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Zingler würde sich über die Conference League freuen
Zingler würde sich über die Conference League freuen © AFP/SID/TOBIAS SCHWARZ
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Präsident Zingler von Union Berlin würde sich über eine Teilnahme an der neuen Conference League freuen. Auch zu Ablösesummen für Trainer hat er eine Meinung.

Präsident Dirk Zingler vom Bundesligisten Union Berlin würde sich über eine Teilnahme an der neuen Conference League freuen.

"Wenn man es schafft, sich im zweiten Jahr in der Bundesliga für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, wäre das eine riesengroße Kirsche auf einer ganz fetten Sahnetorte, die wir in diesem Jahr sowieso schon essen", sagte Zingler am Freitag.

Union war als vermeintlicher Abstiegskandidat in die Saison gegangen. Mit aktuell 46 Punkten ist aber nicht nur der Klassenerhalt sicher, sondern auch der Europapokal möglich. Die Berliner sind derzeit Achter, jedoch punktgleich mit dem Siebten Borussia Mönchengladbach. Normalerweise zieht der Sechste in die neue Conference League ein. Sollte ein Team aus den ersten Sechs der Tabelle den DFB-Pokal gewinnen, rückt der Siebte nach.

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Zingler lobt 50+1

Union-Stürmer Max Kruse hatte im März noch wenig Begeisterung für den neuen Wettbewerb der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gezeigt. "Auf die Europa League hätte ich Bock", hatte er bei Sky gesagt: "Auf die Europa Conference League habe ich irgendwie keinen Bock. Ich weiß nicht einmal, was das ist. Da können dann andere spielen." 

Die Zielsetzung Unions für die kommenden Jahre läuft jedoch losgelöst von einer möglichen Qualifikation für Europa. Nach dem Aufstieg 2019 und Platz elf in der Premierensaison will sich Zingler nachhaltig in der Bundesliga etablieren. "Irgendwann mal nicht als einer der ersten Abstiegskandidaten genannt zu werden, ist dann der nächste Schritt", sagte der Präsident.

Für Präsident Zingler hat der deutsche Profifußball mit der 50+1-Regel einen Vorteil gegenüber anderen Ligen. "Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal. Wir haben einen besonderen, traditionellen und sehr menschenverbundenen Fußball noch in Deutschland", sagte Zingler am Freitag: "Dieses Bashing des deutschen Profifußballs ist teilweise unerträglich, wenn man es zu den anderen europäischen Ländern ins Verhältnis setzt."

Kritik an Ablösesummen für Trainer

Im Lichte des öffentlichkeitswirksamen Flops der Super League von zwölf internationalen Top-Vereinen sowie der Reform der Champions League täte der deutsche Fußball laut Zingler gut daran, sich auf seine Stärken zu besinnen - wie beispielsweise die 50+1-Regel, die es Investoren nicht gestattet, die Mehrheit an einem Verein zu übernehmen.

"Ich kenne keine guten Beispiele, wo noch mehr Geld zu einem guten Ergebnis geführt hat", so Zingler: "Wir nehmen für uns auch in Anspruch, ein Beispiel dafür zu sein, wo es gut mit einem mitgliedergeführten Verein und mit wenig Geld funktionieren kann."

Dass nun auch für Trainer höhere Summen aufgerufen werden, sieht Zingler derweil kritisch. Bayern München verpflichtete jüngst Julian Nagelsmann von RB Leipzig ab Sommer für bis zu 25 Millionen Euro. "Jetzt ist ja die Frage: Wird der Trainer in Zukunft genauso behandelt wie ein Spieler? Haben wir jetzt immer auch ein Transferfenster für Trainer?", meinte der Präsident: "Ich finde es nicht gut, weil ein Trainer eine Führungspersönlichkeit ist. Wir müssen mit ihm planen können."

Dennoch verwies Zingler auch auf "das Recht zur freien Vertragsgestaltung". Letztendlich sei es im vorhandenen Beispiel eine Sache zwischen Bayern, Leipzig und Nagelsmann. "Wenn die drei sich einig sind, steht es mir nicht zu, darüber zu urteilen", sagte Zingler: "Grundsätzlich müssen wir darauf achten, dass wir uns von der Lebensrealität der uns umgebenden Menschen nicht noch weiter entfernen."

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