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Der Showdown zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern ist auch das Duell zwischen dem zukünftigen und dem aktuellen Abwehrchef der Bayern. SPORT1 zieht den Vergleich.

Der Showdown zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern schreibt schon vor dem Anpfiff viele Geschichten. 

Die eine ist, dass die Leipziger mit einem Sieg das Meisterschaftsrennen nach gefühlten Jahrzehnten mal wieder spannend machen kann. Dann betrüge der Rückstand auf den deutschen Rekordmeister nur noch einen Punkt. (TABELLE der Bundesliga)

Eine andere Geschichte ist die Abwesenheit des Weltfußballers - Robert Lewandowski fehlt wegen einer Verletzung. Und dann gibt es da noch das Duell des aktuellen und des zukünftigen Abwehrchefs der Bayern. David Alaba gegen Dayot Upamecano. 

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Am Saisonende wird Alaba der Säbener Straße den Rücken kehren, 13 Jahre lang wird der Österreicher dann ein Münchner gewesen sein. Upamecano kommt als Nachfolger - und zwar für 42,5 Millionen Euro aus Leipzig.  

Doch wie viel Alaba steckt in Upamecano - und umgekehrt?

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Der SPORT1Bayern-Podcast mit Jana Wosnitza und SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg
SPORT1 startet den neuen Bayern-Podcast mit Jana Wosnitza und SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1

Alaba lobt seinen Nachfolger

Der größten Unterschiede sind offensichtlich: das Alter und die Erfahrung.

Alaba hat bereits mit 28 Jahren eine Welt-Karriere hinter sich und will nun das nächste und vielleicht sogar schon das abschließende Abenteuer seiner Laufbahn erleben. Der 22 Jahre alte Upamecano muss erst beweisen, dass er über Jahre hinweg auf dem höchsten Niveau mithalten kann - er ist aber auf dem besten Weg, das zu tun. 

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"Es ist kein Geheimnis, dass er ein Spieler ist, der sehr viel Potenzial mitbringt", sagte Alaba zuletzt bei einer Pressekonferenz: "Er ist sehr robust und zweikampfstark." 

Da hat der gebürtige Wiener absolut recht, denn Upamecanos Statistiken begeistern und sorgen dafür, dass RB derzeit die stärkste Defensive der Bundesliga stellt und tatsächlich noch ein Wort im Meisterrennen mitreden könnte.

Die Zweikampfquote des Franzosen beträgt in dieser Bundesligasaison bislang 65 Prozent. Gleiches gilt bei den Luftzweikämpfen. 

Upamecano ist robust - aber verdammt schnell

Beeindruckende Werte, vor allem wenn man diese mit denen seines baldigen Vorgängers vergleicht: Alaba kommt in dieser Spielerzeit auf eine Zweikampfquote von 54 Prozent, in der Luft gewinnt der sechs Zentimeter kleinere Verteidiger (1,80 Meter) nur 41 Prozent seiner Duelle.

"Als Upa zu uns gekommen ist, hat man schon sein enormes Potential gesehen, körperlich wie fußballerisch. Über die Jahre ist er mit seiner Erfahrung auch viel konstanter geworden", sagte Leipzigs Keeper Peter Gulacsi im SPORT1-Podcast Meine Bayern-Woche: "Er ist einer der schnellsten Verteidiger Europas. Er ist ein offensiver und mutiger Innenverteidiger." (Gulacsi im SPORT1-Interview vor dem Kracher-Duell)

Und tatsächlich: Upamecano kommt deutlich bulliger daher und seine Statur ist eine andere als die Alabas. Trotzdem ist der französische Nationalspieler alles andere als langsam auf den Beinen. Sein Top-Speed lag in dieser Saison bei 35,4 km/h. Alaba kommt lediglich auf 32,4 km/h. 

Der derzeitige Abwehrchef kommt pro Partie allerdings auf sieben Sprints mehr (24). Außerdem verfügt der Kapitän von Österreichs Nationalteam in so mancher Situation über ein besseres Stellungsspiel. Dabei spielt aber auch der Faktor Erfahrung eine Rolle, Upamecano muss man diesbezüglich also noch Zeit geben. 

Alabas Passquote ist stark - Upamecanos noch besser

Eine große Stärke von Alaba war immer seine gute Spieleröffnung, Übersicht und seine Torgefahr, welche er auch als Verteidiger ausstrahlt. In seinen 24 Bundesligaspielen kommt er in dieser Saison im Schnitt auf 92 Ballaktionen und eine Passquote von 89 Prozent. Er hat außerdem zwei Tore erzielt und ein weiteres vorgelegt. 

Vielleicht ein wenig überraschend ist, dass Upamecano auch bei der Passquote die Nase vorn hat (91 Prozent) und in seinen 22 Bundesligaspielen im Schnitt auch auf mehr Ballaktionen kommt (99). Lediglich bei den Treffern (einer) und den Assists (keiner) ist Alaba Punktsieger. 

Die Zahlen legen nahe, dass der junge Mann mit Wurzeln in Guinea-Bissau auf jeden Fall das Zeug dazu hat, einen würdige Nachfolger von Alaba darzustellen.

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"Upa ist ein Spieler, der alles mitbringt. Er ist noch ein junger Kerl, aber hat auch international schon viel Erfahrung sammeln können. Er bringt alles mit", hatte Leipzigs Sportdirektor Markus Krösche jüngst geschwärmt. 

Wenn noch etwas mehr Erfahrung beim deutschen Rekordmeister und bei der französischen Nationalmannschaft - auf allerhöchstem Niveau - hinzukommt, dann könnte Upamecano zu einer echten Größe im Weltfußball heranwachsen. 

Kein Wunder, dass "der komplette Klub" in München sehr froh ist, dass schon jetzt ein solch ambitionierter Ersatz für Alaba feststeht - wie es Hansi Flick ausdrückte. 

In Leipzig finden sie sich mit dem Abschied ab, in dem Wissen, dass Upamecano den nächsten Schritt mach. Das sieht auch Gulacsi so: "Als Freund freue ich mich, dass er einen weiteren Schritt in seiner Karriere machen wird, denn er ist ein richtig guter und zurückhaltender Typ. Gleichzeitig werde ich ihn vermissen, weil er ein richtig guter Verteidiger ist."

Am Samstag trifft Upamecano vorerst zum letzten Mal auf die Bayern. Bei einer guten Leistung würde er seinem baldigen Arbeitgeber zwar keine spontane Freude bereiten, sie würden sich dann aber noch mehr auf seine Ankunft freuen.  

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