Lesedauer: 5 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Niklas Süle steht auch gegen Salzburg nicht im Kader des FC Bayern. Hansi Flick nennt die Gründe. Dennoch gibt es Spekulationen über den Fitnesszustand von Süle.

Was ist nur mit Niklas Süle los?

Diese Frage stellten sich viele Fans des FC Bayern, nachdem der Innenverteidiger es für das Spiel gegen Werder Bremen nicht einmal in den Kader geschafft hatte.

Fitnessprobleme machten die Runde, während Bayern-Trainer Hansi Flick von "Trainingsrückstand" sprach. Dabei hatte Süle wenige Tage zuvor noch für das DFB-Team beim 0:6-Debakel gegen Spanien in der Startelf gestanden.

Anzeige

Alles zur Champions League am Dienstag und Mittwoch ab 20.15 Uhr im Fantalk LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM

Flick: Darum steht Süle nicht im Kader

Vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Salzburg, bei dem der FC Bayern vorzeitig den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen kann, hat Flick nun erneut zur Situation rund um Süle Stellung bezogen. (Champions League: FC Bayern - FC Salzburg am Mittwoch ab 21 Uhr im LIVETICKER)

Auch interessant

"Niklas Süle war acht Tage in Quarantäne und ist dann zur Nationalmannschaft. Dort - das weiß ich aus eigener Erfahrung - wird nicht so intensiv trainiert, wie er es hier hätte machen können. Deswegen hat er aktuell einen Trainingsrückstand, den wir aufholen müssen", sagte Flick auf der Pressekonferenz.

Der Bayern-Trainer erklärte weiter, dass Süle deshalb auch gegen Salzburg nicht zur Verfügung stehen wird: "Wir hoffen auf Samstag in Stuttgart." Auf die Nachfrage, ob noch andere Gründe wie Gewichtsprobleme dahinter stecken könnten, wollte Flick nicht eingehen und sagte nur: "Mit Trainingsrückstand ist alles gesagt."

Es ist zudem nicht das erste Mal, dass Süles Gewicht hinterfragt wird. Der FC Bayern gibt bei Süle übrigens 99 Kilogramm bei einer Größe von 1,95 Meter an. 

Süle outet sich als Fast-Food-Fan

Der Spieler selbst hat in früheren Jahren zugegeben, bei der Ernährung Luft nach oben zu haben.

"Früher war es jeden Tag, jetzt ist es vielleicht noch zweimal die Woche. Ich fühle mich gut auf dem Platz. Dass man immer mehr machen kann, ist klar. Das will ich auch in den nächsten Wochen versuchen", outete sich Süle in der Bild damals als Fast-Food-Fan.

Der Abwehrhüne gelobte aber Besserung, vor allem auch bei der Auswahl der Getränke: "Das Schlimme bei mir sind eher die süßen Getränke. Spezi trinke ich gerne. Wenn ich das weg lasse, ist das schon die halbe Miete. Wenn ich auf Wasser umstelle, habe ich zwei, drei Kilo weniger." 

Tippkönig der Königsklasse gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Quarantäne wirft Süle zurück

Dieses Interview ist allerdings vier Jahre her und bis vor seiner zweiten schweren Verletzung im Oktober 2019 wurde er unter Flick-Vorgänger Niko Kovac sogar zum Abwehrboss ernannt. Beim Endrunden-Turnier in der Champions League in Lissabon meldete sich Süle im August stark zurück. In den ersten beiden Gruppenspielen der laufenden Königsklassen-Saison stand er 90 Minuten auf dem Platz. 

Nach SPORT1-Informationen hat Süle in den vergangenen Tagen tatsächlich leicht zugenommen. Allerdings durfte er während der mehrtägigen häuslichen Quarantäne auch aufgrund ärztlicher Vorgaben nicht intensiv trainieren. Dass er anschließend quasi direkt zur Nationalmannschaft weitergereist ist, geschah nach Absprache zwischen Bundestrainer Joachim Löw und Flick. Bei Löw kam er in zwei Partien auf 135 Minuten Einsatzzeit. 

Laut Flick ist dessen aktueller Kader-Verzicht nun eine reine Vorsichtsmaßnahme bei Süle. Auch, da er zwei Kreuzbandrisse im rechten Knie hinter sich hat. "Wir haben entschieden, ihn rauszunehmen und gewissenhaft mit ihm zu trainieren. Ob er dann gegen Stuttgart oder erst Madrid zurückkehrt, werden wir sehen", sagte Flick.

Löw spricht von Knieproblemen bei Süle

Flicks öffentlich geäußerte Gründe leuchten erst einmal ein, doch angesichts des aktuellen personellen Engpasses in der Bayern-Defensive und Süles Einsatz in der Nationalmannschaft stellt sich dennoch die Frage, ob nicht noch mehr dahintersteckt.

Zumindest hatte Süle nach dem Spiel gegen die Ukraine laut Löw "über Beschwerden im Knie geklagt". Gegen Spanien lief er dann trotzdem auf, wirkte dort aber oftmals nicht auf der Höhe. Beim FC Bayern spielte er in der laufenden Saison passabel, aber selten herausragend. 

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Dass Flick seinen Verteidiger jetzt einfach so rausnimmt, obwohl die Bayern aufgrund der Ausfälle von Joshua Kimmich (Meniskus-OP), Corentin Tolisso (Probleme im Oberschenkel) und Bouna Sarr (Muskuläre Probleme) defensiv einige Personal-Sorgen haben, spricht Bände. Zumal der Einsatz des angeschlagenen Lucas Hernández (Zuletzt Becken-Prellung) gegen Salzburg ebenfalls noch fraglich ist.

Flick zieht bei Süle die Notbremse, damit er sich am Ende nicht erneut eine schwerere Verletzung zuzieht. Dafür riskiert der 55-Jährige sogar, dass ihm - bei einer weiterer Verletzung während einer Partie - defensiv gleichwertige Optionen fehlen.

Doch der Erfolgscoach weiß, was er an Süle hat und dass ihm nur ein hundertprozentig fitter Nationalspieler weiterhilft: "Wir brauchen ihn, denn er hat wahnsinnig gute Qualitäten. Aber wir brauchen diese dann, wenn er hundertprozentig fit ist und seine Leistung zu hundert Prozent abrufen kann."

Süle selbst will sich derzeit nicht äußern. Er will zeitnah wieder mit Leistungen auf dem Platz antworten. Flick wird es freuen. 

Nächste Artikel
previous article imagenext article image