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Serge Gnabry meldet sich bei der Generalprobe zu Bayerns Bundesliga-Kracher gegen Dortmund eindrucksvoll zurück. Gegen den BVB könnte er der wichtigste Trumpf sein.

Einen 5:1-Sieg könnte man durchaus als gelungene Generalprobe bezeichnen.

Mit diesem vermeintlich überdeutlichen Ergebnis hatte sich der FC Bayern eine Woche vor dem Bundesliga-Kracher gegen Borussia Dortmund des 1. FC Köln entledigt. Ganz so eindeutig war das Duell mit dem Underdog allerdings nicht verlaufen. 

Bayern präsentierte sich in der Defensive einmal mehr unkonzentriert und ließ einige gute Chancen zu. Erst mit der Einwechslung zweier zuletzt fehlenden Leistungsträger entschied die Mannschaft von Trainer Hansi Flick die Partie endgültig für sich. Einer von ihnen war Thomas Müller. Der andere war Serge Gnabry. 

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Der 25-Jährige avancierte mit einem Doppelpack zum späten Matchwinner - und brachte sich damit auch gleich für das Spiel gegen den BVB in Stellung. Wie wichtig er für das Bayern-Spiel sein kann, unterstrich er nicht nur auf dem Platz, sondern auch nach dem Spiel. 

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"Als Thomas und ich reingekommen sind, war es ein bisschen brenzlig für uns - wir haben es nicht mehr ganz so sauber und dominant gespielt. Wir haben versucht, Wind zu machen und auch gleich das 3:1 gemacht, dann fällt alles natürlich wieder etwas leichter", sagte Gnabry selbstbewusst. Der schussgewaltige Flügel-Flitzer hatte innerhalb von vier Minuten doppelt eingenetzt. 

Gnabry brennt für die großen Spiele

Nach einem Muskelfaserriss im Adduktorenbereich drängt der deutsche Nationalspieler zurück in die Startelf. Von Flick gab es für die starke Leistung auch gleich ein Sonderlob: "Serge hat zwei Tore gemacht. Er und Thomas Müller (Rückkehr nach Corona-Infektion, Anm. d. Red.) waren heute sehr wertvoll für uns als Einwechselspieler. Sie haben eine enorme Qualität." 

Wird Gnabry nun zum großen Trumpf gegen Dortmund? Fit genug sollte er sein, die Bayern haben wegen des ungewöhnlich frühen Pokal-Aus die ganze Woche Zeit, um sich vorzubereiten. Und nach der Zwangspause dürfte er für das Duell mit dem schärfsten Bayern-Verfolger der letzten Jahre ohnehin doppelt motiviert sein. 

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Der Flügelspieler hat vor allem in der vergangenen Saison eindrucksvoll nachgewiesen, dass er ein Mann für die großen Spiele ist - Gnabry erzielte allein im Achtel-, Viertel- und Halbfinale der Champions League fünf Tore und bereitete ein weiteres vor. Und ein großes Spiel steht gegen Dortmund bevor, auch wenn der BVB derzeit nur Fünfter ist. Bayern liegt nur zwei Zähler vor RB Leipzig. 

Muss Sané für Gnabry weichen? 

Im Trikot des FCB traf Gnabry bisher fünf Mal auf die Schwarz-Gelben. Seine Bilanz: Fünf Siege, vier Scorerpunkte, eine Niederlage. Zuletzt fehlte ihm vor dem Kasten das nötige Spielglück, doch gegen Köln platzte der Knoten. 

Die Rückkehr von Gnabry und Müller kommt für Flick also genau zur rechten Zeit. Zusammen mit Kingsley Coman (gegen Köln geschont) könnte der Erfolgscoach sein vermeintlich stärkstes Offensiv-Trio hinter Robert Lewandowski aufbieten. Bleibt die Frage, wer für Gnabry weichen müsste. Eric Maxim Choupo-Moting und Jamal Musiala zeigten zuletzt ansprechende Spiele, werden aber nach ihrem Startelfeinsatz gegen Köln wohl zunächst auf die Bank zurückkehren. 

Flick müsste sich also zwischen Leroy Sané und Gnabry entscheiden. Sané hatte sich zuletzt stark verbessert gezeigt, konnte seine Schwächen im Rückwärtsgang aber noch nicht vollends ablegen. Weil Dortmund mit Raphael Guerreiro über einen extrem angriffslustigen Linksverteidiger verfügt, könnte dies im Spiel gegen den BVB zum Problem werden. Allerdings ist Guerreiros Einsatz nach seinem frühen Ausscheiden im Dortmunder DFB-Pokal-Viertelfinale bei Borussia Mönchengladbach (1:0) fraglich. 

Dennoch könnte der in der Defensivarbeit verlässlichere Gnabry die Nase vorne haben - und zu Bayerns großem Trumpf im Kracher werden. 

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