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Topklubs sehen die Super League als notwendiges Mittel, um ihr finanzielles Überleben zu sichern. Bei den Fans kommt die Idee einer elitären Liga gar nicht gut an.

Laut Florentino Perez, Präsident von Real Madrid, stellt die Super League die "einzige Chance auf Rettung des Fußballs" dar. Viele Kritiker sehen in einer solchen Liga das genaue Gegenteil, nämlich das Ende des Fußballs.

In einer repräsentativen Online-Umfrage für das Bundesliga-Barometer sprach sich eine deutliche Mehrheit von 94,7 Prozent der insgesamt 5178 Befragten gegen die Gründung einer Super League aus.

96,9 Prozent der Fans begrüßten außerdem die Entscheidung der deutschen Vereine FC Bayern und Borussia Dortmund, sich gegen eine Teilnahme an der Super League auszusprechen.

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Fans lehnen Super League entschieden ab

Sowohl der FCB als auch der BVB hatten sich mit klaren Statements von Eliteliga distanziert. Einem Bericht zufolge wurde beiden Teams die Teilnahme angeboten.

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Die eingangs erwähnte Aussage des Real-Präsidenten lehnte eine überwältigende Mehrheit von 99,1 Prozent der Befragten ab. Ebenfalls nur 1,2 Prozent der Teilnehmer fanden, dass der Fußball allgemein von einer Super League profitiert.

Welche Strafe für die Abtrünnigen ist angemessen?

Derweil gab es für mögliche Sanktionen gegen potenzielle Teilnehmer der Super League verschiedene Vorschläge.

Einen Ausschluss der zwölf Gründervereine aus den nationalen Wettbewerben befürworteten 86,3 Prozent der Fans, 82,7 waren für einen Ausschluss aus der laufenden Champions League und Europa League und 71,4 sahen es als gute Möglichkeit, die Spieler der entsprechenden Vereine von Welt- und Euromeisterschaften auszuschließen.

Vergangene gewonnene internationale Titel der Gründervereine zu annullieren, stoß bei der Mehrheit (77,4 Prozent) dagegen auf Ablehnung. 

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Zustimmung für Rummenigge

Zu den Plänen der Super League hatten sich eine Vielzahl von Trainern, Spielern und Klubbossen kritisch geäußert. Vor allem den Statements von Southampton-Trainer Ralph Hasenhüttl und Karl-Heinz Rummenigge stimmte eine deutliche Mehrzahl der Fans (jeweils 98,4 Prozent) zu.

"Das ist komplett inakzeptabel, was da hinter den Kulissen abgeht. Niemand will diese Super League. Nicht einmal die Fans der Klubs, die da mitmachen", hatte Hasenhüttl klargestellt. Bayerns-Vorstandsvorsitzender Rummenigge schickte eine Botschaft an den gesamten Fußball: "Alle im Fußballgeschäft haben zu viel Geld ausgegeben. Es ist an der Zeit, dass der Fußball weniger arrogant wird."

Andere Aussagen, vor allem die von Real-Präsident Perez, erfuhren wiederum viel Gegenwind. "Viele wichtige Vereine in Spanien, Italien und Großbritannien wollen eine Lösung für eine sehr schlechte finanzielle Situation finden. Der einzige Weg ist, mehr Wettbewerbsspiele zu spielen" - diesem Statement stimmten nur 5,1 Prozent der Fans zu.

Mittlerweile können die Anhänger beruhigt sein - die viel diskutierte Super League wird es wohl nicht geben. Doch dafür ist nun die reformierte Champions League vielen Fans ein Dorn im Auge.

Das Bundesliga-Barometer von Prof. Dr. Alfons Madeja in Nürnberg gehört zu den ältesten und zuverlässigsten Umfrage-Initiativen im Sport. Weitere Informationen sind über diesen Link erhältlich: https://bundesligabarometer.de/registrieren

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