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Sammy Kuffour und Stefan Effenberg gewannen 2001 gemeinsam die Champions League © Imago
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Sammy Kuffour ist in Bayern bis heute Fan-Liebling. Der einstige Verteidiger spricht über Leader-Qualitäten, Hoeneß und intensive Zweikämpfe mit Rummenigge.

Beim FC Bayern sind viele große Spieler gekommen und gegangen, aber manche Stars werden den Fans wohl für immer in Erinnerung bleiben.

Eine dieser Vereins-Legenden ist Sammy Kuffour. Der wuchtige Innenverteidiger aus Ghana spielte sich in die Herzen des Bayern-Anhangs und ist auch lange nach seinem Karriereende noch ein absoluter Fan-Liebling der Münchner.

In einem Interview auf der Website des FCB erzählt der 42-Jährige, wie ihn Stefan Effenberg zum Champions-League-Titel pushte, die Bayern-Familie und seiner schwersten Stunde.

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2001 gewann Kuffour mit den Roten die Königsklasse. Zusammen mit Superstars wie Oliver Kahn und Effenberg. Vor allem "Effe" spielte für den Abwehrmann eine große Rolle.

Kuffour erzählt, wie der Tiger vor dem Finale in Mailand an seine Tür klopfte: "Morgen ist der wichtigste Tag in deinem Leben! Ganz Afrika steht hinter dir!", habe ihm Effenberg damals gesagt. Die Worte hinterließen Eindruck: "Wenn so eine Persönlichkeit dir solche Sachen vor einem Spiel sagt, glaubst du diesem Menschen alles."

Kuffour meint: Solche Figuren brauche der deutsche Fußball wieder.

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Der einstige Abwehrspezialist weiß, dass er den Bayern mehr als nur Titel zu Verdanken hat. Von Ex-Profi Klaus Augenthaler lernte er das Schwimmen ("Ich konnte das nicht") und das Weißbiertrinken ("Er sagte, als Bayer muss man das können"). Herman Gerlands Töchter brachten ihm das Skifahren mit.

Rummenigge muss gegen Kuffour einstecken

Auch zu Uli Hoeneß hat Kuffour ein besonderes Verhältnis. Noch immer nennt er den Klub-Präsidenten "Papa", seine einstige Sekretärin Karin Potthoff als "Mama". Kuffour erzählt, dass er nie einen ehrlicheren Menschen als Hoeneß kennen gelernt habe.

Entdeckt wurde der Ghanaer bei der U20-WM 1993 in Australien. Gerland fragte ihn, ob er nach München kommen wolle.

Bei seinem ersten Training an der Säbener Straße kickte auch Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge mit. Kuffour nahm den einstigen Stürmer kompromisslos in Manndeckung und scheute vor keinem Zweikampf zurück. Rummenigges Reaktion: "Den Burschen können wir gut brauchen."

Zuvor hatte sich bereits kein Geringerer als Lothar Matthäus für ihn ausgesprochen und angeboten, die 300.000 Tausend Mark Ablöse für Kuffour zur Not aus eigener Tasche zu zahlen.

Kuffours schwerer Schicksalsschlag

Die Bayern wurden für den viermaligen deutschen Meister zur Familie, München zur Heimat – auch wenn er heute wieder in Ghana lebt.

2003 durchlebte Kuffour einen schweren Schicksalsschlag, als seine Tochter ertrank. Hoeneß, Rummenigge und die Teamkollegen hätten damals alles versucht, um ihn wieder glücklich zu machen. "Diese Geschichte zeigt, dass der FC­ Bayern anders ist als andere Vereine. Es ist eine echte Familie", sagt Kuffour, der drei Kinder hat.

Wie gesagt: Sammy Kuffour, gehört zu den Vereins-Legenden, die für den FCB mehr als nur Spieler waren.

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