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Nach einem fragwürdigen Handelfmeter schlägt Emre Can im Netz die Fan-Wut entgegen. Jetzt nimmt Sportchef Michael Zorc den BVB-Leader bei SPORT1 in Schutz.

Nein, auf dieses Viertelfinale wird BVB-Star Emre Can später sicher nicht gerne zurückblicken. Beim Champions-League-Aus gegen Manchester City (je 1:2) stand der Nationalspieler in beiden Partien im Mittelpunkt.

Im Hinspiel leitete der 27-Jährige das 0:1 mit einem groben Fehlpass ein, im Rückspiel war er mit einem fragwürdigen Handelfmeter, der zum 1:1 führte, im Zentrum der Kritik.

Und prompt schlug Can die Fan-Wut entgegen! Im Netz ist der gebürtige Frankfurter für viele Anhänger der Buhmann. (SERVICE: Alles zur Champions League)

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Aufhänger für einige Fans: Cans "Keinen Bock auf Europa League"-Aussage. Tenor: Wer große Töne spuckt, sollte auch Leistung bringen.

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Sportchef Michael Zorc verteidigt Can im Gespräch mit SPORT1: "Emre ist jemand, der mit großem Körpereinsatz und viel Leidenschaft in sein Spiel geht und auch mal etwas riskiert", sagt der 58-Jährige im Gespräch. "Das ist völlig okay."

Can beim BVB mit Höhen und Tiefen

Vor anderthalb Jahren wurde Can von Juventus Turin geholt, um der Mannschaft die teils verloren gegangene Siegermentalität wieder einzuimpfen. Gewonnen haben die Dortmunder seither aber noch nichts.

Es wäre allerdings unfair, Can einzig und allein für die Auf-und-ab-Leistungen und das jüngste "Königsklasse"-Aus verantwortlich zu machen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan Champions League)

Zuletzt zeigte der flexibel einsetzbare Nationalspieler nämlich - auf verschiedenen Positionen - wieso ihn der BVB geholt hat. Er untermauerte seine Führungsansprüche mit guten Leistungen. Can pusht seine Mitspieler in der Kabine, reißt sie auf dem Platz mit und lässt sein letztes Hemd auf dem Rasen.

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Zorc: "Handspiel-Regel aus meiner Sicht eindeutig"

Oft ist es aber so, dass der Ex-Bayern-Profi zu viel will und seine technischen Fähigkeiten überschätzt. Er verteidigt dann teilweise unorthodox und bringt die Kollegen durch unglückliche Aktionen in Bredouille. So wie eben beim Handelfmeter am Mittwochabend in der 52. Minute, den Mahrez eiskalt verwandelte. (STIMMEN: "Werden viel Wein trinken")

"Die Handspiel-Regel ist aus meiner Sicht eindeutig", moniert Zorc, der sich in beiden Spielen von den Entscheidungen der Schiedsrichter benachteiligt fühlt. "Der Ball geht zuerst an den Kopf von Emre und dann zum Arm – und das ist laut Regelwerk entscheidend. Leider hat der Schiedsrichter die Regel weder berücksichtigt noch sich die Szene hinterher selbst angeschaut."

Und Can selbst findet: "In den Regeln steht, dass es keine Hand ist. Deswegen einen Elfmeter gegen uns bekommen zu haben und vielleicht deswegen das Spiel verloren zu haben, ist bitter." (EINZELKRITIK: Was ist bloß mit Haaland los?)

Berechtigt hin oder her – mit einer anderen Armhaltung im Zweikampf hätte der Pfiff vermieden werden können. Von einem erfahrenen Mann wie Can darf erwartet werden, sich in einer solchen Situation cleverer zu verhalten.

Can hat schon oft gezeigt, wie wichtig er sein kann

Nicht das erste Mal, dass Can im Mittelpunkt steht.

Beim 2:2 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Sevilla verschuldete er bereits mit einem ungestümen Rempler einen Strafstoß. Im Hinspiel gegen City wurde ein von ihm verursachter Elfmeter immerhin (zurecht) zurückgenommen. Beim 1:2 mit der Nationalmannschaft vor zwei Wochen gegen Nordmazedonien hatte Can Glück, dass ein klares Handspiel im Strafraum nicht geahndet wurde.

Can hat in dieser Saison schon oft gezeigt, dass er wichtig sein kann. Will er mit dem BVB allerdings auch in der nächsten Saison in der Champions League statt Europa League spielen, muss auch er konstanter werden. Gerade auf Routiniers wie ihn, Mats Hummels oder Marco Reus muss sich die junge BVB-Mannschaft verlassen können.

Can abschließend: "Wir können stolz auf uns sein und vieles mitnehmen. Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen und versuchen, in jedem Spiel zu punkten. Dann werden wir sehen, was am Ende passiert."

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