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Der FC Bayern tritt in der Königsklasse am Dienstagabend in Belgrad an. Den Fans des deutschen Rekordmeisters könnte ein ungemütlicher Abend drohen.

Alarmstufe Rot in Belgrad?

Am Dienstag ist der FC Bayern in der Champions League beim serbischen Hauptstadt-Klub Roter Stern zu Gast (Champions League: Roter Stern Belgrad - FC Bayern München, ab 21 Uhr im LIVETICKER).

Doch allzu viel Gastfreundschaft dürfen die Anhänger der Münchner wohl nicht erwarten.

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FC Bayern warnt Fans vor Reise nach Belgrad

2.089 Fan-Tickets zu je 52 Euro hat der Verein als Auswärts-Kontingent bekommen. FCB-Anhänger mit der Chance auf eine der Karten hatten bereits vor einem Monat eine Mail mit einer Reisewarnung in ihrem Postfach!

Demnach schätzen die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters nach einem Treffen mit Belgrader Mitarbeitern im Stadion Rajko Mitic den Aufenthalt der Bayern-Fans in der Stadt als "nicht ungefährlich" ein.

Zudem werden mögliche Probleme bei der Einreise thematisiert und auf die Zustände im Stadion und dem Gästeblock hingewiesen, die "nicht mitteleuropäischem Standard" entsprechen.

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Es wird davon ausgegangen, dass nach Abpfiff der Partie aus Sicherheitsgründen mit einer Blocksperre von mindestens einer Stunde zu rechnen ist.

Einen entsprechenden Hinweis bekamen auch Fans und Journalisten, die mit dem Mannschafts-Tross nach Belgrad reisen. Desweiteren wird "dringend empfohlen, am Spieltag auf Fanbekleidung aller Art zu verzichten".

"Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen"

Dass die Bedenken nicht aus der Luft gegriffen sind, beweist auch, dass selbst das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland in seinen allgemeinen Reise- und Sicherheitshinweisen für das Land Serbien die Problematik von Fußballspielen in Belgrad aufgreift.

"Bei Fußballspielen der beiden Belgrader Clubs Partizan und Roter Stern kann es zu Verkehrsbehinderungen rund um die Stadien und z.T. auch gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fangruppen kommen", heißt es dort in Bezug auf die innenpolitische Lage des Landes.

Es wird empfohlen, sich diesbezüglich über die lokalen Medien zu informieren, Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig zu meiden und den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte zu folgen.

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Belgrad-Fans positionieren Panzer vor dem Stadion

Seit dem Zusammenbruch Jugoslawiens haben sich vermehrt Hooligans auf den Tribünen breitgemacht, immer wieder kommt es zu Zwischenfällen.

In den Playoffs zur Königsklasse gegen die Young Boys Bern randalierten im Rahmen des Hinspiels mehrere hundert serbische Fans in der Schweizer Hauptstadt. Die Polizei gab Warnschüsse ab!

Vor dem Rückspiel dann der nächste Eklat, als Anhänger von Roter Stern in Absprache mit dem Klub einen Panzer aus dem Jugoslawien-Krieg vor dem Stadion platzierten, der vom Klub als "weitere Sehenswürdigkeit" deklariert und von der UEFA toleriert wurde, "solange damit nicht geschossen wird".

Randale in München

Auch beim ersten Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern in der Gruppenphase im September in München kamen es zu mehreren Delikten der serbischen Fans.

Die Polizei verzeichnete rund um die Begegnung insgesamt 30 vorläufige Festnahmen wegen Straftaten wie Raub, Landfriedensbruch, Diebstahl, Beleidigung, Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Verstoß gegen das Betäubungsmittel- und das Sprengstoffgesetz, Widerstand und Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole.

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Nur durch den Einsatz eines größeren Aufgebots an Polizisten sei nach dem Spiel ein Zusammenstoß zwischen Heim- und Gästefans verhindert worden.

Fan-Freundschaft mit Olympiakos Piräus

Pikant: Seit Mitte der 80er verbindet Roter Sterns Ultras eine Fanfreundschaft mit Olympiakos Piräus und deren Ultra-Gruppe Gate 7.

Erst vor knapp zwei Wochen hatten rund 80 Hooligans der Griechen während des Youth-League-Spiels gegen den FC Bayern den Platz gestürmt und waren unter anderem mit Stöcken bewaffnet auf Fans der Münchner losgegangen.

Ein Beteiligter hatte im Anschluss bei SPORT1 berichtet, er habe sich zwei Minuten "wie im Krieg gefühlt".

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