich natürlich etwas an Muskelmasse fehlt.

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"Meine Größe, die ragt natürlich als Erstes heraus, aber auch die Art und Weise, wie ich spiele", sagte Kalajdzic im SPORT1-Interview. "Ich bin kein typischer Brecher, sondern ein schlaksiger Typ, der auch ein bisschen was am Ball kann und Spaß am Fußballspielen haben möchte. Ich will mir keinen allzu großen Druck machen, sondern es genießen."

Bei einem Verein könnte Kalajdzic schwach werden

Der zweimalige österreichische Nationalspieler hat innerhalb eines Jahres seinen Marktwert von geschätzten zwei Millionen Euro laut transfermarkt.de mehr als verdreifacht. Aktuell wird sein Wert auf sieben Millionen Euro taxiert. Sein Vertrag beim VfB läuft noch bis 2023. Aber mit seinen 13 Saisontoren hat sich Kalajdzic zuletzt selbst verstärkt ins Rampenlicht geschossen.

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Er habe mit seinem Berater "die Absprache getroffen, dass er seinen Job macht und mich nur dann über das Interesse anderer Vereine informiert, wenn es wichtig erscheint", sagte Kalajdzic unlängst der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten. "Im Moment schaut es danach aus, dass er mich über nichts ins Bild setzen müsste." Er könne sich auch "sehr gut vorstellen", in Stuttgart eine neue Ära zu prägen.

Sollte allerdings der FC Liverpool anklopfen, könnte Kalajdzic schwach werden. "Ich fühle mich rundum wohl beim VfB, aber das wäre wirklich eine schwere Entscheidung, weil ich Liverpool sehr mag", sagte er der Bild. "Dieser Verein ist für mich einfach was Besonderes. Als Kind habe ich das Champions-League-Finale von 2005 gesehen, als Liverpool gegen Milan ein 0:3 aufholte und gewann. Das hat mich gepackt."

Zunächst steht aber das packende Duell mit den Bayern auf dem Programm. Und womöglich muss sich Kalajdzic danach erstmal noch um eine Sachertorte für das Team kümmern.

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