Das sagt Kovac zur Attacke-PK der Bayern-Bosse
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Athen und München - Die Bayern peilen in der Königsklasse einen Sieg bei AEK Athen an. Derweil ist die massiv kritisierte Medienschelte der Bosse noch immer omnipräsent.

Die Nachwehen der bayerischen Medienschelte vom vergangenen Freitag waren auch am Montagmorgen noch deutlich spürbar.

In Terminal 2 des Münchener Flughafens, unmittelbar vor Abflug der Bayern-Entourage in Richtung herbstliches Griechenland, war die Generalabrechnung der FCB-Bosse mit kritischen Ex-Spielern und Journalisten noch immer das allumfassende Thema.

Fast vergessen wurde indes, dass der Rekordmeister noch lange nicht das Tal der Mini-Krise durchschritten hat, ein Ausrutschen im dritten Spiel der Champions League in Athen (Champions League: AEK Athen – FC Bayern München, Dienstag ab 18.55 Uhr im LIVETICKER) verboten ist.

Das sagt Rummenigge über Hoeneß' "Scheißdreck"-Aussage

SPORT1 erklärt, wie die Krawall-PK die Bayern noch immer im Griff hat.

Niko Kovac

Immer noch unrasiert (Kovac erklärte unlängst, dass er das Rasieren wegen der vielen Arbeit zuletzt vergaß), dafür höflich und zielstrebig marschierte der zuletzt in die Kritik geratene Bayern-Trainer in Richtung Abflug-Gate. "Ich möchte nichts sagen, sondern einfach den Morgen genießen", bat er SPORT1 entspannt um Verständnis.

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Am späten Nachmittag auf der Pressekonferenz machte Kovac dann klar, dass er darüber in Kenntnis gesetzt wurde, was die Bosse an jenem Freitag vorhatten, aber nicht, in welche Richtung es genau gehen würde. Gleichwohl erklärte er, dass er die zuletzt kritische Berichterstattung über seine Mannschaft und ihn nicht an sich ran ließ. "Man lebt als Bundesliga-Trainer sehr viel besser, wenn man wenig bis nichts liest", sagte er und betonte: "Mir geht es richtig gut."

Kovac gilt bislang als Mini-Profiteur der geschichtsträchtigen Pressekonferenz seiner Vorgesetzten. Das 3:1 in Wolfsburg beendete eine Serie von vier Sieglos-Spielen in Folge, die Bosse lenkten zuvor vom vorherigen Misserfolg ab. Kovac kann zwar vorerst durchatmen, muss aber in Athen und in den nächsten Wochen nachlegen.

Hoeneß, Rummenigge, Salihamidzic

Lediglich Karl-Heinz Rummenigge stellte sich von den Bossen am Montag den Medien.

Der 63-Jährige betonte, dass er mit dem für die Bayern verheerenden Medien-Echo als Resonanz auf ihre Medien-Kritik gerechnet habe. Zudem gestand er ein, dass Uli Hoeneß' "Scheißdreck"-Aussage zur Leistung des nach Paris gewechselten Juan Bernat in der Vorsaison gegen Sevilla (2:1) "nicht sehr glücklich gewesen" sei. Bayern-Präsident Hoeneß konnte sich der Medien-Rückfragen indes entziehen und passierte den Sicherheitscheck auf SPORT1-Nachfrage lächelnd mit den Worten: "Mir geht es gut. Mir ging es aber auch schon am Freitag gut."

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Erneut wortkarg war Hasan Salihamidzic. Der Sportdirektor sprach diesmal gar nicht, bestätigte SPORT1 lediglich, dass die Verletzung von Franck Ribery (Wirbel-Blockade) nichts ernstes sei. Beim Abschlusstraining im Olympiastadion von Athen stand er allein und fast unbemerkt hinter einer Eckfahne und telefonierte.

Deutlich wurde erneut, dass die Krawall-PK mit Kalkül stattfand, um eine Reaktion der Mannschaft zu provozieren. Der Plan ging bekanntlich auf. "Ich glaube, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hat", resümierte Rummenigge seinen Eindruck.

Rummenigge versicherte, dass sich viele Spieler bei ihnen für die Rückendeckung gegenüber den ach so kritischen Medien bedankt hätten. Dabei gibt es auch vereinsintern genügend kritische Blicke und Meinungen bezüglich der Freitags-Abrechnung ihrer Bosse.

Dennoch: Der Wolfsburg-Sieg ist, rein sportlich gesehen, als vorerst perfekte Antwort zu werten. Eine nun folgende Sieges-Serie wäre ein noch größerer Triumph. Bleibt der Erfolg in den nächsten Wochen aber aus, stellt sich für eine erneute Moral-Predigt der Bosse die Gefahr des Abnutzungseffekts.

Bayern-Spieler

Die Mannschaft führte fort, was sie auch schon am Wochenende demonstrierte: Einheitliche Verschwiegenheit darüber, was die Bosse am Freitag von sich gaben.

Süle verteidigt Hummels und Boateng

Wurden sie dennoch am Flughafen darauf angesprochen, so merkte man schnell, wie das Thema die Spieler schlichtweg nervt. "PK hin oder her. Das Wichtigste war, dass wir das Spiel (in Wolfsburg, d. Red.) gewonnen haben", erklärte Joshua Kimmich auf SPORT1-Nachfrage. Thomas Müller hatte auch nur den Blick für Athen. "Ganz unaufgeregt an die Sache rangehen, das Spiel gewinnen und am Mittwoch wieder nach Hause fahren", gab der Offensiv-Allrounder bei SPORT1 als Devise aus.

Niklas Süle stellte klar, dass nicht der Freitag das Entscheidende gewesen sei, "sondern der Samstag". Jetzt aber, so versicherte der 23-Jährige, sei die Stimmung in der Mannschaft wieder "sehr gut" und "besser als die zwei Wochen zuvor".

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