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München - Zum Auftakt der Champions League erwartet Titelverteidiger FC Bayern ein Bollwerk von Atlético Madrid. SPORT1 erklärt, wieso die Spanier wieder so eklig sind.

Aufgrund der Corona-Infektion von Serge Gnabry hat das Spiel zwischenzeitlich gewackelt. Aber nun ist klar: Der FC Bayern hat es zum Auftakt der Champions-League-Saison sofort mit einem der unangenehmsten Gegner in Europa zu tun: Atlético Madrid.

Gegen die Mannschaft des argentinischen Trainers Diego Simeone haben die Bayern in der Vergangenheit bereits unangenehme Erfahrungen gemacht. Und die Partie am heutigen Mittwochabend könnte ebenfalls zum Härtetest werden (Champions League FC Bayern - Atlético Madrid ab 21 Uhr im LIVETICKER)

In Spanien sind sich bereits viele einig: Nach einigen durchwachsenen Jahren ist Atlético wieder auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Simeone änderte am taktischen System in den vergangenen Spielzeiten nur sehr wenig. Bereits seit fast zehn Jahren spielt Atlético vornehmlich in einem kompakten 4-4-2, das dazu gedacht ist, die Räume in der eigenen Hälfte so eng wie möglich zu halten und dem Gegner keine Pässe durch die eigenen Schnittstellen zu erlauben. 

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Atlético verliert Rodri und Partey

Allerdings haperte es immer häufiger an der Umsetzung. Simeone musste auch aufgrund von Spielerabgängen ständig die eigene Mannschaft umbauen und mit neuen personellen Konstellationen zurechtkommen.

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So sehr sein taktisches Konzept auf kollektiver Organisation aufbaut, benötigt auch Atlético ein gewisses Maß an individueller Klasse, um beispielsweise in den europäischen Wettbewerben erfolgreich zu sein.

Allein in den letzten beiden Jahren verlor Atlético mit Rodri und Thomas Partey zwei extrem wichtige Raumverteidiger im zentralen Mittelfeld. 

Simeones Plan: Defensivorganisation entscheidend 

Es mag insofern überraschen, dass gerade jetzt, da Partey sich gen Arsenal verabschiedet hat, Atlético wieder zum Defensivbollwerk von einst wird. Die ersten Saisonpartien deuteten bereits an, dass es Simeone zu gelingen scheint, jene kollektivtaktische Stärke zurückzugewinnen, die Atlético 2013/14 zum Einzug ins Champions-League-Finale verhalf. 

Sobald die Madrilenen in Führung gehen, wird es für die Gegner unglaublich schwer, noch entscheidend vors Tor von Jan Oblak zu gelangen.

Gewiss spielen Zweikampfhärte und intensives Pressing eine entscheidende Rolle. Aber die Organisation des 4-4-2 ist der alles entscheidende Faktor.

Die Flügelstürmer verhalten sich sehr clever, wenn sie aus der Mittelfeldkette rausrücken, Sechser Lucas Torreira deckt mit viel Spielübersicht den Raum unmittelbar vor der Abwehr ab und Koke als offensiverer Sechser stört im Zentrum immer wieder entscheidend das Passspiel des Gegners. 

Koke erlebt zweiten Frühling 

Koke ist ein Hauptgrund, weshalb Atlético wieder in die Erfolgsspur zurückkehrt. Der 28-Jährige ist eine unumstrittene Identifikationsfigur bei den "Rojiblancos", hat aber in den vergangenen Spielzeiten nicht immer sein ganzes Leistungspotenzial abrufen können.

Die größte öffentliche Aufmerksamkeit richtet sich vor allem auf Angreifer Luis Suárez, der seit seinem Wechsel vom FC Barcelona zu Atlético wieder mit Toren für Furore sorgt.

Suárez ist vielleicht die größte Comeback-Geschichte dieser Mannschaft. Denn viele hatten den Uruguayer nach einer grauenhaften letzten Saison mehr oder weniger abgeschrieben. Aber Koke und seine Rückkehr zu alter Form könnten noch entscheidender für die Zukunft von Atlético sein. Der gebürtige Madrilene stößt wieder mit mehr Dynamik in die Offensivräume vor und führt die zweite Welle im Rücken von Suárez an.

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Zugleich gewährt ihm Simeone viele Freiheiten im Pressing, denn Koke ist der einzige Atlético-Spieler, der sich aus den beiden Viererketten des 4-4-2 bewusst lösen darf. Er schiebt regelmäßig von der Sechserposition nach vorn, um etwa einen gegnerischen Spielmacher zu attackieren.  

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Beinhartes Verteidigen gegen Bayern 

Sollte Joshua Kimmich, dessen Freundin das zweite Kind des Paares erwartet, kurzfristig doch mitwirken können, wird es Koke vornehmlich mit ihm aufnehmen.

Kimmichs Pässe sind entscheidend für den offensiven Erfolg der Bayern. Der Nationalspieler verfügt über ein hohes Maß an Pressingresistenz, aber im Supercup gegen Borussia Dortmund wurde bereits deutlich, dass auch er sich nicht ständig aus einer engen Manndeckung befreien kann.  

Die Defensivstärke Atléticos gepaart mit den schnellen Konterangriffen über Suárez und Joao Félix machen die Spanier insgesamt zu einem ekligen Gegner für die Bayern. Der deutsche Rekordmeister könnte im Extremfall 70 Minuten der Partie im Ballbesitz verbringen und trotzdem zu nahezu keiner Torchance gelangen. 

Gerade in Führung liegend wird Atlético beinhart gegen die Münchner verteidigen und zudem jegliche Form von taktischen Fouls nutzen, um den Spielfluss der Bayern zu stören. Auch Offensivgeister wie Joao Félix oder Thomas Lemar ordnen sich dann Simeones kollektivtaktischem Mantra unter. Das erinnert stark an die große Zeit Atléticos, als die Spanier ins Finale der Königsklasse einzogen. 

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