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München - Arturo Vidal zeigt gegen Liverpool eine bärenstarke Leistung. Nach einer schwierigen Anfangszeit ist der einst ungeliebte Krieger endgültig beim FC Barcelona angekommen.

Es war ein wegweisendes Spiel für Arturo Vidal. Die Feuertaufe, die ultimative Bewährungsprobe – und der Krieger hat geliefert.

Beim 3:0-Erfolg im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Liverpool machte der chilenische Mittelfeldabräumer seinem Ruf alle Ehre und tat das, was er am besten kann und am liebsten tut: kämpfen.

Ob nun endgültig die kritischen Stimmen verstummen, die seit Vidals Ankunft in Barcelona mitgeschwungen sind?

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Vidal mit schwerem Start bei Barcelona

Der südamerikanische Heißsporn hatte nach seiner Ankunft einen schweren Stand bei den ästhetischen, filigranen Katalanen. Die spanische Presse war vergangenen Sommer alles andere als überzeugt vom Neuzugang vom FC Bayern München: Warum holt Barca einen 31-Jährigen Grobmotoriker für 18 Millionen Euro in ein Team, das von seinen Edeltechnikern und Zauberfüßen lebt?

Die Marca nannte Vidal einen Spieler "ohne Barça-DNA", von den Fans wurde er auch nicht unbedingt mit Jubelstürmen empfangen.

Neben der unterkühlten Beziehung zu Klub-Anhängern und Medien kam für den Chilenen erschwerend hinzu, dass angesichts des Überangebotes im defensiven Mittelfeld der Katalanen mit Ivan Rakitic, Sergio Busquets und Arthur Melo kein Stammplatz für ihn in Aussicht war.

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Vidal schmort auf der Bank

Barcas Trainer aber glaubte an ihn. Vidal werde zu einem wichtigen Spieler reifen, prophezeite Ernesto Valverde im vergangenen Herbst mehrfach und führte den 31-Jährigen im Anschluss nach und nach an die erste Elf heran.

Rund vier Monate musste Vidal mit Kurzeinsätzen vorliebnehmen. In La Liga bestritt er sein erstes Spiel über 90 Minuten erst Anfang Dezember. Davor stand er nur durchschnittlich 23 Minuten auf dem Feld, drei Mal ließ Valverde ihn sogar komplett auf der Bank schmoren.

Noch dürftiger sahen die Spielzeiten in der Königsklasse aus: In den ersten vier Gruppenspielen durfte Vidal im Durchschnitt nur neun Minuten ran.

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Valverde: Vidal ein "fundamentaler Spieler"

Mit dem Jahreswechsel kam Vidal dann regelmäßiger zum Einsatz, wechselte sich zuletzt mit Arthur Melo im Mittelfeld neben den gesetzten Busquets und Rakitic ab. Von den jüngsten elf Einsätzen in der spanischen Liga absolvierte Vidal acht über die volle Spielzeit und sicherte in einigen engen Partien wichtige Punkte.

"Eine der Eigenschaften von Arturo ist, alles zu geben, sich mehr zu bemühen als andere. Er ist zu einem fundamentalen Spieler geworden", lobte ihn Valverde nach diesen Auftritten.

Vidal überzeugt gegen Liverpool

Und dann kam das Spiel der Spiele. Gegen Liverpool stand er für Barça das erste Mal in einem K.o.-Spiel der Königsklasse in der Startelf und ging über 90 Minuten als Kämpfer voran. Das Führungstor leitete er mit einem gekonnten Diagonalball ein, dazu 83 Ballkontake, eine Passquote von 86 Prozent und fünf Tackling (Topwert!) - zum Liga-Endspurt läuft Vidal in den wichtigen Spielen zu Höchstform auf.

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Das haben übrigens damals auch die Bayern erkannt. "Er ist auch in wichtigen Spielen immer vorangegangen, auf ihn konnten wir uns immer verlassen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach Vidals Wechsel.

In München hätten sie einen gegen Liverpool abgezockt aufspielenden Vidal im Achtelfinale gut gebrauchen können.

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