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München - Nach dem Aus in der Champions League steht Madrids Trainer Zinedine Zidane in der Kritik. Der bekennt sich endlich zu Real, aber nicht zu 100 Prozent.

Zinedine Zidane hat seinen Nimbus verloren.

Bis zum Freitagabend hatte der Franzose als Trainer von Real Madrid niemals ein K.o.-Duell in der Champions League verloren.

Von 2015/16 bis 2017/18 hatte er die Königlichen zu drei Triumphen in Serie in der Königsklasse geführt. Doch dann kam Pep Guardiola mit Manchester City.

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Und plötzlich ist die Lichtgestalt Reals auch in der öffentlichen Wahrnehmung nicht mehr unantastbar, auch wenn Innenverteidiger Raphael Varane mit zwei krassen Fehlern die 1:2-Pleite im Rückspiel wesentlich begünstigte.

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"Die Sünden Zidanes" titelte die klubnahe Marca aus Madrid, und prangerte im Wesentlichen an, dass der zweimalige Welttrainer des Jahres dem Spiel von der Bank aus keinerlei Impulse zu geben vermochte.

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Die Startelf mit dem bislang enttäuschenden Großtransfer Eden Hazard und Rodrygo auf den offensiven Außenbahnen hatte kaum Torgefahr entwickelt. Aber bis auf den Austausch Rodrygos gegen Marco Asensio nach einer guten Stunde änderte Zidane bis in die Schlussphase hinein nichts.

Vinicius schmort 90 Minuten auf der Bank

Als er nach 83 Minuten Lucas Vasquez, Luka Jovic und Federico Valverde einwechselte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Besonders missfiel der spanischen Presse, dass Angreifer Vinicius trotz einer noch offenen Wechseloption ganz auf der Bank blieb.

"Wenn eine Mannschaft verliert, werden Fehler gesucht. Warum hat der eine nicht gespielt, warum sind andere reingekommen?", nahm es Zidane nach dem Spiel gelassen. "Aber ich bin derjenige, der die Entscheidungen trifft."

Noch nach dem Titelgewinn in La Liga hatte Zidanes Festhalten an einer eingespielten Mannschaft noch als Erfolgsrezept gegolten. Nun wird es erstmals gegen Zidane ausgelegt.

Was passiert mit Zidane in der Zukunft?

Was die spanischen Medien zuletzt zunehmend skeptisch machte, ist der Umstand, dass Zidane sich beharrlich weigerte, sich klar zu einer Tätigkeit über den Sommer hinaus bei Real zu bekennen.

Zumal Trainer Maurizio Sarri bei Zidanes zweiter großer Liebe Juventus am Samstag entlassen worden ist, was absehbar war.

"Was wir in der nächsten Saison machen werden, werden wir sehen", antwortete Zidane auch am Freitagabend zunächst ausweichend auf die Frage, wie Reals Zukunft aussehe.

Dann wurde er verbindlicher: "Ich bin jetzt hier und ich bin der Trainer von Real Madrid, bis irgendwas passiert. Es gibt nichts zu überlegen, daher braucht man dazu keine weiteren Fragen zu stellen."

Es gelte jetzt, sich auszuruhen und Kraft zu tanken. "Danach werden wir wieder eine starke Saison spielen." Gemeinsam, sollte das implizieren. Es sei denn, es passiert noch etwas...

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