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München - Marco Reus fällt gegen Inter aus. Bitter für den BVB - andererseits aber auch eine Chance. Ein Gastbeitrag von DAZN-Kommentator Alexander Schlüter.

Hallo Fußball-Freunde,

wenn Fußballtrainer über den optimalen Verlauf einer Saison sprechen, dann klingt das oft wie die Analyse eines Formel-1-Rennens: Der Start ist wichtig. Alles ist dicht gedrängt, es gilt einer ersten großen Karambolage aus dem Weg zu gehen.

Anschließend heißt es, in Schwung zu kommen, seine Runden zu drehen und das eigene Tempo zu optimieren. In der letzten Phase ist dann Durchhalten angesagt. Es wackelt hier und da, aber die finale Flagge ist schon in Sicht. Und wenn gar nichts mehr geht, wird halt "auf den Felgen" ins Ziel gefahren – wie einst der BVB unter Jürgen Klopp. (Champions League: Borussia Dortmund - Inter Mailand, 21 Uhr im LIVETICKER)

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Beim BVB läuft noch nicht alles rund

Der aktuelle schwarz-gelbe Bolide hat einen holprigen Start in die Saison hingelegt. Mit Lucien Favre am Steuer gab es zwar keinen Vollcrash, aber die Nase hat man sich dann doch ein paar Mal heftig angestoßen. Man konnte sich nicht absetzen - im Gegenteil. Der BVB steckt mitten im Verfolgerfeld und sieht nun die womöglich vorentscheidenden Runden auf sich zukommen.

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Die jüngsten Pflichtspielsiege gegen Gladbach und Wolfsburg waren Balsam für die Dortmunder Seele, dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass spielerisch längst nicht alles rund läuft. Während sich die Defensive merklich stabilisiert hat, sehe ich offensiv weiterhin viel Steigerungspotenzial.

Am Dienstag moderiert Alexander Schlüter das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Dortmund und Inter Mailand live auf DAZN. Schlüter ist eines der Gesichter bei DAZN, das mit dem Erwerb der Bundesliga-Live-Rechte von Eurosport aufhorchen ließ. Neben der Champions League überträgt DAZN unter anderem die Freitagsspiele der Bundesliga.

Reus droht erneut auszufallen

Favres Idee vom positionsvariablen Spiel hakt noch gewaltig. Geschmeidige, spielerisch ansehnliche Sequenzen wechseln sich in unschöner Regelmäßigkeit ab mit stockenden Angriffen, in den Rücken gespielten Pässen oder zu hektischen Abschlüssen. Da halfen die Verletzungen der Leistungsträger Paco Alcácer und Marco Reus in den letzten Wochen selbstredend nicht weiter.

Ausgerechnet jetzt fällt Reus erneut aus. Ein bitterer Ausfall, vielleicht aber auch eine Chance. Eine Chance namens Julian Brandt. Lucien Favre hat bis heute keine klare Position für den Neuzugang aus Leverkusen gefunden. Gegen Gladbach spielte er vor allem auf dem Flügel, gegen Wolfsburg dann zunächst als falsche Neun und nach der Auswechslung von Reus schließlich auf seiner wohl tauglichsten Position - der 10.

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Den Schwung als Doppeltorschütze aus dem Pokal konnte er nicht nutzen. Er blieb gegen den VfL als einziger Dortmunder Offensivspieler ohne Torschuss, zeigte lediglich ansatzweise, wie sehr er dem BVB helfen könnte. Doch die Borussia hat die 25 Millionen Euro Ablöse nicht für ein paar nette Ansätze an Leverkusen überwiesen, der Nationalspieler muss eine feste Stütze in der Offensive werden.

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Favre sollte an Brandt denken

Da Reus gegen Inter tatsächlich ausfällt, sollte Favre kompromisslos auf die Stärken von Brandt bauen. Die finden sich in seinem flexiblen, kreativen Spiel hinter der Spitze - nicht, wie im Hinspiel, auf der Position des Mittelstürmers.

Favre sitzt im Cockpit und steuert seinen schwarz-gelben Boliden auf eine Schlüsselkurve zu: Mit einem dritten Sieg binnen sieben Tagen würde sich der erhoffte Flow einstellen, bei einer Niederlage hätte die Favre-Elf nur noch Außenseiterchancen auf den Einzug in die K.o.-Phase der Königsklasse.

Die Italiener wirkten beim 2:0 vor zwei Wochen abgezockter, präsentierten sich von Taktikfuchs Antonio Conte optimal auf den BVB eingestellt. Ohne Marco Reus fehlte der Borussia offensiv die kreative Leitfigur.

Dortmund muss das eine Warnung sein, denn es ist zu erwarten, dass die Inter-Defensive heute ähnlich clever auftreten wird. Da hilft es umso mehr, dass Pilot Favre mit Brandt noch ein hochwertiges Ersatzteil im Kofferraum liegen hat. Jetzt muss er es nur noch an die passende Stelle schrauben.

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