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Dortmund - Mats Hummels überragt gegen Barcelona und entfacht mit seiner Leistung die Debatte um eine DFB-Rückkehr neu. Ein Mitspieler springt ihm schmunzelnd zur Seite.

Da war er wieder, der "alte" Mats Hummels, auf dem Platz und abseits davon. Auf die Frage nach dem perfekten Spiel stellte er sogleich mal die Statistik infrage.

100 Prozent gewonnene Zweikämpfe? "Das kann nicht stimmen. Ich kann mich an mindestens einen Zweikampf erinnern, den ich gegen Luis Suárez verloren habe", sagte Hummels, dick eingepackt im gelben Kapuzenpulli.

Ehrlich, kritisch. Auch und vor allem mit und gegen sich selbst. Das sind Hummels' Eigenschaften. Auch deshalb haben ihn die Verantwortlichen von Borussia Dortmund zurückgeholt vom FC Bayern. Und zu welcher Leistung er auch mit 30 Jahren imstande ist, hat er beim 0:0 zum Auftakt der Champions League gegen den großen FC Barcelona eindrucksvoll bewiesen.

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Wie im Märchen vom Hasen und Igel

Egal ob Suárez, Weltmeister Antoine Griezmann oder Wunderkind Ansu Fati - sie müssen sich vorgekommen sein wie in der Geschichte mit dem Hasen und dem Igel. Was sie auch probierten, wohin sie auch hetzten und sprinteten im Signal Iduna Park - Hummels (SPORT1-Note 1) war schon da und klärte.

Er habe schon gemerkt, dass er gut reingekommen sei ins Spiel, sagte Hummels anschließend und erklärte: "Man muss aber klar im Kopf bleiben, auch wenn Ermüdung eintritt und dann auch noch ein Lionel Messi eingewechselt wird." Die Frage, ob es gar sein bestes Spiel für die Borussia gewesen sei, wollte und konnte er nicht beantworten, entgegnete mit einem Schmunzeln: "Ich überlege mir das noch und gehe die Spiele alle mal durch."

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Delaney: "Er ist noch immer schnell genug"

Hummels stellte ohnehin lieber die defensive Stärke der gesamten Mannschaft in den Vordergrund. "Wir waren bereit, in manchen Phasen auch zu ackern und zu leiden, so muss es auch sein", lobte er. Umgekehrt schwärmten auch die Mitspieler von ihrem Abwehrchef. "Er ist ein Anführer. Das hat er hier von Anfang an gezeigt", sagte etwa Thomas Delaney.

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Zur Tempo-Debatte um Hummels fügte der Däne mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht ist er nicht der Schnellste, aber er ist noch immer schnell genug." Das unterstrich Hummels in der Tat Mitte der ersten Halbzeit, als er bei einem Barca-Konter nach einem langgezogenen Sprint an der Außenlinie klärte.

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Trikottausch wider Willen

Hummels' Leistung gegen Barcelona ließ natürlich auch ein anderes Thema wieder hochkochen: Die Frage nach einer möglichen Rückkehr in die deutsche Nationalmannschaft. "Aus meinem Mund wird es nichts in die Richtung geben", sagte der Weltmeister von 2014. Dass er sich das durchaus wünsche, hatte Hummels ja schon ein paar Mal erklärt, ebenso wie Bundestrainer Joachim Löw das Gegenteil.

Ein Witz unter Journalisten in Dortmund ging so: Löw solle doch am besten Marc-André ter Stegen, den anderen persönlichen Gewinner in einem Spiel ohne siegreiche Mannschaft, gemeinsam mit Manuel Neuer ins Tor stellen - und davor Hummels als Abräumer.

Zunächst aber musste sich Hummels nach dem Spiel gegen Barcelona mit dem Trikot von Suárez bescheiden. "Er hat es gewollt, ich hatte eigentlich einen anderen Spieler im Sinn", erklärte Hummels. Wen, wollte er nicht verraten.

Vielleicht kann er sich seinen Wunsch im Rückspiel erfüllen. Und womöglich ja auch noch den von der Rückkehr ins eigene DFB-Trikot.

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