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MUNICH, GERMANY - DECEMBER 11: Philippe Coutinho of FC Bayern Munich is challenged by Moussa Sissoko of Tottenham Hotspur during the UEFA Champions League group B match between Bayern Muenchen and Tottenham Hotspur at Allianz Arena on December 11, 2019 in Munich, Germany. (Photo by Sebastian Widmann/Bongarts/Getty Images)
Philippe Coutinho (l.) im Zweikampf mit Moussa Sissoko © Getty Images
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München - Philippe Coutinho zaubert gegen die Tottenham Hotspur. Gegenspieler Moussa Sissoko schwärmt vom Brasilianer, der in diesen Tagen aber alles andere als zufrieden wirkt.

Von seinem berühmten Zahnpastalächeln war am Donnerstagmorgen nicht viel zu sehen.

Philippe Coutinho schrieb zwar fleißig Autogramme und scheute kein Foto. Sein Lächeln aber wirkte vor dem Reservisten-Training an der Säbener Straße etwas gequält. Ob es an den eisigen Temperaturen lag? Oder an seiner nicht zufriedenstellenden Situation beim FC Bayern?

Am Abend zuvor hatte der Brasilianer jedenfalls Grund zur Freude. Gegen die Tottenham Hotspur ließ ihn Hansi Flick mal wieder von Beginn an auflaufen. Coutinho zahlte mit einer guten Leistung zurück (SPORT1-Note 2).

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Der 27-Jährige versprühte viel Spielwitz im zentralen Mittelfeld. Sorgte mit einem Weitschuss-Knaller unter die Latte zunächst für ein Raunen in der Allianz Arena, mit seinem tollen Schlenzer zum 3:1-Endstand für lauten Jubel.

Philippe Coutinho nahm sich am Donnerstag im Training Zeit für die Fans
Philippe Coutinho nahm sich am Donnerstag im Training Zeit für die Fans, wirkte aber etwas gequält © SPORT1

Sissoko schwärmt von Bayern-Star Coutinho

Coutinho jubelte energisch vor der Südkurve, als wollte er sagen: 'Endlich, ich kann es doch!' Sein Tor wirkte wie eine persönliche Befreiung.

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Als die Barcelona-Leihgabe mit seinem rechten Fuß zuvor die lange Ecke anvisierte, konnte Gegenspieler Moussa Sissoko nichts mehr ausrichten. Der Schuss umkurvte ihn, der Franzose war geschlagen.

Zuvor leistete er sich mit Coutinho eine Dauerfehde und entpuppte sich als dessen Bewacher. Mehrmals kochte Sissoko den im Vergleich zu ihm schmächtig wirkenden Coutinho im Zweikampf ab.

"Ich habe versucht, eng an ihm dran zu sein, aber er forderte trotzdem den Ball. Aufgrund seiner Bewegungen war es schwierig, ihn einzufangen. Wir wussten, dass er eine Gefahr für uns wird und haben versucht, ihn zu stoppen. Es war eine großartige Vorstellung von ihm", erklärte Sissoko im Gespräch mit SPORT1.

Der 30-Jährige weiter: "Wir kennen seine Qualitäten und wissen, dass er ein fantastischer Spieler ist. Das hat er schon in der Vergangenheit bei Liverpool gezeigt und auch in Barcelona. Für mich ist er ein super Spieler, der viel Talent und Qualität hat. Er kann Magisches zeigen."

Spurs-Star Moussa Sissoko nahm sich vor der Abreise aus der Allianz Arena noch Zeit für ein Gespräch mit SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg
Spurs-Star Moussa Sissoko nahm sich vor der Abreise aus der Allianz Arena noch Zeit für ein Gespräch mit SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg © SPORT1

Dass er zu Fußball-Magie im Stande ist, wissen sie beim FC Bayern. Aber eben auch, dass er dies noch nicht regelmäßig zeigt in München.

"Ich weiß, dass ich besser spielen soll und ich will auch besser spielen", sagte Coutinho unlängst bei einem Fanclub-Besuch. Gegen die Spurs tat er das im zentralen Mittelfeld. Nach dem Abpfiff schwieg er.

Coutinho im Bewerbungs-Modus

"Für ihn ist es wichtig, solche Erfolgserlebnisse zu haben. Man hat gemerkt, dass in der ersten Halbzeit ein paar Dinge schon ganz gut gelaufen sind. Die zweite Halbzeit war dann noch etwas besser. Es freut mich total, dass er ein Tor gemacht hat", lobte Flick anschließend am Sky-Mikrofon.

Dennoch: Die Bayern-Zeit ist für Coutinho bisher nicht zufriedenstellend. Spielerisch wirkt er noch nicht vollends integriert. Zuletzt kam er im Spitzenspiel bei Borussia Mönchengladbach (1:2) gar nicht zum Einsatz.

Zu wenig für die Ansprüche eines Spielers, den die Bayern im kommenden Jahr für 120 Millionen Euro fest verpflichten können. Eine Option, die derzeit, nicht zuletzt wegen des astronomischen Preises, unwahrscheinlich ist.

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"Bei Coutinho haben wir eine Klausel im Vertrag, die wir bis Ende Mai ziehen müssen. Die Zeit nehmen wir uns", kündigte Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge am Mittwochabend bei Sky an. Heißt im Klartext: Coutinho steckt im Bewerbungs-Modus.

Wie entscheidet Bayern?

Etwas anders verhielt es sich vergangene Saison bei Leihgabe James Rodríguez. Rummenigge hätte ihn gerne behalten und formulierte das auch. Das Ende ist bekannt. Auch deshalb nimmt man sich im Verein nun die Zeit, Coutinho vollends zu bewerten.

Der Spieler selbst betonte indes, dass er sich vorstellen könne, bei den Bayern zu bleiben. Er selbst hat sein Bayern-Schicksal mit konstant starken Leistungen nun selbst in der Hand, zumal längst nicht klar ist, ob sich Wunschtransfers wie Kai Havertz oder Leroy Sané realisieren lassen. Möglich ist ebenso, dass Barcelona den Kaufpreis senkt und ein Kauf daher realistischer wird. 

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Vorerst werden aber magische Coutinho-Momente erwartet. Geht dieser Plan auf, wird auch sein Zahnpastalächeln zurückkehren. 

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