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Leipzig und St. Petersburg - Ex-Bayern-Star Anatolij Tymoschtschuk ist Co-Trainer bei Zenit St. Petersburg. Vor dem Champions-League-Auftritt in Leipzig spricht er bei SPORT1 über das Duell.

2013 war Anatolij Tymoschtschuk auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Triple-Sieger mit dem FC Bayern, mehr kann ein Fußballer kaum erreichen.

Mittlerweile ist der Ukrainer Co-Trainer bei Zenit St. Petersburg - und ist mit seiner Mannschaft am Mittwoch bei RB Leipzig zu Gast (Champions League: RB Leipzig - Zenit St. Petersburg, Mi., ab 18.55 Uhr im LIVETICKER).

Im SPORT1-Interview spricht Tymoschtschuk über seinen Klub, Leipzigs Stärke und seine Zukunft im Trainerbereich.

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SPORT1: Sie haben 2017 noch als Spieler in der Europa League gegen Leipzig gespielt. Was hat sich seitdem bei RB verändert?

Anatolij Tymoschtschuk: Es sind viele junge Spieler dazugekommen, natürlich auch der neue Trainer. Es wird für uns und Leipzig in dieser Phase schon ein großes Duell, es ist ein richtungsweisendes Spiel in der Champions League. Beide Klubs hatten am Wochenende einen starken Gegner (Wolfsburg und Rostov, d.R.) in der Liga, beide mussten richtig Gas geben.

SPORT1: Welche Eigenschaften hat Leipzig, die Zenit gerne hätte?

Tymoschtschuk: Für mich ist das eine ganz starke Mannschaft, vor allem in Punkto Laufbereitschaft. Die Spieler haben eine gute Physis. Ich liebe Mannschaften, die ein gutes Umschaltspiel haben - und das hat Leipzig. Für mich sind sie stärker als in der vergangenen Saison.

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"Timo Werner ist der beste Spieler von Leipzig"

SPORT1: Vor welchem RB-Spieler haben Sie den größten Respekt?

Tymoschtschuk: Für mich ist Timo Werner ohne Frage der beste Spieler von Leipzig. Er ist schnell, physisch stark, läuft gut in den freien Raum. Wir müssen uns noch überlegen, wie wir Werner verteidigen wollen.

SPORT1: In welchem System wird Zenit gegen Leipzig spielen?

Tymoschtschuk: Das kann ich noch nicht sagen, ob wir mit Dreier- oder Viererkette spielen werden. (Tabellen der Champions League)

SPORT1: Was macht Zenit besser als Leipzig?

Tymoschtschuk: Die Mannschaften sind sich ähnlich, beide haben viele Nationalspieler im Kader. Wir haben aber ein gutes Gefühl, weil wir zuletzt viele Tore geschossen haben. Da haben wir vielleicht einen psychologischen Vorteil.

SPORT1: Zenit hat viele erfahrene Spieler, wie Branislav Ivanovic. Könnte das den Ausschlag geben?

Tymoschtschuk: Das stimmt, wir haben Spieler, die in ihrer Karriere schon viel erlebt haben. Vor allem in der Innenverteidigung haben wir erfahrene Leute, die beiden Sechser sind auch sehr stark. Und vorne haben wir Artjom Dsjuba, der viele Tore macht. 

SPORT1: Welche Rolle spielt die Kälte in Sankt Petersburg?

Tymoschtschuk: Wenn es draußen kalt wird, dann machen wir einfach das Stadiondach zu. Da kannst du auch ohne Jacke sitzen. Wenn es draußen kalt und drinnen warm ist, dann ist das kein Problem. Im Winter ist es für uns manchmal schwer, wenn wir tagelang draußen in der Kälte trainieren müssen und dann im Spiel + 20 Grad haben.

"In meinem Kopf ist das Halbfinale drin"

SPORT1: Was ist Trainer Sergej Semak für ein Typ?

Tymoschtschuk: Er hatte als Spieler eine große Karriere, auch bei Zenit. Er bereitet jedes Spiel akribisch vor. Er ist sehr detailbesessen, will jede Kleinigkeit verbessern. Außerdem ist er sehr kommunikativ und spricht viel mit den Spielern. Ich muss sagen, wir haben einen guten Trainerstab. Bis jetzt sind wir sehr zufrieden. Aber wir haben in dieser Saison große Ziele in der Champions League.

SPORT1: Und die wären?

Tymoschtschuk: Wir wollen auf jeden Fall die Gruppenphase überstehen. Wenn wir das geschafft haben, müssen wir uns erst einmal den Gegner im Achtelfinale anschauen. Aber unsere Gruppe ist sehr ausgeglichen, jede Mannschaft hat noch gute Chancen weiterzukommen. Das wird schwer für uns, aber auch für die anderen Teams.

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SPORT1: Ab wann ist es eine gute Saison in der Champions League?

Tymoschtschuk: Ich habe mit Bayern drei Mal das Finale erreicht. Deswegen habe ich in meinem Kopf mindestens das Halbfinale drin – aber ich weiß natürlich, wie schwer das ist. Dennoch: Wir haben eine starke Mannschaft, ich bin optimistisch.

SPORT1: Können Sie sich vorstellen, einmal in der Bundesliga zu trainieren?

Tymoschtschuk: Ich habe meine ersten Schritte im Trainerbereich gemacht, es ist mein drittes Jahr. Wenn man 25 Jahre Fußball gespielt hat und dann gleich Trainer wird, ist es schwer. Ich muss noch lernen.

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