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München - Alassane Plea trifft in der 83. zum vermeintlichen Ausgleich für Gladbach gegen Inter. Der Treffer wird aber aberkannt - Schuld ist ein Sprung.

Sandro Wagner sprach nach dem (zu Recht) aberkannten Ausgleich zum 3:3 wohl vielen Gladbach-Fans aus der Seele.

"Er (Inter-Torhüter Samir Handanovic, Anm. d. Red.) beschwert sich nicht und Embolo steht rechts von ihm. Ah, ah, das ist nicht die richtige Entscheidung", sagte der frühere Stürmer in seiner Funktion als Experte bei DAZN, als Schiedsrichter Danny Makkelie nach Sichten der Videobilder das dritte Tor von Alassane Plea gegen Inter Mailand (2:3) nicht gab.

Wenige Augenblicke fügte er hinzu: "Das ist, 'tschuldigung, scheiße."

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Handanovic nicht behindert - oder doch?

Was war passiert? Plea hatte in der 83. Minute aus halbrechter Position im Strafraum ins linke Eck getroffen. Breel Embolo befand sich bei Schussabgabe mittig vor dem Tor minimal im Abseits.

Der Schweizer sprang hoch, als der Ball ihn passierte – und sorgte damit wohl für die Aberkennung des Treffers, obwohl Handanovics Sicht auf den Schuss nicht durch Embolo verdeckt war und er den Ball höchstwahrscheinlich ohnehin nicht hätte parieren können.

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Die Schiedsrichter-Experten des Podcasts Collinas Erben bemühten sich anschließend um Aufklärung.

"Makkelie dürfte nicht deshalb auf Abseits erkannt haben, weil dem Keeper die Sichtlinie versperrt war (er konnte den Ball ja sehen). Sondern weil Embolo hochgesprungen ist, als der Ball in die Nähe kam. Das beeinträchtigte den Torwart in der Möglichkeit, den Ball zu spielen", twitterte Alex Feuerherdt. (Spielplan und Ergebnisse der Champions League)

Embolos Sprung verhindert Gladbachs Tor

Dabei sei die Frage, ob der Torwart den Ball gehalten hätte, "nicht von Belang. Durch Embolos Sprung in Ballnähe wird der Torwart irritiert und in seiner Reaktion beeinflusst".

Heißt: Embolos Hochspringen machte den Treffer wohl irregulär. Wäre der Stürmer stehengeblieben, hätte es weder eine Beeinträchtigung der Sichtlinie zum Ball noch eine Irritation Handanovics gegeben.

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Gladbach-Coach Marco Rose hatte nach Spielschluss zumindest eine andere Meinung. "Breel steht nicht im Sichtfeld des Torhüters. Er springt hoch und behindert ihn nicht", meinte Rose: "Den kann man auch geben."

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Ähnlich sah es Mittelfeldspieler Christoph Kramer, der Weltmeister von 2014 gab aber zu: "Wenn das Ding auf der anderen Seite fällt, bin ich wahrscheinlich der Erste, der reklamiert."

Rose wünscht Makkelie "frohe Weihnachten"

Ärger gab es bei den Gastgebern auch, weil Inters 2:1-Führungstreffer ein Ballverlust von Marcus Thuram vorausgegangen worden war, der aber auch als Foul hätte gewertet werden können. "Das Foul ist klarer als die Sichtblockierung von Breel", sagte Kramer, während Rose fand: "Das war die erste schwierige Entscheidung gegen uns."

Dass Makkelie am Ende sechs Minuten Nachspielzeit gab, diese aber trotz kleinerer Verletzungspausen und Zeitspiels der Italiener pünktlich abpfiff, passte ins Bild.

Auf die Frage, was er mit dem Schiedsrichter nach Abpfiff diskutiert habe, sagte Rose bei DAZN ein wenig angefressen: "Ich habe ihm - in den Emotionen des Spiels - frohe Weihnachten gewünscht."

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