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Frankfurt am Main - Fredi Bobic und Adi Hütter werden Eintracht Frankfurt verlassen. Der Traditionsklub muss nun einen Umbruch bewältigen und zügig die wichtige Frage nach den Nachfolgern beantworten.

Was sich in den Wochen zuvor anbahnte, ist fix: Eintracht Frankfurt muss in der kommenden Saison ohne Trainer Adi Hütter und Sportvorstand Fredi Bobic auskommen.

Hütter geht zu Borussia Mönchengladbach, Bobic zieht es zurück nach Berlin zu Hertha BSC - und die Hessen haben jetzt einen gewaltigen Umbruch zu bewältigen. Es gilt die beiden Architekten des Erfolgs zu ersetzen. Platz vier und eine mögliche Champions-League-Qualifikation erhöhen die Chancen auf starke neue Köpfe. Doch der Klub muss dafür noch einige Hürden überspringen. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Eintracht sucht den Bobic-Nachfolger

Der erste und wichtigste Schritt ist erfolgt. Die Eintracht und Bobic werden sich trotz bis 2023 laufenden Vertrags am 31. Mai 2021 trennen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

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Das Thema Bobic hat die Eintracht insgesamt zu lange begleitet. Es lähmte Kaderplanungen und vor allem die Suche nach einem neuen Trainer. Berater haben keinen richtigen Ansprechpartner gehabt, die Suche nach Neuzugängen wird dadurch erschwert. Der Aufsichtsrat um seinen Chef Philip Holzer und Präsident Peter Fischer steht in der Pflicht. Das siebenköpfige Gremium muss den neuen Sportvorstand aussuchen. Bestenfalls soll der neue Mann nach der englischen Woche präsentiert werden.

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Immerhin ließ Holzer in der offiziellen Mitteilung des Klubs durchblicken: "Angesichts der Tatsache, dass im Laufe unserer Gespräche über den Wunsch von Fredi Bobic nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung eine Einigung zu erwarten war, haben wir bereits im Stillen an der Nachfolge gearbeitet und den Markt sondiert." Wie bereits bei Ralf Rangnick?

Eintracht-Legende könnte sich Rangnick vorstellen

Rangnicks Name wird intensiv gehandelt. Die Idee: Er könnte möglicherweise für eine Saison als Trainer und Sportvorstand agieren. (BERICHT: Löst Rangnick die Probleme der Eintracht?)

Am Donnerstag findet das Treffen mit Holzer statt, die Gespräche werden also intensiviert und konkretisiert. Rangnick gilt zwar nicht als Topfavorit auf den Posten, die Meinungen in dieser Causa gehen nach SPORT1-Informationen intern und im Umfeld (zu) weit auseinander.

Eintracht-Legende Uwe Bein würde sich diesem Gedankengang aber nicht verschließen, wie er SPORT1 sagte: "Ralf Rangnick könnte sicher ein Jahr lang beide Positionen bekleiden: Sportvorstand und Trainer. Dann könnte er in Ruhe den neuen Trainer suchen. Rangnick hat bisher überall sehr gute Arbeit geleistet."

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Krösche und Eintracht? Ein Dementi gab es nicht

Als äußerst interessant gilt weiterhin Markus Krösche von RB Leipzig. Der Sportdirektor der Sachsen sagte zuletzt bei SPORT1: "Ich konzentriere mich voll auf Leipzig. Wir haben eine gute Mannschaft und ein gutes Verhältnis innerhalb des Trainerteams." Die Gerüchte rund um seine Person könne er nicht beeinflussen, er konzentriere sich "zu hundert Prozent" auf seine Arbeit bei RB.

Doch einen Verbleib bei den Sachsen über den Sommer hinaus konnte Krösche nicht garantieren: "Wir werden zeitnah Gespräche führen, wie die Zukunft aussieht." 

Ein klares Dementi hört sich anders an, die Zusammenarbeit mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff verläuft nach SPORT1-Informationen nicht immer reibungslos. In Frankfurt jedenfalls zählt Krösche definitiv zum Kandidatenkreis. Der Kicker bringt auch Lazio Roms Sportdirektor Igli Tare ins Gespräch.

Eintracht Frankfurt braucht neuen Trainer

Der neue Mann wird nicht nur eng mit dem neuen Direktor Profifußball Ben Manga, sondern auch mit Vorstandssprecher (nicht Vorstandschef!) Axel Hellmann zusammenarbeiten.

Der Marketingboss ist aktuell die Stimme des Klubs. Er füllt eine wichtige Lücke in den Zeiten, in denen auf Führungsebene ein Vakuum entstanden ist. Unabhängig davon, ob nun Krösche, Rangnick oder Mister X neben Hellmann arbeitet: der neue Sportvorstand ist sofort bei der Trainersuche gefordert!

Hütter zieht weiter nach Gladbach, er beschert der Eintracht 7,5 Millionen Euro, die durch Boni auf bis zu 12,5 Millionen Euro anwachsen könnten. Doch der 51-Jährige hinterlässt ein schweres Erbe. Hütter hat den Klub 2019 ins Europa-League-Halbfinale geführt, in dieser Spielzeit ist erstmals in der Vereinsgeschichte die Qualifikation für die Champions League realistisch.

Gerüchte um Schmidt, Schwarz, Glasner, Marsch

Die Sport Bild nennt mit Roger Schmidt, Sandro Schwarz oder Oliver Glasner erste Kandidaten, nach SPORT1-Informationen wurde auch über Lucien Favre zumindest schon einmal nachgedacht.

Andere Namen wie Gerardo Seoane (YB Bern) oder Erik ten Hag (Ajax Amsterdam) tauchen stets auf, wenn Europapokal-Klubs neue Leute suchen.

Abwarten heißt die Devise. Zunächst gilt es für die Eintracht die Bobic-Nachfolge zu regeln und das Machtvakuum zu füllen.

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