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Raheem Sterling ist für Manchester City mittlerweile unersetzlich geworden und gilt als Englands Hoffnungsträger. Dafür ging er einen schwierigen Weg.

Nach einem perfekten Pass von David Silva nimmt Raheem Sterling den Ball an, zieht an zwei Gegenspielern vorbei und schiebt dann locker ein. Manchester City führt mit 3:0 gegen den FC Watford. Sterling hat gerade einen Hattrick erzielt. In nur 13 Minuten!

Der 24-Jährige ist für City mittlerweile unersetzbar geworden, gilt als großer Hoffnungsträger der englischen Nationalmannschaft. Seine Karriere, die nicht immer unter einem guten Stern stand, zieht gerade gewaltig an. (Champions League: Manchester City - FC Schalke 04, ab 21 Uhr im LIVETICKER)

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Schwierige Kindheit in London

Ein Blick zurück: Sterling wurde in Kingston geboren. Bis er fünf war, lebte er in der jamaikanischen Hauptstadt. Dann zogen seine Eltern mit ihm nach London. Einfacher wurde das Leben dort nicht. 

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Als Sterling neun Jahre alt war, wurde sein Vater bei einem Überfall ermordet. Dem kleinen Jungen machte der Verlust zu schaffen. Er war drauf und dran, auf die schiefe Bahn zu geraten.

Chris Beschi, sein Lehrer auf einer Schule für verhaltensauffällige Kinder, prophezeite ihm: "Wenn du so weiter machst wie bisher, bist du mit 17 entweder im Gefängnis oder in der Nationalmannschaft." Damals war Sterling zehn. Von seinem Viertel aus konnte er das Wembley-Stadion sehen und fing an zu träumen.

Über den FC Liverpool in die Nationalmannschaft

Bald schon ging sein Traum vom großen Fußball in Erfüllung, und Beschi behielt tatsächlich Recht. Mit 17 Jahren und elf Monaten debütierte Sterling für die Three Lions. Damals stand der Offensivspieler beim FC Liverpool unter Vertrag.

Bei den Reds reifte er schnell zum Stammspieler und begeisterte die Fans mit seiner Schnelligkeit, seinen Dribblings und seinem frechen Spielstil.

Sterlings grenzenloses Talent war schon damals unbestritten. Allerdings schaffte er es nicht, den nächsten Schritt zu gehen. Den Schritt, der ihn von einem großen Talent zu einem Weltklassespieler macht.

Der Durchbruch bei Manchester City

Liverpool verlor die Geduld mit ihm. Auch weil er neben dem Platz vermehrt für Ärger sorgte, waren die Reds bereit, Sterling ziehen zu lassen.

Interesse gab es damals auch aus München. Der FC Bayern wollte den Flügelflitzer verpflichten, konnte sich mit Sterlings Berater aufgrund hoher Gehaltsforderungen aber nicht einigen. Schließlich wechselte der Offensivmann für gut 60 Millionen Euro zu Manchester City und wurde damit zum teuersten Engländer aller Zeiten.

"Ich muss zugeben, als ich hörte, dass City 50 Millionen Pfund für Sterling bot, dachte ich, gebt ihn sofort ab", gesteht der frühere Liverpool-Stürmer Danny Murphy in der Mail on Sunday.

Unter Pep Guardiola blüht Sterling auf

Unter seinem neuen Coach Pep Guardiola startete Sterling allerdings sportlich durch, abseits des Platzes verhält er sich inzwischen weitgehend unauffällig. Guardiola stärkte dem Wirbelwind in schwierigeren Phasen den Rücken. Als er im November des Vorjahres im Stadtderby gegen Manchester United aber übermütig den Gegner mit einer Übersteigerserie lächerlich machte, stauchte der Coach ihn öffentlichkeitswirksam noch auf dem Platz zusammen.

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"Die Arbeit, die Guardiola mit ihm gemacht hat, ist unglaublich", schwärmt Murphy. "Sterling hatte schon immer alles, was es braucht. Aber die Qualität seiner Abschlüsse hat sich unglaublich verbessert. Sein Hattrick gegen Watford am Samstag war nur der letzte Beweis."

Zweifellos, Sterling ist der nächste Schritt gelungen. In dieser Saison hat der Außenstürmer in 38 Spielen 18 Tore erzielt und 15 weitere Treffer vorbereitet. 

Der 24-Jährige ist in der Premier League momentan einer der heißesten Spieler. "Er hat das Duell mit Virgil van Dijk eröffnet, wer Spieler des Jahres wird. Beide liegen sehr eng beieinander", urteilt der englische Ex-Nationalspieler Murphy.

Auch in der Champions League hat sich Sterling so einiges vorgenommen. Im Achtelfinal-Hinspiel beim FC Schalke 04 erzielte er in der 90. Minute den 3:2-Siegtreffer. Auch die Schalker wissen: Im Moment ist Sterling kaum zu stoppen.

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