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München - Bei Paris Saint-Germain war Sturmstar Edinson Cavani nach sieben Jahren im Sommer nicht mehr erwünscht und ging zu Manchester United. Dafür soll PSG nun büßen.

Die Zeit rannte für Edinson Cavani. Am Ende sogar zu schnell. Der Stürmerstar musste sich nach seinem Wechsel zu Manchester United am Deadline Day Anfang Oktober aufgrund der in Großbritannien geltenden Corona-Regeln für 14 Tage in Isolation begeben und konnte deshalb erst verspätet einsteigen.

Dabei hatte Cavani ein ganz großes Ziel vor Augen: das Spiel der Red Devils in der Champions League am 20. Oktober gegen seinen Ex-Klub Paris Saint-Germain. Am Ende verpasste er die Rückkehr nach Frankreich, weil er nach erst zwei Trainingseinheiten mit dem Team noch nicht fit genug war. Er sah das 2:1 vom Sofa aus. 

Nun bekommt "der Matador" seine Chance zur verspäteten Rache beim Rückspiel zwischen Paris und den Red Devils (Champions League: Manchester United - Paris, Mi. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER)

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Warm geschossen hat sich der Stürmer für die Partie bereits. Am Sonntag gelang ihm ein Doppelpack beim 3:2 gegen Southampton. Bereits fünf Treffer und drei Vorlagen hat der Routinier in der Premier League in nur sechs Einsätzen beigesteuert (Deshalb droht Cavani Ärger von der FA). Nun kann er für ein Vorrunden-Aus von Paris verantwortlich sein.

Silva rügt PSG-Sportdirektor Leonardo

Cavani will die Franzosen unbedingt dafür bestrafen, dass sie den Vertrag nach sieben Jahren und einem Poker nicht verlängerten – ähnlich wie bei Thiago Silva. "Mir hat die Art und Weise, wie es gehandhabt wurde, wirklich nicht gefallen. Ich denke dabei auch an Cavani", kritisierte Silva den Pariser Sportdirektor Leonardo.

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Während Silva nach der Bekanntgabe der Trennung beim Champions-League-Turnier in Lissabon noch dabei war, ließ sich Cavani nicht mehr dazu überreden und fehlte.

Der Abschied von Cavani aus Paris war keine Trennung im Guten. Nun spürt er eine große Vorfreude. 

Cavani bester PSG-Torschütze

"Ich werde einen außergewöhnlichen Moment erleben", sagte Cavani gegenüber Téléfoot: "Es wird ein unglaubliches Erlebnis werden, mit schönen Emotionen."

Der Fantalk aus dem Dortmunder Fußballmuseum - alles Wissenswerte zur Champions League mit bester Unterhaltung, Mittwoch ab 20.15 Uhr auf SPORT1

Im Sommer 2013 war der Urugayer für 65 Millionen Euro von Neapel nach Paris gewechselt und dort zum besten Torschützen der Vereinsgeschichte avanciert. In 301 Pflichtspielen gelangen Cavani 200 Treffer und 43 Vorlagen. 19 Trophäen gewann Cavani, darunter sechs französische Meistertitel.

Trotzdem fehlte dem Routinier am Ende bereits der Rückhalt in Paris. Zur Feier des 50. Vereinsgeburtstags im August tauchte in den sozialen Medien ein Bild mit den vermeintlich wichtigsten Spielern der Geschichte auf – ohne Cavani.

Mbappé trauert Cavani nicht nach

Auch im Team hatte der Stürmer zum Ende wohl wenig Unterstützer. Auf die Frage, ob es seltsam sei, Cavani im gegnerischen Lager zu sehen, antwortete Kylian Mbappé bei Télefoot sehr kühl "überhaupt nicht. Er ist jetzt in einem anderen Team. Ich wünsche ihm alles Gute, aber er ist kein Teil mehr von uns. Wir werden gegen ihn spielen und versuchen, seine Mannschaft zu schlagen."

Kylian Mbappé (l.) und Edinson Cavani jubelten eins gemeinsam. Nun verbindet das Duo nichts mehr.
Kylian Mbappé (l.) und Edinson Cavani jubelten einst gemeinsam. Nun verbindet das Duo nichts mehr. © Getty Images

Die PSG-Fans verehren den Stürmer immer noch. Sie haben eine Cavani-Hymne nach der Melodie des französischen Songs "Les démons du minuit" (Die Mitternachtsdämonen) von Images gedichtet und häufig gesungen. 

Die Anhänger bewunderten den Torjäger für seine Bodenständigkeit. So fährt Cavani in seiner Heimat stets vom Flughafen in Montevideo die fünf Stunden und 265 Meilen von der Hauptstadt nach Hause mit dem Bus zur Ranch der Familie. Dort verbringt er die Zeit mit Jagen und Fischen. "Ich lege viel Wert auf meine Kindheit. Ich hänge sehr an meinem Land", bekannte er.

Als begeisterter Vogelbeobachter betreibt Cavani auch Ballett.

Paris-Fans feiern Sturmstar Cavani mit Song

Cavani brachte sich stets voll für sein Team ein und wurde auch nie bei einem Club-Besuch gesichtet. "Die Aufopferung erlaubt es mir, Ruhe zu haben und mit dem Gefühl zu schlafen, dass meine Arbeit getan ist", sagte er einmal.

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Im Sommer hatte sich Cavani – dessen Vater Luis 2015 drei Monate lang nach einem tödlichen Unfall mit einem Motorradfahrer ins Gefängnis musste - auf einen Bauernhof zurückgezogen und über ein Karriereende nachgedacht.

Doch der Stürmer begab sich stattdessen wieder auf die große Bühne und hat nun ein Ziel: mit einem Sieg den Ex-Verein am Weiterkommen hindern.

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