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München - Goldener Ball oder Weltfußballer - welche Auszeichnung kommt für Robert Lewandowski denn nun in Frage? SPORT1 erklärt die Unterschiede der beiden Awards.

"Bei der FIFA denkt man jetzt seriös darüber nach, den Goldenen Ball doch zu vergeben."

Diese Worte von Karl-Heinz-Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, am Rande eines Pressetermins ließen in dieser Woche aufhorchen. Rummenigge berief sich dabei auf ein Telefonat mit FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Könnte also der Traum von einer persönlichen Auszeichnung für Bayerns Ausnahmestürmer Robert Lewandowski doch noch Realität werden?

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Es bedürfte dafür aber schon einer 180-Grad-Wende, denn die FIFA hatte ihre jährliche Weltfußballer-Ehrung bereits Mitte Mai für "nicht angebracht" erklärt und abgesagt.

Der Ballon d’Or (deutsch: Goldener Ball; Anm. d. Red.) fällt hingegen gar nicht mehr in den Verantwortungsbereich des Fußball-Weltverbandes. Diese vom französischen Magazin France Football ausgerichtete Wahl wurde vor rund drei Wochen aufgrund der Corona-Pandemie ebenfalls abgesagt.

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Auszeichnung als Weltfußballer oder Goldener Ball - auf was darf Lewandowski denn nun doch hoffen?

SPORT1 erklärt die beiden unterschiedlichen Awards.

So läuft die Abstimmung bei Ballon d'Or und "The Best"

1956 von der französischen Fußballzeitschrift ins Leben gerufen, wurde der Ballon d’Or immer an den jeweils besten Spieler des Kalenderjahres vergeben. Von 2010 bis 2015 wurde die Auszeichnung jedoch in Zusammenarbeit mit der FIFA als "FIFA Ballon d’Or" vergeben, bevor der Weltverband wieder eigene Wege ging und die Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres unter dem Motto "The Best" schuf.

Diese Trophäe wird zu 50 Prozent durch die Auswahl der Nationaltrainer und ihrer Kapitäne entschieden. Die anderen 50 Prozent entscheiden Medienvertreter und Fans mit ihren Stimmen. Wer insgesamt die meisten Stimmen erhält, wird mit dem FIFA-Award ausgezeichnet. 

Hingegen stimmt beim Ballon d’Or eine Jury ab. Diese besteht aus jeweils einem Journalisten der 53 UEFA-Mitgliedsländer sowie 53 Juroren außereuropäischer Länder, die bei mindestens einer WM schon einmal dabei waren.

Messi einziger Konkurrent für Lewandowski?

Doch im Corona-Jahr 2020 soll, Stand 14. August 2020, keiner dieser Preise vergeben werden. Leidtragender könnte Lewandowski sein, der momentan "in der Form des Lebens" sei, wie Rummenigge betonte. 53 Tore in 44 Spielen des Polen unterstreichen diese These.

Der Viertelfinal-Kracher des FC Bayern gegen Barca in der Live-Analyse am Freitag ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 – erstmals aus dem Fußballmuseum in Dortmund

Einziger ernsthafter Konkurrent wäre nach dem Ausscheiden von Cristiano Ronaldo und Juventus Turin in der Champions League wohl Lionel Messi vom FC Barcelona.

Wie es sich jeder Drehbuchschreiber nicht besser ausdenken hätte können, kommt es am heutigen Freitag zum direkten Duell zwischen Lewandowski und Messi im Rahmen des Champions-League-Viertelfinales (Champions League: FC Barcelona - FC Bayern am Fr. ab 21 Uhr im LIVETICKER) der beiden Teams.

Kehrtwende bei FIFA?

Setzen sich die Bayern mit Lewandowski hier durch, stünde der individuellen Auszeichnung für den 31 Jahre alten Bayern-Stürmer wenig nichts mehr im Wege. Außer der schlichten Tatsache, dass es in diesem Jahr keine Verleihung geben soll.

Doch anscheinend hat, glaubt man Rummenigges Aussage, bei der FIFA ein Umdenken stattgefunden. Möglicherweise auch, weil nun doch alle Top-Wettbewerbe zu Ende gespielt werden sollen.

Die Gewinner von "The Best" (TB) und Ballon d'Or (BdO) seit 2016

In den vergangenen vier Jahren waren der Gewinner des Ballon d'Or und der Weltfußballer übrigens immer identisch.

2019: Lionel Messi (BdO, TB)

2018: Luka Modric (BdO, TB)

2017: Cristiano Ronaldo (BdO, TB)

2016: Cristiano Ronaldo (BdO, TB)

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